Google Pay, Alipay, Apple Pay: Digitale Bezahllösungen für die Hotellerie

Google Pay, Alipay, Apple Pay_ Digitale Bezahllösungen für die Hotellerie
Google Pay, Alipay, Apple Pay_ Digitale Bezahllösungen für die Hotellerie

Ich hab neulich eine Umfrage in meinem Newsletter versendet und darin gefragt, welche Themen meine Leser interessieren. Das Ergebnis: Aktuelle Bezahlmodelle für Hotels. In meinem Podcast „Datenleaks und digitales Bezahlen in der Hotellerie – Im Gespräch mit Max Waldmann von conichi“ habe ich mich mit Max Waldmann von Conichi bereits darüber unterhalten. Und heute spreche ich mit concardis über neue Bezahlmodelle in der Hotellerie. In den meisten Hotels in denen ich tätig war, hatte ich concardis als Zahlungssystempartner. Doch mit Google Pay, Apple Pay oder Alipay kommen neue Herausforderungen auf die Branche zu.

Und wenn du lieber liest, kommt hier der Artikel für dich.

Digitale Bezahllösungen von concardis

Valerie: Herzlichen Willkommen Bodo und Andre. Stellt euch bitte kurz vor, wer seid ihr und was macht ihr?

Bodo Becker: Vielen Dank für die Einladung in deinen Podcast. Ich bin Bodo Becker und seit 26 Jahren in der Payment-Branche tätig. Drei Jahre bei der Lufthansa AirPlus, drei Jahre bei der Dresdner Bank und nun seit über 20 Jahren bei concardis. Ich verantworte hier den Bereich Value-Added-Services und insbesondere unsere spezifische, vollintegrierte Hotellösung. Natürlich mit den Zusatz-Features DCC (Dynamic Currency Conversion), Alipay und das ganze im Face-to-Face-Geschäft am Front Office.

Andre Wagemann: Auch von meiner Seite vielen Dank für die Einladung zu deinem Podcast. Ich bin seit zwei Jahren bei concardis als Manager E-Commerce angestellt und unterstütze in dieser Rolle insbesondere die Touristik-Kunden, also auch Hotels, bei der Einrichtung und Optimierung digitaler Bezahlprozesse.

Digitales Bezahlen durch concardis

Valerie: Ich hatte in den meisten Hotels in denen ich tätig war, Kartengeräte von concardis und habe mit euch zusammengearbeitet. Jetzt macht ihr mit Sicherheit nicht nur Kartengeräte… Wie groß ist euer Portfolio?

Bodo: Erst mal hast du in der Vergangenheit eine gute Entscheidung getroffen, wenn du mit concardis zusammengearbeitet hast. Wir sind der absolute Marktführer in der Hotelbranche und wir haben eine vollintegrierte Lösung mit unserem concardis Payment Gateway zu den vier Top PMS-Systemen.

Unsere Integration deckt eine Integration ab mit Oracle, Protel und Infor. Mit den drei PMS-Anbieter allein 700 Hotels voll integriert am Netz. Da haben wir nicht nur die großen Kettenhotels wie Steigenberger, Lindner oder B&B. Wir haben auch die Pentahotels live und wir arbeiten mit über 20’000 Hotels in der DACH-Region kooperativ zusammen. Also wir haben absolut das größte Hotelportfolio im Vergleich zu unseren Mitbewerbern. Und das liegt auch daran, weil wir in der Vergangenheits so Trends wie DCC oder Pre-Auths (Vorabauthorisierungen) im Nachtlauf, Alipay oder Referenznummernübergabe frühzeitig erkannt haben.

Wenn du da frühzeitig dabei bist, haben wir die Marktführerschaft ausgebaut. Der große Vorteil von unserer Gateway-Lösung ist: Die ist komplett IP-basiert und kann somit in ganz Europa über die Ländergrenzen eingesetzt werden. Allein in Europa bzw. weltweit unterstützen wir 14 Basiswährungen, 55 DCC-Karteninhaber-Währung und soweit ich den Markt einschätzen kann, gibt es keinen in Zentraleuropa der mehr Währungen anbietet, als die concardis.

Wir haben unsere strategischen Positionen in der Vergangenheit auch noch ein bisschen erweitert. Wir ermöglichen den Hotels jetzt durch die strategische Kooperation mit Hotelbird die komplette Customer Journey App-basiert abzuwickeln und somit digitalisiert abzudecken.
Das fängt bei der Buchung an bis zur digitalen Schlüsselgenerierung und geht weiter mit dem Check-In und hört zum Schluss erst beim Payment auf, wenn der Kunde das Hotel verlässt.

Wir haben alle Channels die du im Hotel bedienen kannst, ob online, offline oder Face-to-Face oder auch App-basiert im Portfolio erhältlich.

Start your Pay Engine – Bezahlvorgänge im E-Commerce

Valerie: Auf eurer Website steht auch „Start your Pay-Engine“ und dabei geht es um Bezahlvorgänge im E-Commerce. Andre, wo liegt denn deiner Meinung nach der Need der Hotellerie beim digital Payment oder bei der Online-Bezahlung?

Andre: Aus meiner Sicht – und spiegeln auch die letzten Gespräche mit unseren Kunden wider – gibt es drei Kernpunkte beim Thema Bezahlen, mit denen die Hotellerie Probleme hat.

Das eine ist das Thema Datenschutz in Zusammenhang mit sensiblen Bezahldaten. Jeder Hotelmanager kennt das, wenn man die Kreditkartendaten vom Kunden per E-Mail zugesendet bekommt, als Beispiel. Das zweite ist das Thema Sicherheit, zum Beispiel Fake-Buchungen. Da wird ein Zimmer reserviert, der Gast kommt nicht, also betrügerische Buchungen. Und der dritte Punkt ist die hohe Flexiblität, die der Bezahlprozess haben muss. Wir haben verschiedene Raten, stornierbar oder nicht stornierbar, die eigene Internetseite oder die OTA-Buchungen von booking oder HRS. Das heißt der Bezahlprozess muss extrem flexibel sein und das ist, glaube ich, eine der größten Herausforderungen für die Hotelbranche.

Wie du digital Payment einrichtest

Valerie: Wie funktioniert das Einrichten von digital Payment? Kannst du eine kurze Anleitung geben, worauf es ankommt?

Andre: Auch hier gibt es drei verschiedene Wege für das Hotel, um Buchungen zu erhalten.

  1. über die eigenen Website, also über die IBE, also Booking Engine
  2. über die Portale, das funktioniert meistens über einen Channelmanager, worüber die Buchungen eingespielt werden
  3. oder die typischen Buchungen über Telefon oder E-Mail

Wir sind heute bereits mit unserer Pay Engine, die schon angesprochen hast, als Multichannel-Plattform, sind die meisten IBEs und Channelmanager voll integriert. Wir arbeiten gerade an daran weitere Anbindungen zu schaffen. So besteht für das Hotel gar kein technischer Aufwand mehr.

Für die Telefonbestellungen haben wir ein eigenes Produkt entwickelt, das nennt sich Paylink.
Der Hotelier kann dem Gast ein Zahlungslink zukommen lassen, entweder per E-Mail oder per SMS. Der Gast kommt mit einem Klick auf den Link auf eine Landingpage, die im Design des Hotels gestaltet ist, und kann dort mit seinem bevorzugten Zahlmittel bezahlen. Für das Hotel hat das den Vorteil dass die drei Probleme gelöst werden: Flexibilität bei der Bezahlung für den Gast, Datenschutz der sensiblen Zahldaten und die Sicherheit durch eine gesicherte E-Commerce-Zahlung. Das ist damit abgedeckt.

Apple Pay, Google Pay, Alipay – Welche digitalen Bezahllösungen brauchst du?

Valerie: Auf eurer Website schreibt ihr über Apple Pay, Google Pay und Alipay. Was braucht ein Hotel um diese Zahlarten anbieten zu können? Funktioniert das auch vor Ort oder nur online?

Bodo: Das funktioniert Face-to-Face. Wir bieten diese Zahlarten direkt am Front Office und voll integriert mit unseren PMS-Anbietern an. Wir bieten das aber auch über die Standalone Geräte an. Wenn ein Hotel keine Integration hat, schalten wir überall Alipay frei, wenn es sinnvoll ist. Und gerade Alipay erfreut sich immer größerer Beliebtheit, insbesondere in Regionen wie München, Frankfurt, Stuttgart und natürlich an allen Flughäfen. Wir haben eine hohe Frequenz in Neuschwanstein und in diversen Regionen ist Alipay überhaupt nicht mehr wegzudenken.

In Kürze werden wir auch diese Zahlverfahren alle im Online-Bereich anbieten. Aber ich glaube da kann Andre mehr dazu sagen.

Andre: Dazu kann ich noch ein bis zwei Sachen zu ergänzen zum Thema Online Payment. Wir sind gerade dabei, Apple Pay, Google Pay und Alipay in die Schnittstellen zu den Hotelsystemen zu bringen und werden da in Kürze weitere Zahlmittel anbieten. Zum Beispiel Paypal, Sofortüberweisung, Lastschrift oder demnächst auch Wechat-Pay.

Wie sieht es mit der Datensicherheit aus?

Valerie: Bei den ganzen Bezahlmöglichkeiten ist Sicherheit natürlich sehr wichtig. Gerade nach dem Datenleak bei Marriott sind Kunden und Gäste vorsichtiger geworden. Ihr seid selbstverständlich zertifziert im PCI-DSS, das heißt im Payment Card Industry Data Security Standard, wie schützt concardis die Daten noch?

Bodo: Für concardis ist es selbstverständlich dass alle unsere Lösungen PCI-DSS zertifziert sind und den aktuellen Sicherheitsanforderung entsprechen. Das ist bei uns das Kerngeschäft.
Bei den integrierten Lösungen haben wir auch eine sichere TLS1 Übertragung und von Interface zu Interface, die ganze Wegstrecke auch innerhalb des Hotels verschlüsselt.

Seit gewisser Zeit bieten wir auch nur noch einen Token an, den wir in das Hotel zurückliefern, der dort gespeichert wird und auf dieses Token kann man Popup-Reservierungen oder Caputring beim Check-Out machen. Dementsprechend und durch die Token-Lösung ist man recht schnell durch die PCI-DSS Zertifizierung durch. Das heißt jedes Hotel, was unseren Token benutzt, hat einen relativ kurzen Fragebogen. Das spart Zeit in der IT und Zeitersparnis ist auch immer ressourcenschonend.

Valerie: Wie kann ein Hotelier mit euch in Kontakt treten?

Bodo: Wir haben einen ganz differenzierten Vertrieb. Wir haben natürlich Key-Accounts für die individuelle TOP Hotelkunden-Betreuung und da erreicht ein Hotel immer den persönlichen und direkten Ansprechpartner. Wir haben für regionale Hotels haben wir 10 Regionen in Deutschland, wo wir Kundenmanager draußen auf der Straße haben. Insbesondere bei einer integrierten Lösung ist eine Vorort-Beratung besser. Selbstverständlich können all unsere Produkte über unsere Homepage bestellt werden.

Valerie: Vielen Dank für das Gespräch.

Fazit

Digitale Bezahllösungen für die Hotellerie sind nicht mehr wegzudenken. Zunächst ist die Anbindung an diese Systeme essentiell – bereits in Lebensmittelläden kann ich mit meinen Smartphone bezahlen. Insbesondere die Datensicherheit spielt eine große Rolle. Gerade nach den Sicherheitslücken bei Marriott

Und jetzt interessiert mich: Wie können deine Gäste bei dir bezahlen? Antworte im Kommentarfeld unter diesem Artikel!

Über die Gesprächspartner: Bodo Becker und Andre Wagemann 

Bodo Becker ist Senior Product Manager bei Concardis und verantwortet den Bereich Value Added Services sowie die integrierte Payment-Lösung für das Front Office im Hotelbetrieb. Dafür greift er auf 26 Jahre Payment-Erfahrung zurück – 20 Jahre davon bei Concardis.

Andre Wagemann berät als Sales Manager im interdisziplinären eCommerce Competence Center von Concardis Kunden zu innovativen Bezahllösungen im E- und M-Commerce. Sein Spezialgebiet ist dabei die Hotel- und Reisebranche. Das Payment-Geschäft hat er von Grund auf bei Concardis gelernt.

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