Texte für deine Hotelwebseite: Selber schreiben, ja oder nein?

Texte für deine Hotelwebseite: Selber schreiben, ja oder nein?

Du weißt nicht, wie du deine Website-Besucher ansprechen sollst? Du siezt auf Instagram, Facebook & Co.? Texten ist nicht einfach. Wie schreibst du verkaufsstarke Texte? Du musst dich aufs Wesentliche beschränken und deine Leser zum Call to Action (CTA) führen: „Buchen!“, „Jetzt reservieren!“ oder „Newsletter abonnieren“. Texten ist Handwerk, das kannst du lernen (ich lerne seit knapp drei Jahren) oder du holst dir Unterstützung.

In dieser Podcast-Folge unterhalte ich mich mit Juliana Hahn von Hospitality Copywriting über Texte für Hotels – auf der Website und auf Social Media.

Viel Spaß beim Hören – und wie immer: wenn du lieber liest, kommt nach den Shownotes die Transkription.

Shownotes

06:02 Lass uns über Content Marketing sprechen! Inhalte, Texte und verkaufsstarke Werbetexte
06:56 Die richtige Ansprache – geht auch ohne Marketingsprech… Wie müssen Texte sein, dass sie gut ankommen?
07:21 Es hängt vom Hotel hab
07:37 Du oder Sie – das ist abhängig von der Zielgruppe des Hotels
07:58 Wer ist mein Kunde und was möchte er?
08:08 Wie spreche ich mit meinem Gast vor Ort?
08:20 Welche Wörter willst du in deinen Texten haben und welche nicht?
08:20 In der Kürze liegt die Würze
08:42 Gäste wollen wissen: Warum ist dieses Hotel gut für mich?
09:03 Die Zimmerbeschreibung in Stichpunkten und keine Bleiwüsten!
09:29 Die mobile Seite nicht vergessen beim texten!
09:45 In welchem Format sieht sich der Gast die Seite an?
10:44 Wer schreibt fürs Hotel?
11:02 Sollten Hotels ihre Texte selbst schreiben?
11:38 Texte brauchen Zeit!
11:49 Schreiben kann ja jeder…
12:24 Schlechte Texte, kosten Buchungen
12:45 Agenturen sind meist nicht auf Hotels spezialisiert
13:23 Texte müssen so individuell wie das Hotel sein
14:04 Der Vergleich zwischen Agentur und Freelancer
14:46 Freelancer bieten individuelle Kundenbetreuung für Hotels
15:46 Wie arbeitest du mit Hotels zusammen?
16:06 Der Texter muss das Konzept verstehen
17:04 Der Texter muss ein Gefühl für das Hotel entwickeln – mit Bildern, Videos oder Renderings
17:46 Gutes Briefing ist das A & O
18:49 Definiere deine Zielgruppe!
19:05 Wie divers kann ein Text sein?
19:05 Wer ist dein Wunschkunde?
19:36 Geschäftsreisende, Leisuregäste und Familien unterscheiden sich in der Ansprache und damit im Text!
20:12 Wer ist dein Hauptmarkt?
20:42 Hol deine Zielgruppe ab – mit passenden Texten!
21:03 Wie findest du deine Tonalität?
21:15 Markenkommunikation
21:44 Wie beschreibst du dein Hotel und deine Gäste?
22:11 Wie kommunizierst du mit deinen Gästen in E-Mails?
23:26 Wo findest du Texter und gibt es eine Plattform?
24:18 Finde „Werbetexter für Hotels“ oder „Copywriter“ auf Google
24:37 Empfehlung: Suche dir Texter die auf Hotellerie spezialisiert sind oder die Erfahrung mit dem Gastgewerbe haben
25:16 Freelancer posten ihre Referenzen auf LinkedIn
25:39 Texter findest du auf Social Media – Dort stellen sie ihre Arbeit vor
26:00 Auf keinen Fall Texterbörsen… Du erhältst keinen persönlichen Kontakt
26:41 Verschwendete Zeit und verschwendetes Geld
27:03 Drei Tipps für gute Texte
27:12 Verwende die Sprache deiner Kunden und Gäste
27:30 Höre zu: Was sagen Gäste über dein Hotel?
27:48 Sammle diese Schlüsselwörter und setze sie auf die Website
28:08 Kurz und auf den Punkt schreiben!
28:38 Gäste haben keine Zeit und keine Lust alles zu lesen
28:55 Lass die Texte von einer neutralen Person lesen und dir Feedback geben
29:46 Fazit: Erfolgreich texten ist wichtig!

Wie müssen Texte eigentlich sein, dass sie gut ankommen und gut sind?

Valerie: Unser Thema heute ist „Texte für die Hotellerie“. Konkret geht es um Content auf Verkaufsseite, also auf der Hotel-Website oder auch Texte für Social Media Beiträge. Ganz klar ist, dass verkaufsstarke Texte auf der Website stehen sollten. Auf einigen Hotel-Webseiten ist es oftmals gar nicht gegeben. Auf Social Media ist es manchmal auch unterirdisch. Da siezen die Hoteliers die User und schreiben den Marketingtext dorthin.

Wie müssen Texte eigentlich sein, dass sie gut ankommen und gut sind?

Juliana: Also das kommt natürlich auf das Hotel an, das ich bewerben möchte.

Es hängt vom Hotel ab

Juliana: Wenn es zum Beispiel ein Hostel ist, dann sollte es eine jugendliche Sprache sein. Freundlich und offen, also wie das Beispiel mit Instagram, da darf nicht nur auf Social Media geduzt werden, da kann durchaus auch auf der Webseite geduzt werden. Wenn ich einen recht jungen Kundenstamm anspreche.

Wenn ich ein Luxushotel habe, dann würde ich meine Gäste natürlich mit einer ganz anderen Sprache, mit anderen Wörtern ansprechen.

Du oder Sie – Das ist abhängig von der Zielgruppe deines Hotels und wie du mit deinem Gast vor Ort sprichst

Juliana: Da muss ich mir im klaren sein: Wer ist mein Kunde und was möchte mein Kunde?

Vielleicht wie spreche ich auch mit meinem Kunden, wenn der vor mir steht. Das hilft dann schon mal, dass man sich Wörter zurechtlegen kann, die man benutzen möchte. Und auch absolute No-gos klarstellen kann. Welche Wörter man jetzt überhaupt nicht auf seiner Webseite oder in seinen Texten haben will. Das ist auch ganz wichtig, dass man weiß, okay was will ich aber auch was will ich nicht.

In der Kürze liegt die Würze – Gäste wollen wissen: Warum ist das Hotel gut für mich?

Juliana: Grundsätzlich würde ich sagen, kürzer ist fast immer besser, gerade für Hotels. Gäste die ein Hotel buchen möchten, wollen nicht wahnsinnig lange Texte lesen. Die wollen kurz und knackig wissen,

  • warum ist dieses Hotel oder Resort oder Hostel das richtige für mich?
  • Was bietet es an?
  • Vielleicht für den Geschäftsreisenden: Gibt es eine frühen Check-In,
  • für Familien: Gibt es ein Extrabett oder ein Kinderbett für mein Zimmer?

Sowas muss ganz klar, gerne auch in Stichpunkten bei der Zimmerbeschreibung stehen.

Die Zimmerbeschreibung gerne in Stichpunkten und keine Bleiwüsten…

Juliana: Auch wenn ich das Hotel vorstelle, da sind ein paar Schlüsselwörter wesentlich besser, als ein großer Textblock. Der wirkt fast überfordernd und die Leute von der Webseite verjagen kann.

Valerie: Das fällt mir auch ab und zu auf. Gerade wenn man überlegt, dass viele Gäste mobil buchen und dann scrollst du da auf deinem kleinen Smartphone-Display durch ewig langen Text, bis du mal zum Buchen-Button kommst oder so. Die Usability der Webseite ist dann schon mal schlecht, aber daran muss man eben auch beim Texten denken. In welchem Format sieht sich der Gast die Seite an? Sitzt er am Desktop, wo viel Platz für Text ist oder besucht er die Seite über das Smartphone auf dem der Platz beschränkt ist.

In welchem Format sieht sich der Gast die Seite an?

Juliana: Ganz genau. Das ist auch sehr, sehr wichtig, dass man sich darüber Gedanken macht. Vor allem weil viele Leute die buchen auch nicht beim ersten Mal, wenn sie auf die Webseite kommen, sondern suchen nach einem Hotel für den nächsten Urlaub, auf dem Smartphone, während sie im Zug sitzen.

Wenn sie ewig scrollen müssen um nützliche Informationen zu finden, dann kann es gut sein, dass sie relativ schnell wieder verschwinden und beim nächsten Hotel schauen. Wenn sie dort sofort finden was sie suchen, dann bleibt ihnen dieses Hotel eher im Gedächtnis. Und zuhause am Computer surfen sie dann eher auf die übersichtliche Seite und schauen sich die nochmal an.

Wer schreibt fürs Hotel?

Valerie: Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten, wie ein Hotelier an Text kommt. Das könnten Hoteliers selbst machen, da fehlt vielleicht oftmals die Zeit und die Expertise. Dann fällt mir ein, sie könnten sich eine Agentur holen. Wie siehst du das? Selber texten oder eine Agentur beauftragen?

Sollten Hotels ihre Texte selbst schreiben? Schreiben kann ja jeder…

Juliana: Man kann seine Texte schon selber schreiben wenn man vielleicht schon Erfahrung damit gemacht hat. Ansonsten würde ich davon echt abraten. Es dauert schon mal relativ lange, bis man gute Texte geschrieben hat. Auch erfahrene Texter brauchen Zeit. Das schreibt nicht schnell, schnell. Egal ob es ein Text für die Webseite ist oder eine kurze Zimmerbeschreibung. Texte brauchen Zeit. Das denkt man sich immer, weil die Texte kurz aussehen.

Valerie: Das wollte ich auch gerade sagen. Das ist so ein bisschen, Schreiben kann ja jeder, lernt man in der Schule im Deutschunterricht. Das geht ja ganz schnell.

Schlechte Texte kosten… Buchungen

Juliana: Ja, aber wenn man sich hinsetzt, kommt man schon ein bisschen ins Grübeln und merkt schnell, dass es vielleicht doch gar nicht so einfach ist. Manchmal ist die Tendenz, dass man irgendwas schreibt, damit was da steht. Aber ich würde absolut davon abraten, denn damit tut man sich selbst keinen Gefallen. Das Geld das man für eine Agentur oder einen Freelancer spart, verliert man dann über Buchungen, die man nicht bekommt, weil Gäste nicht verstehen, was man auf der Webseite sagen möchte.

Agenturen sind meistens nicht auf Hotels spezialisiert

Valerie: Du hast gerade Freiberufler angesprochen hast. Ich hab auch schon in Hotels gearbeitet, die mit Agenturen zusammengearbeitet haben und das ist ja schon ein bisschen Massenabfertigung. Die sind meistens nicht spezialisiert auf die Hotellerie, sondern haben halt einfach einen Kundenstamm, den sie betreuen. Ich will keine Agenture bashen, auf keinen Fall. Es finde einfach dass Individualität verloren geht. Wenn es jetzt keine Hotelkette ist oder eine Kooperation oder eine kleine Hotelgruppe, dann sind die Häuser, die daran angeschlossen sind, doch sehr unterschiedlich. Man kann die nicht, wie bei einem Kettenhotel, alle haben immer Frühstück von 7.00 bis 10.00 Uhr oder immer Kingsize-Betten oder irgendwas anderes. Es ist immer sehr individuell.

Texte müssen so individuell wie das Hotel sein

Valerie: Da würde ich doch auch, wie soll ich sagen, von Agenturen abraten und sagen, such dir einen Texter, der sich auf dein Hotel einstellen kann. Der sich so um dein Hotel kümmert, damit es so individuell dargestellt wird, wie es ist. Wie siehst du das? Wie würdest du den Vergleich ziehen, zwischen Agentur und Freelancer?

Juliana: Im Grund genommen, stimme ich dir zu. Gerade bei größeren Agenturen, kann das oft Massenabfertigung sein. Auch wenn sie nicht auf die Hotellerie spezialisiert sind, fehlt vielleicht auch das Feingefühl, welche Worte verwendet man, was sind so die gängigen Begriffe, die man verwendet. Es gibt schon auch PR Agenturen, die sind spezialisiert auf die Hotellerie, die würden dieses Wissen mitbringen. Es ist dann nicht garantiert, dass das dann eine sehr individuelle Kundenbetreuung. Es gibt Agenturen, die sind so groß, dass jedes Mal wenn man anruft, hat man jemand anderes am Telefon. Man erreicht kaum seinen Kundenbetreuer. Das ist wirklich schade.

Es gibt kleinere Agenturen, bei denen man den Texter kennt. Den man auch direkt anschreiben kann und noch ein bisschen mehr Informationen zu seinem Hotel geben kann. Es kann mit Agenturen schwierig sein und es ist nicht immer die beste Lösung. Der Preis ist auch so eine Sache. Die Arbeit mit einer Agentur kann schon recht teuer werden.

Valerie: Wie gehst du vor, wenn du von einem Hotel als Texter gebucht wirst? Fährst du hin und schaust dir das Hotel an oder siehst du dir nur die Webseite an?

Der Texter muss das Konzept verstehen

Juliana: Das kommt auf den Kunden an. Wenn zum Beispiel die Webseite für ein Hotel geschrieben werden soll, dann muss ich natürlich das Konzept verstehen. Wen möchte dieses Hotel erreichen? Was sind die Leistungen, die angeboten werden? Wie sehen die Zimmer aus? Was gibt es im Hotel noch? Ist da ein Pool dabei? Bieten sie Aktivitäten für Kinder? Gibt es spezielle Angebote für Business-Gäste?

Das ist natürlich ganz wichtig, dass ich das weiß, um schon mal ein Gefühl für das Hotel zu bekommen. Damit ich dann natürlich darüber schreiben kann.

Wenn jetzt ein Hotel möchte, dass ich vorbeikomme und dann vielleicht einen ganzen Tag verbringe oder vielleicht mehrere Tage, das kann auch sein. Dann ist das natürlich mit höheren Kosten verbunden, weil ich dann mehr Zeit aufwende. Es kann auch funktionieren, wenn der Kunde viele Fotos, Videos oder Renderings usw. schickt, um ein Gefühl für das neue Haus bekommen. Dann kann man davon auch schon sehr gute Texte schreiben.

Ich hab das beispielsweise mit einem Kunden, das ist eine Cruise Line, die ganz exklusive Flusskreuzfahrten in Asien anbieten. Die haben ihre Webseite komplett erneuert und da haben sie mir zum Beispiel ihre Wireframes gezeigt, wie die Webseite aussehen soll. Die haben genau gesagt, hier brauchen wir eine lange Überschrift, hier wollen wir eine kurze Überschrift, hier wollen wir so viele Stichpunkte zu den Zimmern. Da hatte ich schon wirklich eine sehr, sehr gute Vorstellung davon, wie die Seite aussehen soll, wo gehört vielleicht mehr Text hin, wo wird ein Bild beschrieben usw. Das ist natürlich auch sehr hilfreich, wenn man das sieht, dass man auch weiß, okay wie viel Text wird da wirklich gebraucht.

Gutes Briefing ist das A & O

Juliana: Nicht jede Webseite hat gleich viel Text. Das natürlich auch wichtig, dass der Kunde sich ein bisschen Gedanken gemacht hat und das man da dann auf einen gemeinsamen Nenner kommen kann. Das man darüber sprechen kann, was genau notwendig ist. Dann kann es auch schon losgehen, dass ich ein Brainstorming mache, erste Ideen sammele und das auch mit dem Kunde bespreche und einen ersten Entwurf schicke. Den kann er natürlich auch kommentieren und ich bearbeite den bis er passt.

Valerie: Du hast vorhin die Zielgruppe angesprochen. Das ist natürlich immer schwierig für Hotels, denn die haben meistens „alle“ als Zielgruppe. Also alle Menschen der Welt…

Definiere Deine Zielgruppe!

Valerie: Kriegst du das so hin, dass der Hotelier sagt, das ist unsere Zielgruppe und die wollen wir erreichen? Und wie divers kann ein Text sein auf einer Webseite? Das würde mich auch interessieren.

Juliana: Ja, das kann schon ein bisschen schwierig sein. Wenn ich frage, wer ist der ideale Gast oder Kunde? Und dann erhalte ich die Antwort: alle. Das macht es schon schwierig. Wie vorhin schon erwähnt, wenn ich einen jungen Reisenden anspreche und einen Geschäftsreisenden oder eine Familie – das sind ganz andere Gruppen. Deshalb ist es schon wichtig, dass sich der Hotelier zumindest ein bisschen Gedanken macht, wer jetzt da die Hauptzielgruppe ist. Klar, andere Gäste sollen sich nicht ausgeschlossen fühlen oder über die Webseite rauskommt, dass sie überhaupt keine Familien mit Kindern wollen. Aber es muss schon klar sein, wer ist der Hauptmarkt?

Wer ist dein Wunschkunde?

Juliana: Für diesen Markt würde man dann schreiben. Wenn das auch noch andere Gäste anspricht, dann ist das super. Das heißt ja nicht, nur weil das ein bisschen mehr Richtung Business gepolt ist, das das jetzt für andere total uninteressant ist. Die fühlen sich dann vielleicht ein bisschen weniger angesprochen. So hat man dann wieder den Vorteil, dass man seine Zielgruppe besser abholt.

Hol deine Zielgruppe ab – mit passenden Texten. Finde deine Tonalität!

Valerie: Wie machst du das mit der Tonalität? Ein drei Sterne Hotel spricht anders, als ein fünf Sterne S Hotel. Wie gehst du vor und wie findest du das raus?

Juliana: Das ist was, das man wirklich im Kundengespräch klären muss. Wenn ich mit einem Kunden über die neue Webseite spreche, dann schaue ich mal,

  • wie präsentiert der sein Hotel?
  • Was sagt der Kunde selbst über sein Hotel?
  • Wie beschreibt er das?
  • Wie beschreibt er seine Gäste?

Dann kann ich mir bestehende Materialien anschauen. Vielleicht nicht die alte Webseite die komplett überarbeitet werden muss, das nicht unbedingt. Aber andere Texte die zum Beispiel für Marketing-Zwecke verwendet werden. Was gibt es für Schlüsselwörter, die immer wieder vorkommen? Wie werden Gäste in E-Mails angeschrieben? Dann kann der Kunde durchaus schon Material schicken, die sie aktuell verwenden. Die kann er mir zukommen lassen, ich schau mir das an, um ein Gefühl für das Hotel zu bekommen und wie sie ihre Gäste ansprechen möchten.

Aus Erfahrung würde ich sagen, hat man schon ein Gefühl, wie würde man für ein drei Sterne, fünf Sterne oder ein Hostel schreiben. Das kommt mit der Zeit, dass man dafür ein Gefühl entwickelt. Dann natürlich der erste Entwurf, da gibt der Kunde auch Feedback. Da sagt er, er würde es so oder so sagen, vielleicht schwungvoller, vielleicht ein bisschen mehr für Businessgäste. Gerade bei der Überarbeitung vom ersten Entwurf, da kann man auch noch viel machen mit der Tonalität und wie Gäste genau angesprochen werden.

Wo findest du Texter und gibt es eine Plattform?

Valerie: Wo findet man den Texter für Hotels? Klar, Google ist dein Freund, aber gibt es auch eine Plattform auf der Hoteliers suchen können? Neulich hab ich wieder eine Anzeige auf Instagram gesehen für Texter, die pro Wort bezahlt werden. Finde ich schwachsinnig, denn ein Texter der ordentliche Texte liefert, soll auch ordentlich bezahlt werden.

Wie findet man denn Texter, wenn man nicht mit einer Agentur zusammenarbeiten will?

Juliana: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen einfach googeln, einfach mal eingeben „Werbetexter Hotellerie“ oder Copywriting – so wird das auch oft genannt, das ist halt der englische Begriff für Werbetexter – da findet man schon einiges. So findet man auch Leute die auf Hotellerie spezialisiert sind. Ich weiß nicht genau, wie viel es da im deutschsprachigen Raum gibt. Es gibt ein paar und ich würde auch empfehlen, jemanden zu suchen, auch wenn er nicht auf Hotellerie spezialisiert ist, aber schon mal für Hotels geschrieben hat.

Dann gibt es noch LinkedIn. Da sind auch ganz viele Texter zu finden und über LinkedIn kann man dann auch schon sehen, mit wem die vorher schon gearbeitet haben. Manchmal posten die Sachen, die sie für ihre Kunden geschrieben haben und haben einen Link zur Webseite auf der man sehen kann mit dem die gearbeitet haben.

Freelancer posten ihre Referenzen auf Linkedin

Juliana: LinkedIn ist eine gute Quelle. Dann weiß ich dass manche über Facebook zu finden sind oder auch Instagram. Ich selbst nicht, aber ich kenne ein paar, die ihre Kunden dort finden und ihre Arbeit vorstellen. Ich denke Google und LinkedIn.

Diese Texterbörsen die du erwähnt hast, ja die gibt’s, aber davon würde ich wirklich abraten. Da weiß man oft nicht, wer den Text schreibt. Man hat keine persönlichen Kontakt mit der Person und kann nicht telefonieren, sondern stellt da eine Beschreibung vom Projekt rein und wartet dass ein komplett fremder Mensch einen Text schreibt. Das sind oft Angebot wo es heißt, wir schreiben ihnen eine Homepage für 50 Euro. Wenn ich sowas höre, dann muss eigentlich wissen, dass da nichts gutes dabei rauskommen kann. Das ist verschwendete Zeit und verschwendetes Geld.

Finger weg von Textbörsen – Das ist verschwendete Zeit und verschwendetes Geld

Juliana: Da würde ich eher mit einem anständigen freien Texter oder einer Agentur zusammenarbeiten. Auf keinen Fall mit diesen Börsen.

Valerie: Davon würde ich auch abraten. – Hast du noch drei konkrete Tipps für gute Texte? Worauf kommt’s an?

Drei Tipps für gute Texte

Juliana: Einer wäre für die Sprache die man verwendet, wenn man sich anschaut, wie schreiben einen die Kunden an. Was sagen die Kunden, wenn man mit denen spricht? Was ist denen wichtig? Was gefällt denen? Was bekommen der General Manager, der Front Office Manager oder die Mitarbeiter immer wieder zu hören?

Diese positiven Punkte und Schlüsselwörter würde ich sammeln und die wären schon mal super auf der Webseite unterzubringen. Das wäre schon mal wichtig, weil man die Sprache des Gastes verwendet und kann damit die Gäste wiederum ansprechen.

Sammle Schlüsselwörter und setze sie auf die Webseite

Juliana: Noch ein guter Punkt ist: kurz und auf den Punkt gebracht. Das ist wirklich so wichtig. Ich weiß, wenn man sein Hotel beschreiben will, dann hat man so viel zu sagen, weil das Hotel so toll ist und so viel zu bieten hat und man will am liebsten alles auf diese eine Seite packen. Man will mit dem potenziellen Gast alles teilen, aber der hat keine Zeit und keine Lust, um das alles zu lesen. Also wirklich kurz und prägnant und auf den Punkt gebracht, das ist ganz ganz wichtig und wird leider viel zu oft übersehen.

Kurz und auf den Punkt schreiben!

Juliana: Und als letzten Punkt, würde empfehlen, den Text nochmal von einer unbeteiligten Person lesen zu lassen. Sei es von einer Agentur schreiben lassen oder einem Freelancer, dass man da, bevor der online geht, nochmal jemand drüber lesen lässt, der im Hotel mitarbeitet. Eine andere Person, die noch nicht an dem Projekt mitgearbeitet hat und das ganze mit frischen Augen anschauen kann und Feedback dazu geben kann. Das wäre ein wichtiger Punkt, um nochmal einen letzte Schliff reinzubringen.

Valerie: Vielen Dank Juliana!

Juliana: Danke dir!

Lese- und Hörempfehlung

Daniela Rorig hat ein Buch geschrieben „Texten können“. Ich lese es gerade und empfehle es jedem der mit Texten zu tun hat. Sie bietet darin wirklich hilfreiche Tipps und Tricks. Im Content Performance Podcast von Benjamin O’Daniel und Fabian Jaeckert hat sie sich über Texte unterhalten.

„Wie du bessere Website-Texte schreibst: Case Study mit Daniela Rorig“

Außerdem lege ich dir Daniela’s Webseite textmatters.org ans Herz. In ihren Blogbeiträgen gibt sie weitere Tipps, mit denen du besser texten lernst.

„Schrei nicht so. Wie du echt überzeugende Verkaufsseiten schreibst.“

Marike Frick weiß was Journalisten wollen. Auf ihrer gleichnamigen Website wasjournalistenwollen.de gibt sie in ihrem Blog Tipps, wie du deine Pressearbeit selbst zum Erfolg führst.

„Storytelling im Business: Was du von Journalisten lernen kannst“

Und ein Podcast und Blogbeitrag aus meinem Archiv: „So wird deine Hotel-Website zur Buchungsmaschine und macht Besucher zu Buchern!“

Über die Gesprächspartnerin: Juliana Hahn, Hospitality Copywriting

Juliana Hahn hat sich als Texterin auf die Hotellerie spezialisiert und schreibt seit mehreren Jahren für führende Unternehmen der Branche Webtexte. Bevor sie sich in die Welt des Content Marketing stürzte, hat sie Hotelmanagement studiert und in vielen fernen Ländern in der Restauration gearbeitet. Heute lebt sie in Mainz und reist noch immer gerne um die Welt. Zu finden ist sie auf www.hospitality-copywriting.com.

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