9 Dinge, die mir egal waren, bevor ich mit dem Podcasten begonnen habe

Auf der Suche nach Inhalten für meinen Newsletter, Blog und Podcast hab ich mal die Suchmaschine angeschmissen und geschaut was andere so übers Podcasten schreiben. Da gibt es haufenweise Texte über die Frage, warum du podcasten solltest, wieso ein Podcast das Medium, Format, whatever ist, und weshalb du genau jetzt damit starten solltest. Und es gibt Texte und Podcastfolgen die heißen „10 Dinge die ich gerne gewusst hätte, bevor ich mit dem Podcasten startete“. Ich bewundere die Autoren solcher Texte, denn ich hab mir darüber nie Gedanken gemacht. Vielleicht bin ich zu pragmatisch, aber ich konnte es ja nicht (besser) wissen. Vorher.

Ich hab ehrlicherweise auch vor meinem eigenen Podcast keine Podcasts gehört. Das hat erst ungefähr 2019 angefangen. Also zwei Jahre nach dem Start meiner ersten Sendung Hotel-O-Motion on Air. Ups.

Warum ich mit dem Podcasten anfing?

Ich hatte mir einen Blog über digitales Hotelmanagement aufgebaut. Damit bin ich am 01. Januar 2017 online gegangen. Und ziemlich schnell hatte ich alles was ich wusste, dort veröffentlicht. Die Resonanz war, naja, ausbaufähig. Genau das, der fehlende Austausch, macht mir keinen Spaß. Ich wollte diskutieren, Gespräche über Hotelmanagement führen und dadurch auch dazulernen. Also brauchte ich einen neuen Plan und Podcasts waren damals wieder im Aufschwung.

Meine erste Frage war also: Wie kommt so eine Sendung überhaupt online? Und wie nehme ich die überhaupt auf? Und wie funktioniert das, wenn ich mit meinem Gesprächspartner nicht am selben Ort bin? Was brauche dafür, damit das Ding online überhaupt gefunden wird? All diese Fragen hab ich mir gestellt und mich auf die Suche begeben. Am 18. November 2017 ging dann meine allererste Podcastfolge online.

1.    Mir waren die Hörer:innen egal, ich habs für mich gemacht

Klingt total egoistisch, ich weiß und Marketingspezialisten werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich werde mich im Laufe meiner Text & Podcast Folgen im Magazin und auch im Podcast wiedersprechen, denn natürlich brauchst du eine Hörer-Persona. Wie für alles, was du tust, wenn du damit irgendwas (Geld, Ruhm, Ehre) erreichen willst. Doch als ich gestartet bin, war mir das wurscht. Ich wollte lernen, wie ich podcaste.

2.    Ich hab mir kein Ziel gesetzt

Ich wollte testen wie ein Podcast bei meiner Zielgruppe, die ich ja durch den Blog und Social Media ein bisschen aufgebaut hatte, ankommt. Und interessanterweise war ich (aber irgendwie in der Nachbetrachtung passt es auch wieder zur Branche) die erste deutschsprachige Podcasterin über digitales Hotelmanagement. Viele die danach kamen, behaupten das zwar von sich auch, aber naja 😉. Es war klar für mich, wenn mir das irgendwann keinen Spaß mehr macht, bringts nichts mehr und dann hör ich auch auf. Mittlerweile habe ich fünf Sendungen. Zudem hab ich eine externe und eine interne Sendung für zwei Kunden aufgebaut, die erfolgreich weiterlaufen.

3.    Regelmäßigkeit war mir egal, ich veröffentliche wenn es mir passt

Weil mich am Anfang eh niemand gehört hat, hab ich vogelwild veröffentlicht. Die hochangesehene Kontinuität war mir wurscht, es war ja niemand da dem es aufgefallen wäre.

4.    Bei mir gab es keinen perfekten Schnitt

Ich hab angefangen mit iMovie meinen Podcast zu schneiden. Meine Interviews hab ich mit Skype aufgenommen. Nur beim Mikrofon, da war mir von Anfang an Qualität wichtig und ein richtig gutes Starter-Mik ist und bleibt für mich das Podcaster von Rode mit USB-Anschluss.


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5.    Ich hab mich nicht als Expertin positioniert

Ich hab mir von Anfang an Interviewgäste eingeladen. Ich wollte ja was dazulernen und mich austauschen oder diskutieren. Es war mich auch egal, ich wollte gute Inhalte mit Substanz. Für die, die sich das irgendwann mal anhören. Heute, im Text & Podcast Podcast ist das anders. Dafür hab ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und führe einen Monolog.

6.    Ich hab jedem von meinem Podcast erzählt

Meine Familie, meine Freunde, alle mussten sich das anhören oder zumindest ansehen. Auf Instagram und Twitter (Gott hab es selig) überall hab ich davon berichtet. Ich bin Netzwerken beigetreten, hab es meinen Newsletter-Abonnenten erzählt. (Ja einen Newsletter hatte ich auch schon immer, Newsletter erfahren grad auch ein „Revival“ obwohl die ja nie tot waren.)

7.    Wiedererkennung? Wofür?

Ich hab mein Podcast-Cover selbst designt. Mithilfe von canva ist das auch nicht schwer. Und ich hab es sogar mehrmals gewechselt, weil mir das eine irgendwann nicht mehr gefallen hat. Wiedererkennung durch immer gleiche Bilder oder Cover? War mir egal. Und heute denke ich, es wird überbewertet. Ein Nebenbei-Medium wie Podcast, wofür die Hörer:innen lediglich die Ohren brauchen und das Cover (hoffentlich vor allem beim Autofahren oder Joggen!) gar nicht betrachten, braucht keine Grafik von Stefan Sagmeister. Wofür auch, wenn man auf dem Smartphone die ganze Pracht eh nicht sieht.

8.    Den Podcast skripten?

Ich halte sprechen schon immer für das Tool mit dem wir Menschen uns verständigen. Wenn also vorher das Thema klar ist, die ungefähre Dauer und der rote Faden klar ist, warum sollte ich dann ablesen? Ich kann sprechen, ganz automatisch und über ein Thema das mir liegt und über das ich Bescheid weiß, sowieso. Das passiert einfach in einem Gespräch und das mache ich bis heute nicht anders. Damals hab ich darüber nie nachgedacht. Heute stelle ich mich auf meine Gesprächsparter:innen ein und versende auch einen Leitfaden.

9.    Werde ich genug Gesprächspartner finden?

Ja! Ich war gut vernetzt in der Branche und hab die Leute einfach angeschrieben. Es kann kaum jemand widerstehen, wenn er oder sie gefragt wird, über ein Thema zu sprechen. Noch dazu in einem so coolen Format wie eine Interview-Podcast! Ich hatte über 130 Interviewgäste bei Hotel-O-Motion on Air. Anfangs hab ich einfach gefragt, über die Jahre hab ich die Anfragen und Briefings professionalisiert. Heute stelle ich gewissen Ansprüche, auch was die Tontechnik auf der Gastseite betrifft, damals war mir das wurscht. Ich wollte das Gespräch!

Je ne regret rien! Ich bereue nichts, würde aber ein paar Dinge anders machen!

Hotel-O-Motion on Air war ein sehr erfolgreicher Podcast. Bis heute werden die Folgen immer noch ungefähr 200 Mal im Monat gehört. Die letzte Folge ging am 14. November 2021 online. Podcast überdauert also auch. Wer jetzt sagt, puh das ist aber nicht viel: ich bin nicht Sabine Rückert von der Zeit 😉. Stell dir mal vor die würden mir jeden Monat einen Euro geben (was sie nicht tun). Haben oder nicht haben, für einen stillgelegten Podcast finde ich das durchaus erwähnenswert.

Dennoch würde ich ein paar Dinge beim nächsten Podcaststart anders machen. Doch ob das auch so wäre, wenn ich das vor der ersten Sendung oder früher gewusst hätte, keine Ahnung. Im Text und Podcast Podcast mache ich einiges anders. Wenn du jetzt Lust bekommen hast, auch einen Podcast zu starten oder schon länger mit dem Gedanken spielst, empfehle ich dir meinen Newsletter, das Text & Podcast Magazin. Darin erhältst du regelmäßig Tipps, wie du mit dem Podcasten anfangen kannst. Ich zeige dir worauf du achten solltest und wie du einfach podcasten kannst. Interessiert? Dann abonniere meinen Newsletter.

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Valerie Wagner Journalistin & Podcasterin
Die Journalistin und Podcasterin hostet vier Sendungen. Vom Interview-Podcast “Die Podcast-Reportage” bis zum educational Podcast “Text & Podcast”. Als Co-Host betreibt sie mit zwei Partnerinen den “Format follows Story” Podcast über Geschichten und den “Die Bücherstaplerinnen” über Bücher. Sie schreibt fachjournalistisch über Digitalthemen und Audio-Formate. Berichtet in Reportagen über ihre Reisen und Wanderungen in den Alpen oder im heimischen Schwarzwald und experimentiert mit Sound Design und auditivem Erzählen.

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