Kurioses in der Hotellerie: Das Frühstück

Warum wird Orangensaft serviert und andere Säfte stehen zur Selbstbedienung am Buffet? Warum bringen Servicemitarbeiter*innen Kaffee an den Tisch und den Tee müssen wir uns selbst holen? Ist das das “draußen nur Kännchen” für Frühstücksbuffets in Hotels?

Wieder mal haben Ingo und ich einige Kuriositäten gefunden. Dieses Mal geht es um die Eigenarten beim Frühstück. Existiert ein #Teetrinkergate in Hotels? Warum werden Hotelgäste schlechter behandelt als Frühstücksgäste à la carte? Und wer hat das mit den Butterflocken in Eiswasser erfunden?

Auch diese Folge in der Kategorie “Kurioses in der Hotellerie” haben wir vor Corona, genauer Anfang 2020, aufgenommen. Deshalb gehen wir auch dieses Mal nicht auf die Krise ein und finden das ist gut so. Die Veröffentlichung haben wir aus Rücksicht auf die gebeutelte Branche verschoben; wollen sie dir aber nun nicht länger vorenthalten.

Viel Spaß beim hören! Und falls du Wünsche und Anregungen, Fragen oder Verbesserungsvorschläge hast – schreib mir gerne! Oder kommentiere unter diesem Beitrag.

Shownotes

03:01 Rührei mit Speck und fünf Marmeladen zur Auswahl – lecker!
03:42 Kostet ja auch was 😉
04:05 Lasst mal die Kirche im Dorf
04:47 Bloß die Zimmernummer nicht vergessen!
05:08 Vor dem “Guten Morgen” sag die Zimmernummer! Sonst geht gar nichts
06:41 Es gibt auch eine charmantere Art nach der Zimmernummer zu fragen
07:05 Eigentümliches im Fünf-Sterne-Haus
07:32 Kaffee oder Tee?
07:44 Orangensaft wird serviert – andere Säfte gerne am Buffet…
08:25 Orangensaftgate
08:37 Wir haben morgens Durst!
08:59 Teetrinker müssen auf Service verzichten
10:00 Externe Gäste werden bedient – Hotelgäste werden schlechter behandelt
11:06 “Anweisung von oben” – Bitte?!
12:23 Gäste bekommen schlechte Abläufe mit
13:33 #Teetrinkergate
14:49 TeeUNKulturland England… auch nicht besser
15:23 Deshalb trinkt man in England Tee mit Milch
16:45 Inhabergeführte Hotels: Das perfekte Frühstück!
17:36 Lasst den Bienen die Waben
18:19 “Keine Brötchen mitnehmen”
22:05 Die Butterflocke in Eiswasser
25:40 Der Tischmülleimer – eine typische deutsche Erfindung
27:11 Bitte Milch und kein Kaffeerahm
29:38 Landestypische, regionale und saisonale Kost bitte sehr
32:35 Ingo’s kuriosestes Erlebnis
33:37 Eine Geschmacksexplosion! Toast, Butter, Marmelade und…
37:35 Ingo’s Blog Reisewahnsinn entstand aufgrund solcher Kuriositäten
38:11 Der Reisewahnsinn Galley Talk Podcast

Über den Gesprächspartner: Ingo Busch – www.reise-wahnsinn.de

Ingo Busch betreibt seinen Blog “Reise-Wahnsinn” bereits seit 2009 und dieser gehört zu den führenden Reise-Blogs. Seine Themen sind Flugreisen und Hotels. Als Luftfahrtexperte ist Ingo auch gefragter Gesprächspartner u.a. im ARD Morgenmagazin. Neben dem Reise-Blog, den Ingo als geliebtes Hobby betreibt, ist Ingo Datenschutz-Berater und war schon mehrmals hier im Podcast zu Gast. Seit 18. September 2019 spricht Ingo regelmäßig in seinem eigenen Podcast “Reise-Wahnsinn Galley Talk” mit seiner Gesprächspartnerin Lou Lou über die Fliegerei.
author avatar
Valerie Wagner Journalistin und Podcasterin
Ich bin Valerie Wagner. Meine Formate sind Text und Podcast und auf meinem Blog, im Podcast und meinem Newsletter zeige ich dir wie du gute Texte schreibst und deine Podcast-Sendung on Air bringst!

3 Kommentare

  1. Super, das Ganze mal von der anderen Seite zu hören.
    Bin seit 30 Jahren in der Gastro (5 Sterne, wenn das relevant ist) und habe schon vieles erlebt. Gäste, die Frühstück gebucht haben, die nicht wissen, was für sie gebucht wurde und Gäste die nicht frühstücken wollen und nicht zu vergessen diese, die frühstücken möchten, es aber nicht bezahlen möchten.
    Bei 400 Frühstücken innerhalb weniger Stunden kann das Abfragen der Zimmernummern, erklären des Buffets und Platzieren der Gäste schon mal zur Challenge werden. Auch, wenn man (Gast) die Zimmernummer vergessen hat und den Namen aus Datenschutzgründen nicht nennen will. Der Gast will/muss, je nach Hauspolicy/Brand, in den ersten 10 Sekunden begrüßt werden. Schwierig, wenn ich gerade einen Tisch vom Vorgänger abräume.
    Die Orangensaftchallenge ist mir auch neu, dass dieser serviert wird, während alles andere am Buffet steht, aber man lernt ja nie aus. Der Grund hierfür würde mich auch interessieren. Grosses Glas? Kein Problem! Sprechenden Menschen kann geholfen werden.
    Warum der Tee selbst zubereitet werden “muss”, kann ich auch nicht beantworten. Ich kann es mir nur erklären, dass die verschiedenen Teearten durchaus unterschiedlicher Behandlung bedürfen und der wahre Teetrinker diese Zeremonie auch gerne selbst durchführt. Ich als Kaffeetrinker ziehe mir meinen Kaffee lieber selber, dann muss ich auch nicht sooft fragen…
    Den Tee serviere ich lieber, damit wir nicht soviel Überportionierung haben. Erschreckend, wieviel Tee da manchmal reingeschaufelt wird, der Tee dann bitter wird und weggeschüttet wird. Oder wie kompliziert es ist, den losen Tee in das Sieb zu treffen. Schade drum.
    Gut recherchiert war die Brötchenkalkulation. Ich rechne seit Jahren 2,5 Brötchen pro Gast (+/- Karrenzmenge) und komme damit gut hin. Es gab mal eine Zeit, da war es morgens immer knapp und als Manager geht man dann natürlich auf die Suche. Es war ein Urlaubshotel und eine Gruppe Gäste schmierte sich jeden Tag pro Person 6 Brötchen zusätzlich, um diese mitzunehmen, die Therme nebenan mache hungrig, sie wollen wandern gehen und der Papa habe kein Frühstück gebucht, weil er morgens ja nix isst und kriege dann mittags ja auch Hunger. Nun, wie auch ein Metzger, Bäcker und und und, leben wir vom Verkauf und haben unsere Ware tatsächlich durchkalkuliert. Der Bäcker hat mir noch nie ein belegtes Brötchen zusätzlich mitgegeben, falls ich auf dem Weg nach Hause nochmal Hunger bekomme.
    Gerade bei der Frühstückskalkulation bekommt die Küche oft, nicht immer, nur einen Obulus, damit der Wareneinsatz gerade so gedeckt ist. Ein Grund dafür ist, gerade im Businessbereich, dass der Frühstückspreis nicht so hoch sein darf, da ja nur eine Summe X abgerechnet werden kann mit der Firma.
    Der Businessgast frühstückt weniger, als der Leisure Gast. Beim ersten muss es in der Regel schnell gehen, der andere lässt sich Zeit. Ist ja auch Urlaub und der Tag soll gut starten.
    Der Foodwaste ist nirgends so hoch, als beim Frühstück. Je nachdem, in welchem Land oder nach Gästestruktur schwankend, aber gegenüber allen anderen Mahlzeiten ist es die, mit dem meisten Abfall.
    Ich will das nicht gut heißen, bei soviel Hunger und Elend auf der Welt. Aber ich verstehe auch den zahlenden Gast, der, egal wann er zum Frühstück kommt, ein komplettes, gut gefülltes Buffet haben möchte und nicht drei mickrige, schon gewellte Scheiben Salami auf der Platte. Auch, wenn laut Liste (gut, dass es sie gibt), nur noch 5 Frühstücke fehlen, soll der Gast sich nicht wie auf Rudis-Reste-Rampe fühlen.
    Also wird die Platte ausgetauscht und eine neue hingestellt, wenn auch nicht so eng gelegt.
    Nachhaltig soll es ja auch sein. Auch richtig. Also – bitte keine abgepackte Butter. Butterportinierer (ab 2.500 € zu erwerben und doof zu reinigen), Butterflocken sind aus den 80er und spätestens ab 8:45 Uhr nicht mehr schön. Ja, dann doch ein Bundmesser nehmen und schneiden, wie von Euch beschrieben. Hierzu nur soviel: auch diese Butter wird nicht gefroren geschnitten…
    Wie anfangs gesagt – schön das mal von der anderen Seite zu sehen. Trotz 100er Feedbackbögen, Auswertungen von Onlinebewertung und verbaler Kommunikation mit meinen Gästen, habe ich das so noch nicht gehört.
    Danke dafür.

  2. Hallo Valerie,

    ich habe die Podcastfolge als erste Deines Podcasts und auf Empfehlung meiner Lebensgefährtin, die in der Hotellerie arbeitet, gehört und möchte auf ein paar Sachen eingehen. Ich selbst arbeite auch mit Gastronomiebetrieben und Hotels zusammen und habe dadurch einen Einblick in das Wohl und Wehe der Branche.

    Aber zum Frühstück. Das Bekümmernis, dass es Brötchen auf Zuteilung gibt und man angehalten ist, sich nichts vom Buffet mitzunehmen, kann ich mehr als nachvollziehen. Gäste können im Angsicht dieser Benefits schnell zu Buffetfräsen werden und machen sich selbst Lunchpakete, die sie nie verbrauchen können. (Beobachtung mehrerer meiner Kunden) Einer meiner Kunden berichtet auch nimmer wieder, dass er am Ende des Tages eben die vom Buffet abgezweigten Brötchen in seinen Mülltonnen findet, weil sie eben nicht verzehrt wurden.

    Und am Ende des Tages sind die Hotels eben nicht nur Kuscheldsienstleister für Gäste sonderrn auch Wirtschaftsunternehmen. Und das gilt beim Frühstück nicht nur für die Brötchen sondern aben auch für Marmelade, Salami, Käse und den berüchtigten Orangensaft.

    Denn wer kennt sie nicht….die Gäste, die zu Hause so sehr zu hungern scheinen, dass sie im Hotel ihre Mangelernährung durch Essensberge auf den Tellern ausgleichen müssen.

    Dahingehend spreche ich Deinem Podcastgast den betriebswirtschaftlichen Blick auf das Hotelwesen leider ab. Und übrigens… ja, Kaffee gibt es am Tisch… Das ist in den allermeisten, mir bekannten, Fällen eine Thermoskanne Filterkaffee und da ist nunmal nicht viel Varianz… Tee gibt es am Buffet meistens mehrere Sorten zur Auswahl, wo es dem Service schwer fallen dürfte, in der heutigen Personlasituation, auch hier an den Tisch zu servieren… das ist dramatisch…aber wohl der Grund, warum ich als Kaffeetrinker an meinem Gewicht arbeiten muss, der Ingo dagegen durch seine Marathons an den Teestand am Buffet rank und schlank sein dürfte.

    Und auch die Abfrage der Zimmernummer sehe ich völlig unproblematisch. Gerade in City-Hotels mit vielen Gästen bestünde sonst wohl recht schnell die Gefahr, dass sich Elstern einschleichen, die beim Frühstücksbuffet miträubern.

    Soviel nur zu den Punkten in der Podcastfolge, die ich nicht einfach so stehenlassen wollte.

    Ansonsten viel Spaß und Erfolg weiterhin. 🙂

    • Hallo Jens,

      vielen Dank für deinen Kommentar, den ich mir allerdings etwas konstruktiver gewünscht hätte.

      Ein Hotel ist ein Wirtschaftsunternehmen, das zu allererst die Grundbedürfnisse, schlafen und essen fern der Heimat, erfüllen soll. Als Dienstleister unterscheidet sich ein Hotel von anderen Wirtschaftsunternehmen über den Service am Gast. Die von dir angesprochenen Punkte, wie “zugeteilte Brötchen” am Buffet, sollten in jedem Hotel einkalkuliert sein und zwar in den Zimmer- bzw. Frühstückspreis.

      Tut der Hotelier das nicht – was laut deiner Kundschaft – anscheinend nicht durchgängig der Fall ist, mit Verlaub, sollte er oder sie nochmals einen BWL-Kurs besuchen. Genauso frage ich mich, wie deine Kunden “sehen” können, dass die Brötchen in der Tonne, von den Gästen stammt. Und wie viel schmeißt er selbst in die Tonne, weil zu viel gerichtet war?

      Dein Kommentar und die Erzählungen über deine Kunden zeigen auch, dass die Erwartungen von Hotelier und Gast meist sehr weit auseinander liegen. Genau diese Lücke, sollte diese Podcast-Folge schließen.

      Grüße und auch dir viel Erfolg weiterhin!
      Valerie

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*