Dürfen Zwerginnen Bärte haben? – Das Tagungsformat Barcamp

Dürfen Zwerginnen Bärte haben? Tagungsformat Barcamp

Beim Barcamp geht es nicht um eine Bar, Campen und trinken – obwohl es auch zu trinken gibt 😉. Es handelt sich um ein „neues“ Tagungsformat. Wobei das nicht der Wahrheit entspricht. Denn auch die „neuen Medien“ sind nicht wirklich neu und sollten sich längst in deiner Unternehmenskommunikation etabliert haben. Aber ich schweife ab… In diesem Podcast hörst du, was ein Barcamp ist und wie du als Hotelier davon profitieren kannst!

Wikipedia definiert Barcamp so: „Ein Barcamp (häufig auch BarCampUnkonferenzAd-hoc-Nicht-Konferenz) ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen (z. B. bei gemeinsamen Programmierworkshops).“

Und was ich auch nicht wusste:

„Mit Foo und Bar werden in der Informatik Platzhalter bezeichnet.“

Ich hab mich mit Kristine Honig über Barcamps unterhalten.

  • Was ist ein Barcamp?
  • Was macht man da?
  • Wie läuft es ab?
  • Welche Regeln gibt es?
  • Welche Anforderungen stellen Organisatoren von Barcamps an Hotels und Locations?
  • Warum solltest du an einem Barcamp teilnehmen?

Und wenn du lieber liest, kommt hier der Artikel für dich!

Herzensthema Barcamps

Valerie: Herzlich Willkommen Kristine! Schön daß du da bist. Wir unterhalten uns heute über Barcamps! Dieses Tagungsformat ist dein Herzensthema. Warum?

Kristine: Es ist ein Veranstaltungsformat, das unglaublich positiv ist. Am Ende eines Barcamps sehe ich glückliche Gesichter, weil die Leute einfach total geflachst sind von den neuen Ideen und der Inspiration die sie bekommen haben. Es ist ein extrem postives Format und das ist total schön.

Valerie: Mein erstes Barcamp war das Hotelcamp, zu dem Tourismuszukunft in Kooperation mit dem HSMA (Hospitality Sales & Marketing Association) jedes Jahr einlädt. Ich konnte mir vorher gar nichts darunter vorstellen und ich denke, es wissen noch nicht alle was ein Barcamp ist. Lass uns das mal vorab definieren!

Was ist ein Barcamp überhaupt?

Kristine: Also ein Barcamp hat nichts mit Bar zu tun, obwohl auch getrunken wird. Es ist ein offenes Veranstaltungsformat, in dem die Teilnehmer selbst das Programm gestalten. Also es gibt nicht wie bei einer Konferenz, daß jemand auf der Bühne steht und einen Vortrag hält, sondern es ist wirklich so, daß die Teilnehmer gemeinsam in sogenannten Sessions zusammensitzen und über Themen reden, die sie wirklich interessieren. Das ist extrem spannend, weil viel Wissen ausgetauscht wird.

Keine Frontalbeschallung sondern Mitmachen!

Kristine: Es gibt keinen der Lehrmeistermäßig vorne steht und erklärt, sondern das Programm wird mit und von den Teilnehmern gestaltet.

Valerie: Beim Hotelcamp bin ich mit so vielen Ideen rausgegangen. Es war unglaublich. Es gab Austausch, wir haben diskutiert und miteinander über Themen der Hotellerie gesprochen. Es war ein unglaublicher Gewinn für alle.

Kristine: Es ist besonders schön, daß die Leute miteinander reden, die das sonst nicht tun. Da sitzen Hoteliers mit Betreibern von Ferienwohnung zusammen und unterhalten sich. Die Herausforderungen sind oft ähnlich und die wissen gar nichts davon. Da kommen dann die „Aha“- Momente und man hört oft, ach das macht ihr so und dieses Problem habt ihr auch. Ein Barcamp gibt den Raum für den Austausch untereinander.

Valerie: Die Kommunikation wird absolut gefördert. Ich verstehe oftmals nicht, warum Hoteliers nicht öfter miteinander reden auch über betriebliches. Sie könnten ja auch einen regelmäßigen Stammtisch im Barcamp-Format machen und sich viermal im Jahr treffen.

Kristine: Ja wir bei Tourismuszukunft machen das auch regelmäßig. Barcamps funktionieren auch mit 13 Leuten.

Wie organisierst du ein Barcamp?

Valerie: Ich denke wir erklären nochmal wie es funktioniert und wie man ein Barcamp überhaupt organisiert.

Vielleicht sprechen wir über zwei Perspektiven. Erzähl du doch mal von der Seite des Organisators und ich übernehme dann die Hotelsicht. Welche Erwartungen hast du an ein Hotel, wenn du ein Barcamp planst?

Kristine: Prinzipiell ist es so, daß zum Start eines Barcamps alle Teilnehmer erstmal zusammenkommen und sich in einem Raum zusammenfinden. Dort gibt es eine große Vorstellungsrunde.

Das klingt bei 150 Teilnehmern natürlich sehr umfangreich. Bei einem Barcamp läuft das anders ab. Jeder Teilnehmer nennt seinen Namen, seine Organisation (Unternehmen etc.) und drei Hashtags, also drei Schlagworte, die ihn oder sie auszeichnen. Das ist schon sehr spannend. Irgendwann kommt zwangsläufig Fußball ins Spiel oder Kaffee. Also es gibt ein paar Standard-Hashtags, die immer genannt werden. Und dann ist die Vorstellungsrunde auch schon rum.

Die Vorstellungsrunde dient auch als Eisbrecher. Es geht darum zu sehen, wer ist eigentlich hier und man stellt fest, ach mit dem hab ich schon mal telefoniert. Und auch wer beschäftigt sich mit welchen Themen und wem möchte ich später noch reden. Am Anfang laufen also schon einige Verknüpfungen.

Nach der Vorstellungsrunde werden die Themen für die Sessions geplant. Vorher weiß man nicht, wer alles kommt. Die Teilnehmer gestalten den Tag vollkommen selbst. Jeder kann ein Thema einreichen. Das kann ein Projekt sein, das man vorstellt oder man stellt eine offene Frage und sagt, hey ich weiß nicht wie damit umgehen soll, wer hat Lust sich das zusammen anzusehen.

Da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten und gemeinsam wird dann abgestimmt, wie groß das Interesse ist. Die Sessions laufen parallel. Das hat den Vorteil daß man viele Themen unterbringen kann. Die Teilnehmer können selbst entscheiden, ob ihnen das Thema „Facebook Conversion“ oder „Influencer Marketing“ mehr zusagt. So wird ein Barcamp für alle sehr individuell und sie entscheiden was sie inhaltlich aus dem Tag mitnehmen wollen.

Valerie: Okay, also wichtig ist ein großer Raum für die Begrüßung und die Vorstellungsrunde. Ein Raum für alle Teilnehmer. Was brauchst du noch für ein Barcamp?

Kristine: Es braucht einen großen Raum und mehrere kleine Räume für die Sessions. Ganz praktisch wären unterschiedliche Größen der Gruppenräume. Du warst auf dem Hotelcamp, als es noch in Bendorf stattfand, richtig?

Valerie: Ja genau. Die Räume waren sehr freundlich ausgestattet und nah beieinander. Also ich musste nicht erst 10 Minuten von einem Raum in den nächsten rennen.

Kristine: Die Räume sollten halt auch nicht in Seminarbestuhlung bestuhlt sein, sondern vielleicht mit Stuhlkreis oder mit Sitzsäcken oder Sitzwürfeln. Also lockerer als bei einer „normalen“ Tagung.

Valerie: Okay, wir haben also die Anforderungen an die Räume, die Bestuhlung usw. Für den Sessionplan braucht man noch eine Pinnwand, Flipcharts sind immer gut und Leinwand und Beamer sollte sowieso drin sein. Je nach Teilnehmerzahl auch gerne Mikrophon und Lautsprecher.

Die 2-Füße-Regel

Valerie: Besonders spannend finde ich ja die Barcamp-Regeln. Die gibt es nämlich, auch wenn sonst alles recht locker ist.

Kristine: Genau, da gibt es zum Beispiel die 2-Füße-Regel. Prinzipiell heißt das, man kann immer den Raum wechseln. Wenn man feststellt, daß die Session doch nicht passt, weil man sich das vielleicht anders vorgestellt hat oder weil die Session für Fortgeschrittene ist und die hier aber eher für Einsteiger – nutze deine Füße.

Ich kenne Leute die das grundsätzlich so machen und nur halbe Sessions besuchen, um besonders viel mitzunehmen. Die machen das mit Struktur und gehen nach der Hälfte raus. Ich persönlich mache das auch so, wenn ich ein Barcamp moderiere. Dann geh ich auch durch die Sessions, auch um die Atmosphäre mitzubekommen und ein Gefühl zu bekommen, was läuft gerade wo.

Valerie: Ui das ist ein gute Idee. Ich glaube das mache ich beim nächsten Hotelcamp auch mal.

Dann gibt es auch die Regel, daß man auch eine Session halten soll.

Kristine: Genau, es gibt die Regel daß man sich einbringen soll. Jeder soll eine eigene Session anbieten. Das heißt aber nicht, daß man der absolute Nerd in einem Thema sein muss. Man kann auch ein Thema moderieren oder wirklich als offene Frage stellen.

Einige trauen sich das nicht. Aber auch als Teilnehmer sollte man sich einbringen und über seine Erfahrungen berichten.

Von Sie zum Du!

Kristine: Eine weitere Regel ist: auf dem Barcamp wird geduzt. Ich kenne ein paar Leute, die haben damit ihre Herausforderungen. Da gibt es Leute die sich seit Ewigkeiten siezen und das auch gut finden. Die Grundidee beim duzen ist, alle Teilnehmer auf ein Niveau zu holen. Es ist eigentlich völlig egal, ob der Geschäftsführer oder der Azubi Ideen hat. Es sollen alle auf Augenhöhe miteinander reden.

Außerdem kann das „du“ auch temporär verwendet werden. Man kann ja hinterher wieder zurückwechseln. Da gab es schon schöne Situationen, in denen die Azubine den Chef mehrmals mit Vornamen angeredet hat und meinte das müsse sie jetzt auskosten. 😉

Aus Erfahrung weiß ich auch, daß die meisten beim „du“ bleiben.

Valerie: Ich finde es sowieso an der Zeit, daß mehr geduzt wird. Ich duze meine Leser auch knallhart und auch die Zuhörer im Podcast. Bisher gab es da noch keinerlei negative Rückmeldung.

Kristine: Ja es bricht so ein bisschen was auf. Ich duze auch die meisten meiner Kunden. Wenn man sich in der Social Media Welt bewegt, geht man schneller zum „du“ über, denke ich.

Wir kennen uns ja auch nur online und es wäre schon komisch offline zum „Sie“ zu wechseln.

Die Sessionplanung

Valerie: Also wir hatten die Anforderungen an die Räumlichkeiten, an die Ausstattung und Bestuhlung, die Vorstellungsrunde mit Namen, Unternehmen und drei Hashtags, die Barcamp-Regeln – 2-Füße-Regel, du und das sich jeder einbringt.

Wie läuft die Sessionplanung ab?

Kristine: Jeder kann sein Wissen teilen und sich einbringen. Deshalb sollten auch alle eine Session anbieten. Die Idee dazu schreibt man auf eine Karte und stellt sie den anderen vor. Meistens gibt es eine Pinnwand auf der der Sessionplan erstellt wird. Mit Handzeichen wird dann abgestimmt, welche Session stattfinden soll.

Je nach Interesse der Teilnehmer braucht man dann eben den Raum für 70 Personen oder den für 20 Personen.

Sprich über das Barcamp!

Eine weitere Regel ist: Sprich über das Barcamp! Ich hab das Gefühl, daß das in den letzten Jahren stark abgenommen hat. Aber es ist wichtig das Format bekannt zu machen. Früher konnte man zuhause am Rechner sitzen und über Twitter mitverfolgen, was auf dem Barcamp gerade passiert. Das ist heute nicht mehr so. Es ist natürlich auch schwierig, zuzuhören, mitzudiskutieren und dann auch noch Zeit zu finden die Inhalte auf Twitter zu teilen.

Deshalb schaut man halt auch, daß die Inhalte auf einer Pinnwand stehen, fotografiert die und teilt sie dann auf Social Media.

Mein Kollege Günter Exel wird regelmässig gebucht, um live von Events zu berichten. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Er wird gebucht um über ein Event zu sprechen.

Prinzipiell ist bloggen ein Thema bei Barcamps. Das gehört zur Regel „Sprich über das Barcamp“ so ein bisschen mit dazu. Zum einen um nochmal den Organisatoren zu danken und zum anderen eben auch um die Inhalte nochmal weiter zu teilen. Man hat immer Inhalte, bei denen man sagt, das ist spannend für meine Leser. Da hab ich was mitgenommen und das interessiert die auch.

Valerie: Stimmt. Ich empfinde es auch so, dass das Teilen zurückgegangen ist. Manchmal denke ich das ist einfach die Informationsflut, die bei einem Barcamp über einen hereinbricht. Ich war ziemlich platt nach 2,5 Tagen Hotelcamp. Da war mein Kopf voll.

Kristine: Klar. Im 45-Minuten-Takt ein neues Thema und die ganze Zeit reden, das ist viel. Kann ich völlig verstehen.

Valerie: Am Ende gibt es auch immer noch eine Abschlussrunde bei der jeder etwas sagen kann zum Barcamp und was er mitgenommen hat. Jeder soll was dazu sagen bzw. hat auch was zu sagen.

Genauso wie die Willkommensrunde, gibt es eben auch die Abschlussrunde.

Valerie: Ja genau. Da stand ich auch mit Herzklopfen am Mikrophon. Aber das schöne ist, es hören dir alle zu, keiner urteilt. Das ist super!

Kristine: Gerade auch die Vorstellungsrunde, ich muss mich hier vorstellen mit meinem Namen und meinen Hashtags. Das ist eine Herausforderung.

Valerie: Das bewirkt aber auch was. Ich hab mir die anderen Vorstellungen angehört und überlegt, was sag ich da jetzt? Was sind meine Hashtags? Wer bin ich? Was mach ich? Wie will ich mich vorstellen? Und auch danach hab ich darüber nachgedacht, wie würde ich mich beim nächsten Barcamp vorstellen.

Kristine: Das ist auch diese Mischung aus persönlich, privat und beruflich.

Valerie: Da fällt mir besonders auf, das das nicht trennbar ist. Es ist ein Mensch, der macht das und ist das und steht für das auch. Also auch „Haltung zeigen“.

Was erwarten Organisatoren vom Hotel oder der Location?

Valerie: Was ist erwartest du also Organisator von der Location? Wie gehst du an die Sache ran?

Kristine: Fangen wir mit der Location an. Mit der Größe – ein großer Raum und ein paar kleine Räume – landet man ganz schnell in Standard-Seminarhotels oder Locations. Das sind dann graue Seminarräume, die gar nicht zum Format passen. Es sollte also schon locker und offen sein und Atmosphäre haben. Deshalb sind mir Kreativräume lieber. Generell sind mir da Hotels mit Pepp lieber.

Rheinlandpfalz-Tourismus z. B. ist schon ein paar Jahre in der Villa Belgrano. Das ist ein schönes altes Gebäude, schöne Fenster, knarrende Stufen, Blick auf den Rhein, da stimmt die Atmosphäre einfach und auf der Terrasse kann man eine Session abhalten. Oder das Hotel Friends in Bendorf mit den bunten Räumen, mit Sitzecken und einem alten Stufenbarren im Raum. Beim Tourismuscamp in diesem Jahr Januar hatten wir in St. Peter – Ording einen Raum in dem auch Yoga gemacht wurde. Da hatten wir einen Raum mit großen Fenstern. Da kann man als Teilnehmer auch mal aufm Boden sitzen.

Achte auf die Bestuhlung und bleib flexibel!

Idealerweise ein Raum mit Tischen und Stühlen, damit man auch was zeigen kann. In den meisten Räumen braucht man keine Tische. Also ganz schlimm: es ist nicht frontal, aber so bestuhlt. Von daher auf jeden Fall Flexibilität reinbringen. Beamer für den Fall dass jemand eine Präsentation dabei hat.

Essen und Trinken. Kann man unterschiedlich gestalten, man kann in den Räumen Tische mit Getränken aufbauen oder draußen. Es haben sich auch „Becherparkplätze“ etabliert. Oftmals ist es so, daß man sich einen Kaffee holt, die Tasse irgendwo abstellt und sich zwei Stunden später, wieder einen holt. Also auch im Sinne der Nachhaltigkeit: Becherparkplatz auf dem die Teilnehmer ihre Becher oder Tassen parken können.

Kaffee ist ganz wichtig. Aber auch Tee. Wenn es keinen Tee gibt, bekommt man spätestens in der Abschlussrunde zu hören, dass doch Tee gut wäre.

Das ist wichtig.

Valerie: Stimmt. Für das leibliche Wohl muss gesorgt sein.

Kristine: Und beim Mittagessen auch gerne locker und auch gerne im Stehen. Also da finde ich auch Flexibilität wichtig.

Vielleicht muss man noch dazu sagen, dass die Barcamps eigentlich gratis sind. Oft wird die Location auch gesponsored. Die Organisatoren stecken da ihre Freizeit rein. Es gibt aber bereits ein paar Barcamps die Ticketpreise nehmen, so 10 – 20 Euro, weil die No Show Rate einfach zu hoch war. In dem Moment wo ich was bezahle, versuche halt doch eher das Ticket weiterzugeben oder doch zu kommen.

Es muss also bei Essen und Trinken kein großer Anspruch sein. Es ist nett, wenn es tolles Essen gibt, aber es ist nicht das Hauptziel auf einem Barcamp.

Warum du ein Barcamp sponsern solltest!

Valerie: Du sagst, die Location wird gesponsert. Jetzt könnte man darüber streiten, ja die haben auch Mitarbeiter die bezahlt werden müssen usw. Man könnte das über Sponsorengelder abdecken. Aber es wäre doch cooler, wenn ein Hotel oder Location sagt, an dem Tag haben wir geringe Belegung, wir sponsern euch die Tagungsräume. – und jetzt die Verlängerung in Social Media auf Twitter und Instagram – davon haben sie auch viel. Das ist meine Meinung.

Mit Blick auf Twitter oder Instagram: Letztes Jahr hat das Hotelcamp im Genohotel Baunatal stattgefunden. Da wusste man, wenn man das Hotelcamp auf Twitter verfolgt hat, wo es stattfindet.

Hotels dürfen auch twittern!

Valerie: Und wenn jetzt noch das Hotel oder die Location mitmacht auf Twitter oder einer von denen teilnimmt am Barcamp, dann ist das ja ne Reichweite und Sichtbarkeit hoch hunderttausend.

Kristine: Ja und ich finde bei sowas zeigt sich auch sehr gut, dass Tourismus und Social Media generell gut funktioniert. Wenn das Produkt gut ist, wird immer geteilt. Wenn ich in ein Hotel komme und die Räume spannend und interessant sind, das Hotel interessante Details hat und überrascht, dann teilen das die Leute. Man hat dann auch 150 Teilnehmer, die prinzipiell online-affin sind, die sind da und das ist perfekt. Da hat das Hotel etwas davon.

Ich würde auch immer empfehlen, das Barcamp über zwei Tage zu ziehen. Da kommen wir dann auch zum Thema Bar und trinken und es ist immer spannend den ersten Tag zu verlängern. Die Gespräch am Abend sind super. Die kommen dann am nächsten Tag als Session auf und da wollen die Leute dann nochmal auf einer andere Ebene reden. Oder abends an der Bar ist uns ein Thema gekommen, dass wollen wir auch noch besprechen.

Spätestens dann übernachten die Leute im Hotel und das dann auf Selbstzahlerbasis, da hat das Hotel auf jeden Fall noch was davon. Von daher passt das ganz gut.

Valerie: Prima! Denkst du wir brauchen noch mehr Barcamps?

Kristine: Ich mag das Format prinzipiell total. Ich gehe jedes Mal selber wieder mit neuen Impulsen raus. Barcamps sind generell sehr unterschiedlich. Es gibt eine Übersicht auf www.barcamp-liste.de die ist ziemlich gut. Da sind wirklich alle möglichen Barcamps aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgelistet. Das sieht man auch nochmal, was da thematisch alles läuft.

Ob Zwerginnen Bärte haben können?

Es gibt thematisch offene Barcamps, wo sozusagen alles passieren kann an Themen. Die finden eher regional statt. Ich wohne in Bonn, da gibt es ein Barcamp. Es gibt Barcamps über Social Media oder Bienenzucht. Ich hab mal ne Session besucht die hieß „Ob Zwerginnen Bärte habe können?“ Total abstrus. Am Ende ging es in eine Feminismusrichtung. Also es ist alles möglich. Das sind themenoffene Barcamps, von denen, finde ich jede Region oder jede Großstadt ihr eigenes verdient.

Valerie: Ich wohne ja an der Grenze zur Schweiz, zwischen Freiburg und Basel. Ich muss immer quer durch die Republik reisen.

Kristine: Ja das ist echt schlecht angeschlossen.

Valerie: Ich glaube ich muss das mal in die Hand nehmen.

Kristine: Ein Barcamp für Freiburg!

Es gibt halt dann die themenspezifischen Barcamps, wie das Hotelcamp für die Hotellerie oder das Tourismuscamp für den Tourismus. Und es gibt alle möglichen anderen Barcamps. Gründer-Barcamp, Spa-Camp, Literaturcamp und viele mehr.

Valerie: Stimmt das Spa-Camp ist in Donaueschingen.

Kristine: Es gibt zu allen möglichen Themen Barcamps. Es müssen nicht immer 150 Leute sein, Barcamp funktionieren auch im Kleinen gut. Wenn das Interesse da ist, von Leuten sich miteinander zu treffen und sich auszutauschen, dann funktionieren Barcamps. Es stört nicht, wenn es noch mehr gibt.

Kristines’s Barcamp Empfehlungen

Valerie: Auf welche Barcamps muss man unbedingt?

Kristine: Ja da muss ich natürlich die Touristik-Barcamps hervorheben.

Valerie: Klar!

Kristine: Also das Castlecamp in Kaprun in Österreich. Das Tourismuscamp der Österreicher sozusagen. Das findet auf einer Burg statt, wunderschöne Location. Ideal um auch in den Urlaub zu verlängern. Da ist die Anmeldung übrigens an Ostern aufgegangen.

Wir von Tourismuszukunft machen das Tourismuscamp im Januar. Da ziehen wir mittlerweile durchs Land. Wir waren neun Jahre lang in Eichstätt, weil Tourismuszukunft dort die Wurzeln hat. Mittlerweile sind wir als Netzwerk-Unternehmen aufgesetzt. Das heißt wir sitzen eigentlich im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt. Dann haben wir gesagt, das Tourismuscamp muss eben auch reisen. Seitdem haben wir offene Bewerbungen – das heißt unterschiedliche Locations können sich bewerben. Und wir haben jetzt eine Jury gegründet, die darüber entscheidet, wo es hingeht. Es sind echt coole Locations dabei.

Valerie: Da hab ich es leider auch noch nicht hingeschafft.

Kristine: Ja die Anmeldung ist ruck zuck voll. Es lohnt sich auf jeden Fall aber sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Meistens sagen Leute dann doch noch ab oder können wegen Krankheit nicht. Auf jeden Fall immer versuchen.

Die themenoffenen Barcamps kann ich jedem empfehlen. Da bekommt man ganz andere Eindrücke. Da kann man sich mit anderen Themen beschäftigen, außerhalb des eigenen Lebenshorizonts.

Valerie: Willst du noch was loswerden?

Kristine: Geht auf Barcamps Leute! Sprecht darüber!

Ich hoffe natürlich dass ich viele für Barcamps begeistern kann und die genauso glücklich rausgehen. Viele sind enttäuscht, weil sie keine Ergebnisse haben. Aber das Hauptziel eines Barcamps sind Austausch und Miteinander.

Valerie: Und Netzwerken.

Kristine: Genau! Und das konkrete Machen kommt im Nachgang. Den hinterher sagt man dann, wir müssen mal was zusammen machen und sich hinterher zusammensetzt und ein Projekt startet.

Valerie: Schönes Schlusswort. Danke Kristine!

Kristine: Danke dir, Valerie! Hat mich sehr gefreut!

Über die Gesprächspartnerin: Kristine Honig – Tourismuszukunft

Kristine Honig – Tourismuszukunft

Kristine Honig ist Beraterin und Netzwerkpartnerin bei Tourismuszukunft. Sie hat mehr als dreizehn Jahre im Destinationsmarketing (u.a. beim NRW Tourismus sowie beim Niederländischen Büro für Tourismus & Convention) gearbeitet. Ihre Schwerpunktthemen bei Tourismuszukunft sind Strategien & Zielgruppen sowie Storytelling & Bloggen. Außerdem ist sie großer Barcamp-Fan und unterstützt Unternehmen bei der Konzeption, Organisation und Durchführung von diesen. Kristine bloggt auf www.kristinehonig.de über Social Media im Tourismus.

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2 Kommentare

  1. Liebe Valerie,

    ich bin ja ein großer Barcamp-Fan und freue mich, dass du dieses Thema hier im Blog aufgreifst. Hotels sind ja perfekte Veranstaltungslocations und mit Barcamps könnten sie das auch wunderbar zeigen.
    Ich war auf dem Bonner Tourismuscamp im Collegium Leoninum. Dort wurde eine Hausführung als Session angeboten. Sie haben selbst aktiv an den Sessions teilgenommen und es gab wunderbare Sichtbarkeit auf Twitter und Instagram. Ich bin sicher es lohnt sich.
    Ich finde es übrigens super, wie du Podcast und Text kombinierst. Diesmal habe ich mich für lesen entschieden.

    Liebe Grüße
    Stephanie

    • Liebe Stephanie,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Schön daß dir die Kombination aus hören und lesen gefällt. Genau das wollte ich erreichen und die Entscheidung dem Leser oder Hörer überlassen. 🙂
      Das Hotel in deinem Beispiel hat also vieles richtig gemacht – großartig! Ich hoffe, daß sich noch viele weitere Hotels fürs mitmachen entscheiden und sich mehr auf Social Media präsentieren.
      Ich mag Barcamps auch sehr und freue mich schon auf das REDCamp und das Hotelcamp im Oktober. Beide sind themenspezifische Barcamps und beschäftigen sich mit Revenue Management, Distribution, E-Commerce und Online-Marketing für die Hotellerie. Auch dazu wird es dann entweder Podcast oder Blogbeitrag oder eine Kombination geben.

      Grüße
      Valerie

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