5 Tipps für Suchmaschinenoptimierung und wie du unabhängiger von Online-Reisebüros wirst

5 Tipps für Suchmaschinenoptimierung fuer deine Hotel-Website
5 Tipps für Suchmaschinenoptimierung fuer deine Hotel-Website

„Wenn Sie auf Google nach Hotels suchen und ein Hotel zur Buchung auswählen, können Sie den Buchungsvorgang in einigen Fällen komplett auf Google ausführen.“ So steht es auf der Google Hilfeseite mit weiteren Tipps wie Gäste ihr Hotel über Google buchen können.

Nun wird es wirklich eng, oder? Nicht das die ersten Plätze auf Seite 1 bei der Suchmaschine schon durch die Online Travel Agencies besetzt sind, nein jetzt greift auch noch die Suchmaschine selbst die potenziellen Bucher ab!

Gibt es überhaupt noch eine Chance für deine Hotel-Website auf Seite 1 zu kommen? Diese Frage habe ich zwei Experten für SEO und Content gestellt.

Hör dir diese Episode an! Wenn du lieber liest, kommt hier – zugegeben: sehr ausführlich – der Artikel für dich!

Die Macher vom Content Performance Podcast im Interview

Valerie: Herzlich Willkommen Benjamin und Fabian. Schön, dass ihr da seid und vielen Dank dass ich mit euch über Suchmaschinenoptimierung sprechen darf.

Stellt euch doch kurz vor, wer seid ihr und was macht ihr?

Fabian Jaeckert: Vielen Dank für die Einladung.

Ich bin seit 15 Jahren Suchmaschinenoptimierer und nebenbei mach ich auch Google Ads als zertifizierter Partner. Ich programmiere auch und bei uns in der Agentur mit Benjamin kümmere ich mich hauptsächlich um das technische SEO. Also die technische Suchmaschinenoptimierung, betreue die Google Ads Kampagnen für unsere Kunden und mache auch die Web Analytics.

Benjamin O’Daniel: Ich bin der Zweite im Bunde, der Benjamin. Ich bin gelernter Redakteur und Texter und kümmere mich um alle Content Themen. Suchmaschinenoptmierung ist ja sehr technisch aber auf der anderen Seite ist eben das Thema Content sehr stark geworden.

Fabian und ich kennen uns schon aus dem Studium. Wir haben erst mal alleine gearbeitet und vor ein paar Jahren haben wir uns auch beruflich gefunden.

Wir haben eine gemeinsame Agentur, also eine Zwei-Mann-Agentur.

Und wir kennen uns ja über unseren Podcast. Wir reden in unserem Content Performance Podcast über SEO und teilen ein bisschen unser Wissen.

Valerie: Das ist echt ein toller Podcast. Ich bin ganz begeistert und höre ihn rauf und runter, seit ich ihn entdeckt habe.

Haben Hotel-Webseiten noch eine Chance über Google gefunden zu werden?

Valerie: Heute sprechen wir über Suchmaschinenoptimierung für Hotel-Webseiten. Was allen Hoteliers auf der Seele brennt:

Können Hotel-Webseiten noch auf Google Seite 1 landen?

Benjamin: Die Hotelbranche ist ja eine sehr traditionsreiche Branche und ich finde auch eine sehr selbstbewusste Branche. Und jetzt hat man die letzten 10 Jahre gesehen, dass die OTAs – oder wir sagen Plattformen, wie Booking usw. – sich einfach so davor geschaltet haben. Das ist das was jeder Hotelier merkt. Und die Plattformen sind vor allem stark, in den transaktionalen Suchen auf Google.

Also wenn ich nach „Hotel Berlin“ oder „Wellness Hotel München“ oder „Wellness Hotel Bayern“ oder Schwarzwald oder sowas suche, bei diesen transaktionalen Suchen sind die OTAs einfach wahnsinnig stark. Sowohl bei Google Ads, als auch bei den organischen Suchergebnissen.

Das ist erst mal ein Fakt und dadurch steigt auch die Abhängigkeit der Hotels.
Und wenn man sich das auch in anderen Branchen ankuckt, dann kann man davon aus gehen, dass diese Abhängigkeit auch weiter steigen wird. Wenn man nichts dagegen tut.

Vielleicht auch ein Vergleich: Wir sehen das auch bei den Online Shops. Es gibt viele Online Shops, die sind schon wahnsinnig abhängig von Amazon. Die merken das auch und die bekommen immer mehr die Luft abgeschnürt.

Wie sehr bist du bereit in deine Unabhängigkeit zu investieren? Minute 04:10

Benjamin: Und es die Frage: Wie sehr bin ich bereit in meine Unabhängigkeit zu investieren und da auch anzugreifen?

Valerie: Wie könnten Hoteliers denn angreifen? Wie könnten sie es schaffen, dass sie wieder Land gewinnen?

Fabian: Also als Suchmaschinenoptimierer gehe ich immer erst von der Keyword-Seite heran. Also von der Suchbegriffseite. Da hat man wenig Chancen, wenn man genauso wie die Plattform arbeitet und versucht alles abzudecken.

Sondern es geht darum, dass man wirklich sehr spitz optimiert und sich auf die Suchbegriffe fokussiert, hinter denen die relevanten Besucher rsp. Gäste stecken.

Zum Beispiel, wenn ich ein Wellnesshotel im Hunsrück betreibe, dann ist „Wellness Hotel Hunsrück“ mein Hauptsuchbegriff und dann muss ich darauf optimieren. Da werden die Plattformen auch schon eigenen Seiten dafür haben.
Und dann ist es die Aufgabe des Hotels zu versuchen, daran vorbei zu kommen.

Man kommt nicht umhin auch stark umkämpfte Suchbegriffe anzugreifen, aber eben dann mit eine spitzen Fokus. Das klappt noch ganz gut. Ich arbeite auch schon sehr lange für Hotels und damit erreicht man eben seine Zielgruppe sehr genau. Das klappt auch im transaktionalen Bereich und man erhält da Direktbuchungen ohne den Umweg über die Plattformen zu gehen.

Transaktionelle und informationelle Suchbegriffe – Minute 05:50

Benjamin: Noch eine Ergänzung dazu. Bei Google gibt es ja die klassischen transaktionellen Suchen, also zum Beispiel „Hotel Eifel“ oder „Hotel buchen“ oder so.

Es gibt aber auch sehr viele informationelle Suchen generell bei Google. Und das ist eine Einflugschneise in die man auch reingehen kann. Ich möchte das mal an einem
Beispiel verdeutlichen.

Ich gehe gerne wandern mit meiner Frau. Wenn ich jetzt in der Eifel gerne wandern möchte, dann suche ich natürlich irgendwann auch ein „Hotel Eifel“. Aber vielleicht suche ich vorher noch nach „Wanderwegen in der Eifel“. Oder nach „Wanderrouten in der Eifel mit Kind“. Ich habe also erst mal andere Fragen die ich klären möchte und danach kommt erst die Hotelbuchung.

Und dann kann man sich ja fragen, wenn man ein Familienhotel in der Eifel hat, ob man nicht da hilfreichen und nutzwertigen Content entwickelt, der eben auf die Zielgruppe genau passt.

Ich bin ein Familienvater und suche dann nach „Wanderwegen mit Kind“ und lande auf einer Hotel-Webseite und bekomme dort super hilfreiche Informationen und dann hab ich mein Hotel. Ohne dass ich nach „Familienhotel Eifel“ gesucht hab.

Über diesen informationellen Weg wird man dann gefunden, innerhalb seiner Zielgruppe und erreicht die Leute in einem Wettbewerbsumfeld das nicht so umkämpft ist.

Die transaktionalen Begriffe sind extrem umkämpft bei Google. Da hat man eben Google Ads oder man hat die großen Plattformen vorne in den ersten Ergebnissen.

Je informationeller es wird, je mehr Chancen hat man, da noch wirklich gute Positionen zu erreichen.

Das sind die zwei Wege. Das was Fabian beschrieben hat, das harte Haupt-Keyword ernst nehmen und angreifen und auf der anderen Seite sich zu fragen, was für hilfreichen Content kann ich noch drum herum bauen.

Google liebt hilfreichen Content. Google hat den Auftrag für sich selbst einfach gute Suchergebnisse zu präsentieren, damit der Nutzer weiterkommt mit seiner Frage.

Relevante und hilfreiche Inhalte und holistischer Content? Minute 09:00

Valerie: Eine Episode auf eurem Podcast die ich ganz toll fand, war die „Holistischer Content: Da findet man alles“. Ich habe eine Episode zum Thema Corporate Blog im Hotel die Episode „5 Gründe für ein Corporate Blog im Hotel“ aufgenommen.

Ist es das was man braucht um noch zu ranken oder die Zielgruppe zu erreichen oder ist es wichtiger, dass die Produktseiten ordentlich aufgezogen sind und holistischen Content beinhalten? Wie steht ihr zum Bloggen?

Benjamin: Also das Thema bloggen wird ja groß und heiß diskutiert. Wir haben halt immer den Eindruck das sehr viel gesagt wird, ihr müsst alle bloggen. Und viele, gerade auch kleine Unternehmen sagen, oh Gott jetzt muss ich das auch noch machen und dreimal die Woche irgendwas schreiben. Mir fällt doch gar nichts ein.

Und das jetzt mal umgedreht: Warum? Was will ich eigentlich erreichen?

Um gut zu ranken braucht man nicht zwangsläufig einen Blog. Man braucht schon hilfreichen und nützlichen Content. Aber man muss sich nicht selbst versklaven und sagen jetzt muss ich fünf Artikel pro Woche veröffentlichen.

Eher im Gegenteil. Wir gehen eher den umgekehrten Weg und sagen, finde erst mal heraus

  • was für dich die wichtigen und relevanten Keywords sind
  • was für dich die wichtigen Themenbereiche sind

und dann mach dir einen Plan.

Das können dann 10-20 Themen sein, aber die sind es dann halt auch.

Mit der Meinung ecken wir auch durchaus an. Es gibt viele Befürworter die sagen, auf jeden Fall bloggen! Das ist auch klar. Denn viele machen gar keinen Content und bloggen ist eine Möglichkeit um einzusteigen. Aber eben nicht die Einzige.

Fabian: Wenn ich ein bisschen aus SEO-Sicht erzählen darf. Das ist ein bisschen eine Yucca Palmen Geschichte. Das kommt aus den Frühzeiten der Suchmaschineoptimierung, dass man immer aktuelle und neue Inhalte braucht, um gut bei Google zu stehen.

Das begegnet uns teilweise heute noch, dass jemand sagt, ich mach einen Blog, weil Google liebt das ja, dass ich immer neue Artikel schreibe. Das ist einfach Quatsch.

Das ist nicht richtig und das braucht man nicht. Es geht darum, dass man gute Inhalte hat und die können auch ruhig mal zwei Jahre da liegen, wenn die noch aktuell und gut sind.

Ein Blog ist – wie jede andere Website auch – eine Möglichkeit Content online zu stellen. Und auf einer statischen Seite auf der man über „Wanderwege in der Eifel“ schreibt, kann man das genauso gut wie im Blog.

Die Fragen zu Suchmaschinenoptimierung von meiner Community – Minute 12:00

Valerie: Ich hab vor unserem Gespräch meiner Community die Möglichkeit gegeben, Fragen zu Suchmaschinenoptimierung zu stellen. Daraus hab ich fünf Fragen ausgewählt, die ich an euch weiterleiten will.

Eine davon lautet: Fünf einfache Tipps was Hoteliers jetzt sofort tun können, um ihre Website zu optimieren.

Benjamin: Vielleicht mal vorab. Das mit den einfachen Tipps ist immer so eine Sache. Jeder hätte gerne so einen Zaubertrick und muss nur an einer Sache drehen und Bum! Platz eins und der Rubel rollt.

So einfach ist es leider nicht mehr. Wir haben aber ein paar Tipps dabei.

Tipp 1: Seite analysieren: Wo stehe ich? Minute 13:00

Fabian: Der erste Tipp ist, wenn man wirklich die transaktionalen Keywords, die wertvollen Keywords angreifen will, dann gibt es den schnellen Tipp nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei, dass man mit irgendeinem Hack sich schnell auf die erste Ergebnisseite katapultiert.

Es geht darum, wenn man wirklich mit SEO anfangen will, dann ist man gut damit beraten sich erst mal ein Konzept zurecht zu legen.

Dafür ist es wichtig die Seite zu analyieren:

  • wie steht meine Seite überhaupt
  • was hab ich alles schon
  • wie ist mein Ranking jetzt
  • wo möchte ich gerne angreifen
  • wie stehen meine Unterseiten – vielleicht hab ich da auch schon welche die gut ranken

Viele Hotels sind ja schon lange dabei und machen auch schon lange Suchmaschinenoptimierung. Die wurden vielleicht auch schon beraten und können auf einen Fundus zurückgreifen.

Es ist meiner Meinung nach extrem wichtig, das nochmal zusammen zu fassen und eine Strategie zu erarbeiten. Danach kann man in eine Richtung arbeiten. Man muss sich zielgerichtet die wichtigen Keywords raussuchen.

Tipp 2: Wonach sucht meine Zielgruppe? Was sind die Keywords?

Benjamin: Thema Keyword Strategien, kann ich gerne weitermachen.
Das ist das was ich vorhin auch schon angesprochen habe. Jeder Hotelier weiß, welche Zielgruppe er hat. Betreibt er ein Tagungshotel, ein Wellnesshotel oder liegt der Schwerpunkt auf Wanderer oder im Sportbereich.

Welche Fragen hat meine Zielgruppe eigentlich? Nach was suchen die wirklich?

Da sollte man tiefer in die Keyword Recherche einsteigen und das prüfen.

  • Gibt es da ein Suchvolumen?
  • Suchen 50 Leute danach oder 500?
  • Sind es regionale Suchen?

Das ist nichts, was man einfach mal so in 10 Minuten erledigt.

Aus diesen Keywords heraus entwickelt man einen Themenplan. Und legt die Themen fest, die man auf seiner Seite haben möchte.

Und du hast vorhin von holistischem Content gesprochen. Das heißt, vereinfacht gesagt, dass man ausführlichen Content entwickelt. Das ist dann der nächste Schritt.

Wir kommen zu unseren Kunden und machen ein SEO-Konzept am Anfang und sagen, kuck mal hier mit dieser URL stehst du schon auf Platz 3. Vielleicht fangen wir da mal an und kucken, ob wir auf Platz 1 kommen.

Null Content zum Kernthema? Warum? Minute 15:00

Benjamin: Oder das ist doch dein Kernthema, warum hast du dazu Null Content auf der Seite?

Es gibt auch total viel Wissen intern, auch über die eigene Kundschaft, aber das findet man nicht auf der Website. Das ist ganz oft so. Dann ist die Website nur eine platte „Visitenkarte“. So nach dem Motto, kurz und knapp und drei Sätze reichen.

Dann ist es schwierig bei Google zu ranken. Google liebt hilfreichen, nützlichen und ausführlichen Content.

5 Tipps für Suchmaschinenoptimierung auf Hotel-Webseiten

Tipp 3: Linkbuilding! Aber bitte unbezahlt! Minute 16:40

Fabian: Wir haben jetzt ganz viel über Content gesprochen.
Der zweite wichtige Rankingfaktor bei Google sind Links. Also Links die von außen auf meine Website kommen. Das heißt es ist wichtig, dass man dafür sorgt, dass andere Websiten auf die eigene Website verlinken.

Und ganz wichtig: freiwillig!

Viele schlaue Leute haben angefangen, durch die Gegend zu laufen und andere Leute dafür zu bezahlen dass sie Links auf ihre Seite setzen.

Das verstößt gegen die Google Richtlinien und im Zweifelsfall fliegt man ganz raus.

Ganz wichtig ist, das man sich überlegt, wer könnte denn freiwillig einen Link auf meine Seite setzen. Habe ich Kooperationspartner, vielleicht auch regional vor Ort, mit denen ich zusammenarbeite. Oder zum Beispiel die Kaffeemühle, die mir den Kaffee liefert, hat noch keinen Link auf mich gesetzt. Dort kann man Kooperationen gut eingehen.

Je mehr gute und freiwillige Links man bekommt, desto höher steigt man in der Google Relevanz insgesamt. Desto stärker, kräftiger und gehaltvoller wird sozusagen das Vertrauen, dass Google in meine Seite hat.

An das Linkbuilding sollte man immer denken, auch wenn man mit Leuten spricht. Wenn es sinnvoll ist und relevant und der Link freiwillig gesetzt wird.

Tipp 4: User Signals – Nutzer Signale! Minute 18:00

Benjamin: Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Nutzer Signale.

Jeder kennt die Sternchen Bewertungen, positive Rezensionen, sind einfach wahnsinnig wichtig. Ich geb da gerne wieder ein Beispiel aus meinem letzten Wanderurlaub.

Wir waren in einem Wanderholte in der Eifel und ich hatte eine üble Blase am Fuss.
Und der Hotelier selbst hat meine Blase verarztet. Ich hab das noch nie erlebt. Völlig schmerzfrei hat der sich meinen Fuß genommen und sich darum gekümmert.

Ganz ehrlich, der hat damit unseren Wanderurlaub gerettet. Denn ich wäre keine Stunde gelaufen, weil ich nur noch Schmerzen gehabt hätte.

Dann hat er gesagt, als Dankeschön, schreib mir in mein Gästebuch.

Und ich dachte so, der Ansatz ist gut, aber ich schreib dir eine öffentliche Rezension auf Google. Und nicht in dein Gästebuch, weil da sind schon 80 Rezensionen.

Und wenn der Hotelier das ein bisschen weiterdenkt, dann sagt der vier Wochen lang „schreib mir ne Rezension bei Google“, „schreib mir ne Rezension bei Tripadvisor“ usw.

Damit baut er auf allen Kanälen positive Nutersignale auf.

Der Gedanke dahinter war auch einfach gut. Er hat ein elemantares Problem seiner Kundschaft gelöst und wirklich geholfen. Das ist etwas ganz anderes als nur eine Flasche Wein hinzustellen und zu sagen „Gib mir eine positive Bewertung“. Dann sagen die Leute, „vielleicht trink ich auf einfach nur die Flasche Wein.“

Das ist eine einfache Möglichkeit ehrliche und positive Begeisterung auszulösen und eine gute Bewertung zu erhalten.

Die Gäste gehen super happy aus dem Hotel raus und dann ist es nur ein kurzer Schritt mit dem man Bewertungen einsammeln kann.

Wie sehr sich das auf das Ranking auswirkt ist wieder so ein Blick in die Glaskugel.
Aber vom User aus gedacht, liest der einfach positive Bewertungen und sieht, dass das nette Leute sind, die weitergeholfen haben. Dann sage ich als User, ja cool, da möchte ich gerne mal hin.

Tipp 5: Lohnt sich Suchmaschinenoptimierung überhaupt für mein Hotel? Minute 20:00

Fabian: Die Frage die sich Unternehmer immer stellen, wenn es um SEO geht, ist „Wer macht das denn für mich?“

Viele machen es selber, aber ich denke, wenn jemand ein Hotel führt, hat der besseres zu tun, als sich um seinen Content zu kümmern.

Auf der anderen Seite sind Agenturen natürlich gerade für kleine Hotels oft zu teuer. Der Aufwand wird generell erst mal gescheut und hinterfragt, ob sich das überhaupt lohnt.

Oft ist es so, dass es im Hotel meistens schon jemand gibt, der sich um die Website kümmert. Der die PR macht. Der die Texte schreibt, vielleicht auch für die Broschüren usw. Diese Person kann man weiter ausbilden lassen. Die hat richtig Lust sich mit Online Marketing auseinander zu setzen. Das sind oft die, die die Facebook Seite betreuen und Business Community Management betreiben. Die kann man auf einen Workshop schicken, damit er dort SEO lernt. Dort kann sie lernen, wie sie Texte erstellt, nach dem und dem Schema und mit dieser Strategie. Damit lässt sich schon richtig viel erreichen.

Wir haben in unseren Workshops die Erfahrung gemacht, dass oft gar nicht die Geschäftsführer selbst kommen, sondern jemanden schicken, der sich dafür richtig interessiert. Der kommt dann zurück mit einem ordentlichen Konzept und mit der Lust das umzusetzen und in den Alltag einzubauen.

Suchmaschinenoptimierung ist viel Alltagsarbeit. Immer wieder neu optimieren, sich die Seite ankucken, was hat es gebracht und immer wieder nacharbeiten.

Benjamin: Ja das ist auch das was wir am Anfang gesagt haben mit den einfachen Tipps. Wenn man das wirklich ernst nimmt, also vom Konzept, über den Content über den Linkaufbau, über Nutzersignale dann ist das ein richtiger Marketingposten.

Dafür braucht man jemanden, der das mit einem Zeitbudget auch erfüllen kann und sollte.

Denn und das muss man einfach sagen, der SEO – Kanal zahlt sich unglaublich aus. Für jeden der über die organischen Suchergebnisse abschließt, zahlt der Hotelier keine Provision. Das ist eine Investition in die eigenen Unabhängigkeit. Wenn die User sehen, schau mal die geben da Tipps und nützliche Informationen und er fühlt sich angesprochen, dann zahlt sich das immer wieder aus.

Google Analytics & Search Console: Wie kommen die Besucher auf meine Seite? Minute 23:50

Valerie: Ihr habt vorhin von Keyword Recherche gesprochen. Die Voraussetzung dafür sind die Daten aus Google Analytics oder der Search Console, oder? Also um herauszufinden, wie der User auf meine Seite kommt oder über welche Begriffe.

Fabian: Dazu muss man sagen, dass die Search Konsole und Analytics dir nur die Daten liefern, die du eh schon hast. Das ist eine gute Beschreibung des IST-Zustands meiner Website. Auf dieser Basis kann man aber keine Strategie entwickeln und nicht herausfinden wo sich denn meine Zielgruppe wirklich aufhält.

Vielleicht weiß ich das noch gar nicht. Vielleicht hab ich Suchbegriffe noch gar nicht auf der Website drauf stehen. Das heißt sie tauchen auch nicht in der Search Console auf.

Wichtig ist, dass man die Keyword Recherche möglichst breit und umfangreich macht. Dafür gibt es Tools. Mit denen kann man zum Beispiel auch die Wettbewerber analysieren, von denen man weiß, dass die gut stehen und schon viele relevante Besucher auf der Website haben.

Ein Tool zur Keyword-Recherche – Minute 25:00

Fabian: Das geben kostenlose Tools einfach nicht her. Es ist auch schwierig jetzt genau zu sagen, welches Tool das richtige ist. Das ist auch ein Teil in unserem SEO-Workshop, dass wir mit den Teilnehmern darüber sprechen, welche Tools man wie bedient und welche Informationen man daraus gewinnt. Denn es gibt auch Unterschiede zwischen den Ländern. Es gibt Tools die sind eher auf Deutschland spezialisiert und es gibt welche mit internationaler Datenbasis.

Was man sich mal ankucken kann, ist das Tool „Keywordtool.io“. Da bekommt man in der kostenlosen Version schon relativ viel raus. Das ist ein bisschen das erweiterte Google Suggest. Immer wenn man bei Google etwas tippt, bekommt man Suchvorschläge, die andere vorher schon gesucht haben. Dieses Tool treibt das ein bisschen auf die Spitze, indem es einfach alles wegsammelt und noch ein paar Daten dazu aggregiert. Das deckt die Suchintention aller Besucher, die bei Google etwas suchen, ab.

Das kann man ausprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Markt überhaupt tickt oder wie die Leute ticken, die in einer bestimmten Region nach Hotels suchen.

DAS Keyword für Platz 1! Minute 26:50

Valerie: Es kam noch die Frage rein, ob es ein Keyword gibt mit dem man sofort auf Platz 1 rankt?

Benjamin: Das ist auch wieder der Ansatz, wie krieg ich hier die schnelle Nummer hin.

Es geht eher um den umgekehrten Weg. Welche Keywords sind für mich als Unternehmen wertvoll? Wo bin ich bereit zu investieren? Also Arbeitskraft, Budget usw. Dabei geht es in der Regel um ein umkämpftes Keyword. Wenn man halt zu „Hotel München“ ranken wollte, war das vor 15 Jahren kein Problem. Das war damals auch schon schwierig, aber heute ist der Markt noch voller und dichter.

Und man sieht ja auch dass die Plattformen sich untereinander starke Konkurrenz machen. Es kommt immer mehr auf das Konzept an und die grundsätzliche Strategie. Und dafür braucht man einen langen Atem. Das führt auch manchmal zu Enttäuschung, weil man sagt, Mensch da hab ich jetzt 3 Monate was gemacht. Wir betreiben auch Portale und mit vielen Themen stehen wir heute auf Platz 1-3, aber die bearbeiten wir seit 3-4 Jahren.

Es geht halt heute nicht mehr ZACK! BUMM! und nächste Woche hab ich das Thema abgehakt. Da trennt sich auch die Spreu vom Weizen, hab ich den Eindruck. Das interessante ist, wenn man dann auf den vorderen Positionen steht, boah wie hast du das gemacht, das will ich morgen auch. So geht es nicht.

Wenn man sich erst mal eine Position erarbeitet hat, wird man nicht so leicht vom Thron gestoßen.

Hotels buchen mit den Google Diensten – Minute 29:00

Valerie: Über Google kann man ja auch Hotels buchen. Wie beeinflusst das die Suchmaschinenoptimierung? Google wäre ja doof, diese Seite ranken zu lassen und dann den Besucher an diese Seite zu verlieren.

Fabian: Das ist ein Trend, den gibt es schon seit 14 Jahren. Die Google Flugsuche gibt es auch schon länger. Da wird Google auch direkt an den Provisionen beteiligt. Und das gibt es jetzt eben auch für Hotels. Ich weiß nicht wie das Provisionsmodell da ist, aber letztendlich ist es noch ein Block mehr, der sich oben in die Ergebnisse reinschiebt. Auf die hat man also Hotel selbst keinen Einfluss.

Wenn man sich für ein transaktionales Reise-Keyword mal die Suchergebnisse ankuckt, dann hat man oben 2 – 3 Ergebnisse. Das sind in der Regel Plattformen, weil die das größere Budget haben. Dann kommt diese Integration die du angesprochen hast, die Google Hotelsuche. Das sind letztendlich auch bezahlte Ergebnisse. Und ganz unten kommen dann irgendwann die „kostenlosen“ SEO-Ergebnisse.

Das heißt der Besucher muss sehr lange scrollen und darf oben nicht hängen bleiben, bis er irgendwann auf dem unteren Ergebnis ist. Da sieht man noch mehr wie wichtig es ist für die informationellen Suchergebnisse gut zu stehen. Das man die Leute vorher schon auf der Seite hatte und auf sich aufmerksam machen konnte. Eben für Suchbegriffe wo noch nicht viel Wettbewerb ist und wo es auch noch keine Google Hotelintegration gibt.

Marketing Trend 2019: Usability ist das A&O! Minute 30:00

Valerie: Also gut. Wir haben es jetzt geschafft, dass der User auf unserer Seite gelandet ist. SEO-technisch alles richtig gemacht.

In der t3n habe ich dem Artikel „Marketing-Trends 2019: Das können wir nächstes Jahr erwarten“ gelesen, dass aus SEO-Sicht die Usability (UX) der Trend ist. Wie steht ihr dazu?

Fabian: Also Usability beschreibt die Nutzbarkeit der Website. Und wir sind der Meinung – und das ist nicht die generelle Meinung aller Suchmaschinenoptimierer – dass die Nutzererfahrung auf der Website auch ein Ranking Faktor ist.

Das heißt, wenn Google irgendwie mitkriegt, das jemand auf der Seite nicht das gefunden hat, wonach er gesucht hat, ist das eine schlechte Nutzererfahrung, auch für Google. Denn Google hat denjenigen ja auf die Seite geführt.

Also wenn die Seite

  • nicht funktioniert
  • technisch nicht einwandfrei ist
  • zu lange Ladezeiten hat
  • der Text ist nicht lesbar ist oder zu klein geschrieben ist
  • sich auf dem Mobilgerät anders verhält als auf dem Desktop
  • der User viel scrollen muss

dann wertet das Google als negative Erfahrung, die der Benutzer macht. Das sorgt dafür – das ist die Theorie an der Sache – dass man eventuell auch bei den Suchergebnissen weiter nach hinten rutscht, weil Google sagt, so eine Seite wollen wir nicht vorne stehen haben.

Benjamin: Das ist die technische Seite und auf der anderen Seite gibt es die Nutzersicht.

Wenn ein Gast über ein Buchungsportal extrem schnell und komfortabel buchen kann, dann muss das Hotel halt auch den Anspruch haben, dass das auf der Hotel-Website genauso einfach und komfortabel funktioniert.

Wir erleben es auch oft bei Kundenprojekten und sagen dass sie an der Technik eben diese und jene Punkte verbessern müssen.

Das ist dann der IT-Dienstleister der an der Website erst mal Sachen verbessern muss. Zum Beispiel kaputte Links, Formulare die nicht super schnell funktionieren usw. Das sind ganz viele verschiedene Punkte die am Ende die UX verbessern sollen.

Man muss sich auch immer vor Augen führen, die Leute suchen nur noch – oder überwiegend – über das Smartphone. Wenn die Seite dann einfach nicht bedienbar ist, dann führt das zu Abbrüchen. Oder die User gehen genervt von der Seite zu einer Plattform und sagen, da weiß ich dass es klappt.

Insofern ist es ein Mega-Trend der uns auch immer begleitet und wir dann sagen, dass sind die SEO-Maßnahmen, das sind die Content-Maßnahmen und das ist das was du noch an der Technik verbessern musst.

Das ist auch wieder eine Investition. Manche Hotels sind da sehr weit und haben auch schon sehr gute Websites, andere haben da einen Investitionsstau. Dann wird es natürlich immer schwieriger.

Valerie: Ein wahnsinnig interessantes Thema, was ihr da macht. Vielen Dank für das tolle Gespräch!

Benjamin: Ja sehr gerne. Es hat uns auf jeden Fall Spaß gemacht!

Fabian: Ja es ist manchmal recht technisch. Wir hoffen du konntest was mitnehmen und Valerie vielen Dank für die Einladung.

Hörempfehlungen zum Thema Suchmaschinenoptimierung

Ich bin auf Benjamin und Fabian über ihren Content Performance Podcast aufmerksam geworden und daraus möchte ich dir noch fünf Episoden empfehlen!

  1. Was ist guter Content?
  2. Praxisbeispiel Linkaufbau
  3. Mobile Traffic vs. Desktop Traffic
  4. Die Flugsuche von Google  
  5. Fünf SEO-Tipps für 2019

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„7 Hebel für Online Marketing im Jahr 2019“ auf SEOKRATIE.de

„Produkttexte schreiben, die verkaufen: Inspirierende Beispiele & umfangreiche Tipps“ auf SEOKRATIE.de

Es ist schon Ironie, daß Trivago im eigenen Businessblog über Suchmaschinenoptimierung für Hotels schreibt. 😄„Die Top 3 SEO-Tipps, mit denen Sie Ihre Hotel-Webseite für das Jahr 2019 bereit machen“

Wie weit bist du mit deiner Suchmaschinenoptimierung?

Antworte mir gerne im Kommentarfeld unter diesem Artikel!

Über die Interviewpartner: Benjamin O’Daniel und Fabian Jaeckert 

Suchmaschinenoptimierung für Hotels

Benjamin O’Daniel ist ausgebildeter Redakteur, Texter und Content-Marketing-Manager. Er schreibt seit 2001 Texte und ist Lehrbeauftragter an der TH Köln im Studiengang Online-Redakteur. Fabian Jaeckert ist seit 2004 Suchmaschinenoptimierer und zertifizierter Google Ads Partner. Gemeinsam betreuen sie Unternehmen im deutschsprachigen Raum und bieten SEO-Seminare an. Im Content Performance Podcast teilen die beiden jede Woche ihr Fachwissen über Suchmaschinenoptimierung.

Podcast Episode #34 5 Tipps für Suchmaschinenoptimierung und wie du unabhängiger von Online-Reisebüros wirst

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