Gastgeber:innen erzählen ihre Heldengeschichten!

Ein Wahnsinns-Jahr dieses 2020 und ich muss sagen: endlich ist es vorbei! 2021 wird zwar nicht besser anfangen, als 2020 geendet hat, aber wir haben wieder 365 Tage Zeit neue Geschichten zu schreiben. Und in diesem Artikel geht es um echte Heldengeschichten. Gastgeber:innen aus der Hotellerie, die die Corona-Pandemie mit all ihren Auswirkungen gemeistert haben, erzählen ihre Geschichte. Ein Stück Zeitgeschichte über ein Virus das uns alle herausfordert(e) und uns den Spiegel vorgehalten hat. Ein Virus das unsere individuellen Stärken und Schwächen gezeigt, aber uns auch als Gesellschaft gefordert hat. Und noch eine Weile fordern wird.

Anna Koschinski hat zur #HeldenStory Blogparade 2020 aufgerufen. Ich freue mich riesig, dass zwölf Gastgeber:innen ihre Heldengeschichte mit dir und mir teilen. Viel Spaß beim Lesen!

Lass dich inspirieren von großartigen Heldengeschichten – und erzähle deine #HeldenStory gerne im Kommentarfeld unter diesem Artikel.

Die Beiträge erscheinen in der Reihenfolge in der sie eingetroffen sind.

Als Städterin aufs Land und ab ins kalte Wasser! – Landhotel Bauernschmitt

Das Landhotel Bauernschmitt liegt in der fränkischen Schweiz, zwischen Nürnberg und Bayreuth. Es ist die Ausgangslange für einen sportlichen Golfurlaub, entspanntes Wellnessen oder aktive Wanderurlaube. Außerdem ist es bekannt für saisonale, fränkische Küche.

Mariam Jagne ist die neue Geschäftsführerin im Landhotel Bauernschmitt und berichtet über ihre Erfahrungen aus den letzten Monaten und ihrem Neustart, als Städterin auf dem Land.

Mariam Jagne, Geschäftsführerin im Landhotel Bauernschmitt

„Während der vergangenen Monate habe ich meinen Bachelor in Hotel- und Tourismusmanagement erfolgreich abgeschlossen und einen tollen Job als Geschäftsführerin im Landhotel Bauernschmitt in der fränkischen Schweiz ergattert. Insgesamt habe ich dreieinhalb Jahre dual studiert und bin drei bis fünf Mal in der Woche eineinhalb Stunden zu meinem Job gependelt. Daran hatte ich mich natürlich gewöhnt, aber für Freizeit blieb nicht mehr viel Zeit übrig. Zusätzlich hatte ich am Wochenende noch einen Nebenjob. Unsere Branche leidet sehr unter der Corona-Pandemie und ich hatte Angst in dieser Zeit keinen Job zu bekommen.

Ich wusste schon immer, dass ich in der Hotellerie arbeiten möchte. Für das Studium und die weiter entfernte, aber dafür bessere Stelle, hatte ich mich bewusst entschieden.

Natürlich gab es auch Tiefpunkte, in denen ich das Handtuch werfen wollte. Ich war ausgebrannt und kraftlos. Doch nach einigen Wochen, in denen ich mich durchbeißen musste, hab ich motiviert angefangen und es durchgezogen.

Meine Stärken liegen in meiner Teamfähigkeit und meiner Offenheit. In den letzten Monaten bin ich, das Stadtkind, mitten in die Pampa gezogen. Ich kannte hier niemanden und bin außerdem die Jüngste im Team – und die neue Geschäftsführung. Anfangs dachte ich, dass das etwas schwierig werden könnte, konnte jedoch auch mit meiner Offenheit punkten.

Ich habe versucht die Mitarbeiter:innen einzeln besser kennenzulernen und vor meinem Start öfter im Betrieb vorbeigeschaut. Das war mir sehr wichtig, da ich in ein eingespieltes Team kam. Außerdem legte der Senior Chef darauf viel Wert, da er nach 50 Jahren die Geschäftsleitung abgibt.

Behalte deine Ziele fest im Auge und verändere, was du schon lange ändern wolltest!

Aus der gesamten Situation habe ich eins besonders gelernt: Geduld. Auf dem Land halten zwar alle zusammen, doch Termine werden nicht zu festen Uhrzeiten abgeschlossen, sondern „vormittags“, „mittags“ oder „nachmittags“ vereinbart. Die Krise hat mich aufgeweckt. Ich habe mir niemals vorstellen können, dass wir Gäste nicht beherbergen oder bewirten dürfen. Deshalb versuche ich nun auf allen Kanälen up-to-date zu bleiben, damit die Gäste uns nicht vergessen. Wir wollen so gut es geht für die Wiedereröffnung gewappnet sein – inklusive der AHA-Regeln.

Und zum Schluss: Auch wenn es mal nicht so produktive Tage gibt, behalte deine Ziele fest im Auge. Besonders in der Hotellerie gibt es trotzdem viel zu tun. Verändere, was du schon immer mal verändern wolltest. Passe deine Website an, kümmere dich um deine Social-Media-Kanäle. Es werden wieder bessere Zeiten kommen!“

Hier geht’s zur Website vom Landhotel Bauernschmitt und über diesen Link findest du den Instagram-Account.

Warum ich eine Superheldin bin. Warum meine Familie eine Heldenfamilie ist. – Mayer’s Waldhorn

Das Mayer’s Waldhorn ist ein typisch schwäbischer Landgasthof im malerischen Dorf Mähringen, auf halber Strecke zwischen Reutlingen und Tübingen. Das Waldhorn Restaurant ist wegen der hervorragenden Küche des Eigentümers Gerhard Mayer auch überregional bekannt.

Ich habe das Mayer’s Waldhorn im Februar 2020 über Instagram kennengelernt. Victoria Mayer betreut den Instagram-Kanal ihres Familienbetriebs und ist mit der #hotelsaufinstagram Challenge auf dem sozialen Netzwerk gestartet. Sie erzählt ihre Heldengeschichte und die ihrer Familie.

Victoria Mayer vom Mayer’s Waldhorn

„Ich bin eine Planerin. Am liebsten weiß ich heute schon, was ich in dieser Woche, in diesem Monat und in diesem Jahr machen werde. Welche Dinge ich erledigen und welche Ziele ich erreichen möchte. Um das umsetzen zu können, ist eine stabile Umwelt einer der wichtigsten Aspekte. Dieses Jahr ist meine Umwelt alles andere als stabil. Stattdessen war sie geprägt von Veränderungen, Unsicherheiten und Unvorhergesehenem.

Weil es aber keine Lösung ist, den Kopf in den Sand zu stecken und abzuwarten, bis sich alles wieder normalisiert, habe ich dieses Jahr gelernt, besser damit umzugehen. Ich habe gelernt, dass ich selbst dafür verantwortlich bin, das Beste aus jeder Situation zu machen und Dinge sich gut entwickeln, wenn ich mit einem positiven Mindset an die Sache rangehe.

„Das Glück ist mit den Tüchtigen“ zitierte mein Vater vor Kurzem und was er damit meinte, sehe ich, wenn ich auf das Jahr in unserem Hotel-Restaurant zurückblicke. Trotz ungewohnter und nervenaufreibender Umstände, haben wir uns nicht unterkriegen lassen, ziemlich viel auf die Beine gestellt und Projekte für die Zukunft von Mayer’s Waldhorn angestoßen!

Unser Leitmotiv „Gastlichkeit in schönster Form“, denn darum geht es in diesen Zeiten.

Und bei all diesen strategischen Entwicklungen blieb unser Tagesgeschäft nicht auf der Strecke. Tag für Tag haben wir mit unserer Arbeit, im Hotel, im Restaurant und mit unserem Abhol-Service, unsere Gäste für einen kurzen Augenblick aus ihrem Alltag geholt und ihnen genussvolle Momente geschenkt. Die Dankbarkeit und Freude, die in den Augen unserer Gäste zu erkennen sind, die positiven Gespräche und freundlichen Worte, die ausgetauscht werden, motivieren jeden Tag aufs Neue für unsere Gäste da zu sein. Dabei immer vor Augen unser Leitmotiv „Gastlichkeit in schönster Form“, denn darum geht es in diesen Zeiten doch. Und wie großartig, dass wir täglich schöne Momente entstehen lassen können.“

Hier geht’s zur Website vom Mayers Waldhorn.

Victoria Mayer war bereits zweimal bei mir im Podcast: „Stimmen für die Hotellerie: Das Best-Practice-Beispiel auf Instagram – Mayer’s Waldhorn“ und „Gegen den Fachkräftemangel – von der Masterthesis zum erfolgreichen Personalmanagement“.

Kreativ, flexibel und mutig sein – ACHAT Hotels

Die ACHAT Hotels wollten die neue Marke – die echt guten ACHAT Hotels – zur ITB präsentieren. Doch dann kam die Pandemie und alles war anders.

Tabea Schalkowsky ist Head of Marketing bei ACHAT Hotels und erzählt über ihre Erfahrungen in der Corona-Pandemie und wie es ist in dieser verrückten Zeit eine neue Marke zu launchen.

Tabea Schalkowsky, Head of Marketing bei ACHAT Hotels

„Im August, September waren wir definitiv in einer „Hochphase“ und konnten den Umständen entsprechend gut performen. Hier hatten wir unsere Sommer-Flatrate gelauncht mit der tausende Gäste durch unsere Hotels gereist sind.

Im Oktober gingen wir dann in die Planung für weitere Aktionen – und dann kam wie wir alle wissen, der Lockdown „light“.

Nichts desto trotz versuchen wir gerade das Beste aus der Situation zu machen und trotzdem in den Köpfen unserer Gäste zu bleiben.

Hierzu haben wir z.B. einen Adventskalender veröffentlicht, der das Hotel-Feeling in die eigenen 4 Wände bringen soll 🙂 Es gibt leckere Rezepte aus unseren Hotels, DIY-Anleitungen für Handtuchfiguren oder sonstige Hotel-typische Goodies
und natürlich echt gute Gewinne.

Außerdem fokussieren wir uns gerade so gut es geht auf Geschäftsreisende und schnüren attraktive Angebote. Ein weiteres wichtiges Thema, gerade im Marketing, ist die Kommunikation unserer Hygienemaßnahmen. Wir wollen transparent sein und Sicherheit vermitteln.

Herausfordernd ist, dass wir nicht „einfach nur“ unsere Hotels und das Reisen vermarkten können. Wir müssen uns immer wieder auf die neuen Gegebenheiten einstellen, schnell agieren und ganz nah am Gast sein. Eine Marketingplanung, wie sie aus den letzten Jahren üblich war, ist schlicht und ergreifend nicht mehr möglich. Dies ist äußerst herausfordernd, macht aber auch Spaß! Wir können super kreativ sein und die unterschiedlichsten Themen spielen – und schnell reagieren – was uns als Team zusammenschweißt und sehr spannend ist!

Dass die Situation außergewöhnlich war, wurde uns mit der Absage der ITB klar. Wir hatten den Big Bang unserer neuen Marke geplant und mussten dann in wenigen Tagen das komplette Go-Live switchen. Parallel hatten wir noch den Live-Gang unserer neuen Website terminiert. Hier war viel Teamwork und Flexibilität gefragt, aber wir haben es am Ende alles gut gemeistert.

Die Absage der ITB war definitiv ein Tiefpunkt. Gemeistert haben wir ihn mit neuen Ideen, wie dem „HotelOffice“, der „echt guten Bude“ und der „Sommer-Flatrate“. Die Resonanz war sehr positiv, was uns natürlich sehr gefreut und unsere Stimmung gehoben hat.

Besonders gefordert waren und sind: Kreativität, Flexibilität, Belastbarkeit und den Mut, neue Wege zu gehen. Man kann in jeder Krise auch Chancen finden und positiv bleiben.“

Chancen müssen schnell gesehen, ergriffen und umgesetzt werden. Deshalb bleibe positiv! Kreativität und Flexibilität zahlen sich aus!

Mehr zum Marken-Relaunch und den ACHAT Hotels hörst du im Podcast mit Philipp von Bodman „Stimmen für die Hotellerie: Wie die ACHAT Hotels zu den echt guten ACHAT Hotels wurden, während Corona“. Die Website der ACHAT Hotels findest du über diesen Link.

Wenn das Konzept schon immer corona-konform ist – Hotel M24

In der Kreisstadt Vechta in Niedersachen befindet sich das HotelM24. Das Hotel liegt verkehrsgünstig und zentral zwischen Stadtzentrum und der Uni. Besonders geeignet ist es für Langzeitaufenthalte, denn jedes Zimmer verfügt über eine Kochzeile.

Andrea und Peter Triphaus, Geschäftsführer des HotelM24, erzählen von den vergangenen Monaten. Das Hotel-Konzept mit Check-In-Automat und Kochzeile in jedem Zimmer erwies sich als corona-konform.

Andrea und Peter Triphaus, Geschäftsführer HotelM24 in Vechta

„Der erste Lockdown im Frühjahr hat uns zunächst wie viele andere sprach- und hilflos gemacht. Unser Hotel – komplett belegt – leerte sich im Eiltempo. Bevorstehende Buchungen wurden storniert. Vorzeitige Abreisen – auch von Longstay-Gästen im Apartmentbereich- waren an der Tagesordnung. Rückkehr ungewiss. Von vielen unserer Gäste haben wir Taschen und Kisten eingelagert, da diese bei der übereilten Abreise und der ungeklärten Frage, wann die Rückkehr zu uns erfolgt, nicht mitgenommen werden konnten. Manches persönliche Gut lagert noch heute bei uns! Es war eine unwirkliche Situation mit vielen traurigen Abschieden, bei denen wir auch schnell aufgetriebene Schutzmasken für die zum Teil langen Rückreisen in alle Teile der Welt (mit viel Wartezeit auf Flughäfen) verteilten.

Doch diese Tage in einem Hotel fast ohne Gäste waren zum Glück nur wenige! Da alle unsere Zimmer (Doppel- und Einzelzimmer und Apartments) über komplett ausgestattete Kochzeilen verfügen, kamen unsere Gäste zunehmend zurück und auch neue Geschäftsreisende wurden auf uns aufmerksam. Unser Hotel – Dank Check-in-Automat, Kochzeilen in jedem Zimmer und Waschsalon im Souterrain – erwies sich immer mehr als besonders „corona-tauglich“.

Unser großer Veranstaltungsraum im Obergeschoss mit angeschlossener Skybar war für das ganze Jahr ebenfalls für Feierlichkeiten jedweder Art gut gebucht gewesen. Diese wurden natürlich auch nach und nach abgesagt. Aber auch hier zeichnete sich schnell Positives ab: es mehrten sich Anfragen verschiedener Betriebe und Organisationen auf der Suche nach einem Raum, in dem Besprechungen, Seminare und andere Veranstaltungen auch in „Corona-Zeiten“ unter Einhaltung des Abstandes und der Hygieneregelungen stattfinden können.

Wir sind dankbar für die vielen herzlichen virtuellen oder durch Plexiglas voneinander getrennten Begegnungen!

Wir sind glücklich, dass wir unser Hotel Dank des bereits bestehenden Konzeptes gut durch diese Zeit führen konnten, dass unsere MitarbeiterInnen durchgängig regulär weiter beschäftigt werden konnten und wir bislang alle gesund geblieben sind. Auch den Spagat zwischen Hotel betreiben, die eigenen Kinder zuhause beschulen und den Familienalltag insgesamt mit Corona halbwegs munter zu überstehen, haben wir geschafft.

Da wir ohnehin immer schon hauptsächlich Geschäftsreisende bei uns zu Gast haben, können wir bis heute weiterhin täglich unsere Türen öffnen und haben verhältnismäßig geringe finanzielle Einbußen. Hierfür und für die vielen herzlichen virtuellen oder durch Plexiglas voneinander getrennten Begegnungen sind wir sehr dankbar! Wir hoffen aber – vor allem auch für die KollegInnen aus der Hotelbranche, die hauptsächlich touristisch ausgerichtet sind – dass auch Urlaubsreisen bald wieder möglich sein werden.“

Die Website des HotelM24 findest du hier.

„2020 ist wie das aufgelöste Kind, dem andauernd das Erdbeereis aus dem Waffelhörnchen fällt – Fora Hotel Hannover

Das FORA Hotel ist das ideale Geschäfts- und Tagungshotel zwischen Flughafen und City in Hannover.

… jedenfalls wenn man es dazu kommen lässt!“ so startet Christiane Walsch vom Fora Hotel Hannover ihre Heldenstory 2020. Das Team und Kapitän Hans Jürgen Wenzel steuern zuversichtlich und besonnen durch dieses verrückte Jahr. Und haben große Pläne.

Christiane Walsch, Communication & Marketing Coordinator im Fora Hotel Hannover

„Vor Corona hatten wir 2019 das beste Geschäftsjahr in 25 Jahren Hotelgeschichte, waren als Businesshotel in der Regel von Montag bis Mittwoch ausgebucht und haben an den Wochenenden eine Belegung von mindestens 60% erreicht.

Nachdem wir dann im März die Kurzarbeit einführen und obendrein unser Hotel für einen Monat schließen mussten, sind wir – das sind fast 40 Mitarbeiter – ganz schön zusammengezuckt. Das letzte gemeinsame Feierabendbier vor der Schließung im März ging kaum am Kloß im Hals vorbei. Einen Monat in Jogginghose später, hatten wir das beste Rezept für Bananenbrot und unsere innere Haltung wiedergefunden. Der fiese Tiefpunkt war vorbei!

In jeder Krise steckt immer eine Chance und deutlicher kann es ja nicht auf der Hand liegen: Wir haben Zeit! In dieser Zeit können wir uns und unsere Branche entweder ausgiebig bemitleiden, oder Projekte anschieben, die während des Tagesgeschäfts normalerweise nur schwierig zu realisieren wären.

Wenn wir eine Superkraft haben, dann ist es sicherlich ein positives Mindset und so viel Sonne im Herzen, wie es einem Niedersachsen eben nur möglich sein kann.

Der leidigste Punkt war immer das Thema Schnittstellen. Entweder sie sind unfassbar teuer, bruchstückhaft oder brauchen Wochen um zu laufen. Manchmal alles auf einmal. Wie cool wäre es, die vorhandenen Informationen endlich richtig nutzen zu können und das abteilungsübergreifend? Wir haben also die Zeit ausgiebig für Recherche, Zoom-Calls und Teammeetings genutzt, um uns schlussendlich vom unbeweglichen PMS-Anbieter zu verabschieden und „den Richtigen zu finden“.

Ein bisschen verliebt in die neuen Möglichkeiten sind wir ja tatsächlich und haben auch schon einen Termin. #loveisintheair Die Zukunft steht uns mit Selfcheck-ins, Mobile-Keys, smarten Paymentlösungen und allem, was man sich sonst so vorstellen kann, ab nächstem Jahr offen! Der Zeitpunkt war tatsächlich noch nie so gut für einen PMS-Wechsel. Denn bis wir wieder ausgebucht sein werden und unsere Gäste uns wieder so auf Trab halten, dass wir kaum etwas anderes „nebenher“ schaffen, hat das Team den ganzen Corona-Winter Zeit bei geringerer Belegung alles zu lernen, was man können muss.

Jetzt, neun Monate nachdem der ganze Trubel begann, müssen wir wieder bis zum 10. Januar die Bürgersteige hochklappen und haben natürlich durch das ausbleibende Geschäft einen massiven finanziellen Schaden erlitten. ABER das Team ist noch vollständig an Board und keiner musste betriebsbedingt gehen. Darauf ist unser Hoteldirektor, Hans Jürgen Wenzel, besonders stolz und hat unermüdlich in den letzten Monaten dafür gesorgt, dass sein Team keinen Schiffbruch erleidet und durch die ganzen Digitalisierungsvorhaben, Zukunfts- und Umbaukonzepte gestärkt aus der Krise gehen wird.

Wenn wir eine Superkraft haben, dann ist es sicherlich ein positives Mindset und so viel Sonne im Herzen, wie es einem Niedersachsen eben nur möglich sein kann. Das debattieren über Soforthilfen, politische Entscheidungen und krudes Querdenken übernehmen sowieso ungefragt andere und machen das offenbar leidenschaftlich gern.

Wir kümmern uns leidenschaftlich gern um unsere Gäste!“

Hier geht’s zur Hotel-Website vom Fora Hotel.

Das Fora Hotel hat mich mit der Website absolut überzeugt. Deshalb ist die Hotel-Website auch ein Best Practice in meinem Artikel „Mit Content durch die Krise – 10 Best Practice Beispiele aus der Hotellerie“.

2020 ein Jahr zum Wegwerfen? – Janbeck’s Fairhaus

Das Janbeck’s Fairhaus ist eine klimafreundliche Pension an der Ostsee. 2006 als kleine ökologische Pension gestartet ist der Dreiseithof jetzt das erste klimapositive Hotel in Schleswig Holstein. Uta ist es wichtig, Ressourcen zu sparen und Kreisläufe zu schaffen, wo es geht und so viel wie möglich.

Das fragt sich Uta Janbeck von Janbeck’s Fairhaus und erzählt in ihrer Heldengeschichte über ihre Erkenntnisse und was sie in der Krise gelernt hat.

Uta Janbeck, Inhaberin von Janbeck’s Fairhaus

„Mein Name ist Uta Janbeck, Gastgeber in einer kleinen klimafreundlichen Pension an der Ostsee. Ich schreib hier mal, wie es uns ergangen ist in unserem familiären Betrieb.

Mal abgesehen von den Erschwernissen, den über 100 Tagen, die wir bis heute kein Gastgeber sein durften, dem ganzen nervlichen Stress, einem gesundheitlichen riesigen Denkzettel, den ganzen Versprechen und vermeintlichen Hilfen der Politik und vielen sehr nervigen Situationen, die wir durchstehen mussten als kleine „ Hilfssherrifs“, gab es auch gute Momente.

Wir haben…

  • gelernt mit dieser Situation umzugehen, für die wir rein gar nichts konnten und können
  • Neue Netzwerke aufgebaut, auch mit völlig Fremden im Internet
  • Andere vernetzt – das macht uns besonders viel Freude
  • Neue Ideen entwickelt und danach gesucht, was Gäste wohl möchten, wenn sie denn reisen dürfen
  • Neue Möglichkeiten gefunden, trotz allem noch Gäste aus dem therapeutischen Bereich zu empfangen, da müssen wir dran bleiben
  • Neue Seiten an unseren Gästen kennengelernt und die Zeit mit ihnen noch intensiver genossen
  • Kontakt gehalten mit den Gästen und unseren Mitarbeitern
  • Neue Prioritäten gesetzt und den Fokus wieder mehr auf uns gelegt – im Geschäftlichen und im Privaten

Die Natur, unseren Hof, das Meer sowieso, genießen wir mehr denn je. Das ist unsere Kraftquelle.

Von „ nüscht“ kommt nüscht“ hat meine Omi immer gesagt. Deswegen stecke ich den Kopf nicht in den Sand. Wir haben so fleißig gearbeitet, dass wir wohl mit einem blauen Auge das Jahr abschließen werden.

Nie gekannte Müdigkeit und Traurigkeit bekämpfe ich durch Humor, gute Gespräche und kleine Belohnungen, wie zum Beispiel einen Videokurs. Das sind gute Ablenkungen und Investitionen in einen selbst und letztendlich in den Betrieb. Mit vielen Buchungen, einigen tollen Projekten und dem Vertrauen in tolle Mitarbeiter und ein tolles Netzwerk geht’s dann bald in ein neues Jahr!“

Hier geht’s zur Website vom Janbeck’s Fairhaus. Uta war schon mehrfach bei mir im Podcast:

„Stimmen für die Hotellerie: Nachhaltigkeit im Hotel – Janbeck’s Fairhaus“ und „Stimmen für die Hotellerie: Klimapositives Hotel, Zero Waste und Hotelmarketing“. Außerdem nimmt Uta seit der ersten Runde an der #hotelsaufinstagram Challenge teil.

Es ist, wie es ist – Ringhotel Schloss Tangermünde

Das Schloss Tangermünde blickt auf eine über tausend Jahre lange Geschichte zurück. Bevor Familie Busse das Gebäude zum Hotel ausstattete, war es bis 1463 die Residenz der brandenburgischen Markgrafen, von 1874 bis 1950 das Amtsgericht und von 1967 bis 1989 ein Kinderkrankenhaus. Seit 2000 begrüssen Melanie Busse und ihr Team Tagungs- und Wellnessgäste.

Melanie Busse berichtet in ihrer Heldengeschichte über die Wichtigkeit von Kommunikation und Mitarbeiterführung in Krisenzeiten. Und auch die Mannschaft aka „die Schlossgeister“ kommen zu Wort.

Melanie Busse, Direktorin und Inhaberin Ringhotel Schloss Tangermünde

„Nach Außen bin ich vielleicht eine „Heldin“ – aber was ist ein Kapitän ohne seine treue, starke Mannschaft?

Nichts!

Die vergangenen Monate waren geprägt von anfänglicher Orientierungslosigkeit, Verordnungswirrwarr und konzeptionellen Änderungen. Also Kurswechsel für den Käpt’n und die Mannschaft begab sich mit auf die Reise. Und das ist für mich eine der größten und schönsten Erfahrungen, die ich machen durfte in dieser Zeit.

Wir sind alle flexibler und füreinander sensibler geworden. Ich bin eigentlich der 100% Planer – aber mit Planbarkeit war dieses Jahr nichts. Die Krise hat mich gelassener gemacht, mir gezeigt was wichtig ist und dass mein Stil der Mitarbeiterführung, mit sehr flachen Hierarchien, der richtige war und ist und eine ehrliche Kommunikation untereinander und auch den Gästen gegenüber unabdingbar ist. Es ist wie es ist, war immer schon mein Grundsatz. Das heißt, die Realität zu akzeptieren. Alles andere blockiert Energie für das Wesentliche. Und nun zur Frage „Gab es einen Tiefpunkt?“

Mein großer Wunsch für das neue Jahr ist ein Miteinander und Füreinander – nicht nur in Krisenzeiten.

Ja, immer wenn man diskutieren musste über Maske und Kontaktbögen. Wenn man die Demos in den Nachrichten sah, die Menschenansammlungen vor dem Lockdown in den Städten und damit der tägliche Anstieg der Fall- und Todeszahlen. Das ist für mich ein sozialer Tiefpunkt, der sehr viel Leid und Verzögerung mit sich bringt. Mein großer Wunsch für das neue Jahr wäre also ein Miteinander und somit ein Füreinander. Und das nicht nur in Krisenzeiten.“

„Unsere Heldin des Alltags gibt uns mit ihrer Souveränität, die sie in diesem Jahr gezeigt hat, Kraft und Zuversicht. Sie macht uns Mut mit ihren Worten. Sie ist sensibel genug, um zu merken, wo es bei ihren Mitarbeitern „brennt“ und hilft, wo sie kann.

Wir können uns gut vorstellen, dass sie viele schlaflose Nächte hinter sich hat mit eigenem Kopfkino, dennoch bleibt sie auf ihrem Weg, verliert sich nicht in Ängsten und Zweifeln, sondern schaut nach vorn – für ihre Mannschaft! Sie ist ein toller Käpt’n und wir sind froh, bei ihr an Bord zu sein.“ – die Schlossgeister – Ringhotel Schloss Tangermünde

Hier geht’s zur Website des Ringhotel Schloss Tangermünde.

Alte Gewohnheiten über Bord werfen – Ringhotel Hohenlohe

Das Ringhotel Hohenlohe steht in Schwäbisch Hall, der kleinsten Metropole der Welt und nach Aussage von Volker Dürr, eine der schönsten Städte Süddeutschlands. Das privat geführte 4-Sterne-Superior-Hotel pflegt schwäbisch-hällische Gastfreundschaft und ist auf Tagungs- und Wellnessgäste ausgerichtet.

Volker Dürr ist Geschäftsführer und Inhaber des Ringhotels Hohenlohe. Er blickt zurück auf eine ereignisreiches Jahr, aber zuversichtlich in das Jahr 2021.

Volker Dürr Geschäftsführer und Inhaber Ringhotel Hohenlohe Schwäbisch Hall

„Das Hohenlohe sitzt im Herzen der wunderschönen Mittelalterstadt Schwäbisch Hall im Hohenloher Land.
Neun Monate liegen hinter uns, die geprägt waren von Unsicherheiten und Herausforderungen. Wir mussten kreativ werden, neue Wege gehen und alte Gewohnheiten über Bord werfen.

Uns lag es noch nie, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben diese Krise sehr schnell als Chance und Möglichkeit zur Veränderung verstanden. Etliche Prozesse und Gewohntes haben wir auf den Prüfstand gestellt und verändert.

Den ersten Lockdown haben wir dazu genutzt, ein sehr detailliertes Hygienekonzept zu entwickeln, unser F&B Angebot auf die neue Situation anzupassen und viele unserer Arbeitsprozesse zu verbessern. Jeden Tag habe ich per hotelkit mit dem Team Kontakt gehabt. So waren sie während des ersten Lockdowns immer mit dem Hohenlohe verbunden.

Eine große Frage blieb: Wie beschäftigen wir unsere Auszubildenden sinnvoll in dieser Zeit? So haben wir kurzer Hand die „Young-Chefs-Wochentüte“ ins Leben gerufen, ein Projekt, bei welchem unsere Koch-Azubis Gerichte selbst kreierten und zubereiteten. Die Hotelfach-Azubis kümmerten sich dann um das Verpacken und den Vertrieb. Das Besondere dabei war, dass wir dies zusammen mit drei Kollegen hier vor Ort gemacht haben – so wurde es ein tolles Gemeinschaftsprojekt.

Wir haben diese Krise sehr schnell als Chance und Möglichkeit zur Veränderung verstanden.

Voller Optimismus sind wir in den Sommer gegangen. Dieser war zwar nicht vergleichbar mit den Vorjahren, aber das gesamte Team war voll motiviert und der Zusammenhalt war überragend.

Mit großen Erwartungen sind wir dann weiter in den Herbst. Diese wurden so schnell ausgebremst wie im Frühjahr. Keine fünf Tage nachdem wir schließen mussten, hatten wir ein neues Projekt aus der Taufe gehoben: den Lockdown-Grill, ein Imbiss mit dem Motto „Wegen Corona geöffnet“.

Dazu gesellte sich die Lockdown-Bude, so hatten wir die Möglichkeit einige aus dem Team weiter zu beschäftigen. Auch die „Wochentüte“ feierte als Adventstüte ein einmaliges Comeback.

Nun stehen die Feiertage und der Jahreswechsel vor der Türe. Nach 52 Jahren wird es eines ohne große Silvesterfeier sein. Für uns wird das eine Zeit der Besinnung und Ruhe. Eines ist aber gewiss, wir werden mit dem gleichen Optimismus und mit neuen Ideen ins Jahr 2021 starten.“

Hier geht’s zur Website des Ringhotel Hohenlohe.

Aufgeben ist keine Option! – Ringhotels e. V. München

Als Markenkooperation vereinigt Ringhotels Hotelbetriebe im Vier- und gehobenen Drei-Sterne-Bereich in ganz Deutschland. Jedes der Mitgliedshotels ist ein Unikat und zeichnet sich durch die private, sehr persönliche Führung, lokaltypischem Ambiente und einer hervorragende Küche mit saisonalen Produkten der Region aus.

Den Auftritt der Ringhotels e. V. in den sozialen Netzwerken habe ich schon als Best Practice in meinem Artikel „Mit Content durch die Krise – 10 Best Practice Beispiele aus der Hotellerie“ erwähnt. Es freut mich, dass neben den beiden Ringhotels (siehe oben) auch Susanne Weiss, Birgit Sturm und Michaela Krohn aus dem Servicebüro der Ringhotels e. V. ihre persönlichen Heldengeschichten erzählen.

Susanne Weiss Geschäftsführender Vorstand Ringhotels e. V.

„Mitte Februar wurde uns so langsam bewusst, dass wir auf ein Problem hinsteuern. Meinem Team und mir war bewusst, dass eine Epidemie (für die wir sie bis dahin noch hielten) in China auch uns betreffen würde. Wie stark, das haben wir dann kurz darauf bemerkt.

Kurzfristig wurde die weltweit größte Leitmesse der Tourismusbranche (ITB) abgesagt – da war unser Stand schon aufgebaut und auch schon einige Mitarbeiter unterwegs dorthin. Spätestens hier war uns allen bewusst: das wird schlimm – sehr schlimm.

Eines war aber auch klar: aufgeben ist keine Option.

Also, Pläne schmieden, die im Wochentakt anzupassen waren. Harte Entscheidungen treffen, von denen ich auch wusste, sie werden die Mitarbeiter und unsere Hoteliers frustrieren.

Fragen über Fragen, auf die niemand eine Antwort hatte. Und die Hoffnung auf eine Beantwortung, irgendeine positive oder zumindest verlässliche, war den Fragenden ins Gesicht geschrieben. Diese Antwort habe auch ich mir so sehr gewünscht.

Zunächst habe ich mich recht allein gelassen gefühlt. Mitte März kam dann auch noch die schiere Existenzangst hinzu: Werden wir das schaffen? Wie kann es weitergehen? Nicht nur für uns hier im Servicebüro, sondern auch für „unsere“ Hotels?

In dieser Zeit hat mir der Gedanke an meine Eltern viel Mut gemacht: „Geht nicht, gibt’s nicht“ war der Glaubenssatz meiner Eltern. Es gibt einen Weg, den musst Du finden. Aufgeben ist eben keine Option. Daran habe ich mich festgehalten und die Kraft dazu haben mir viele Menschen gegeben, ohne die wäre es nicht gegangen.

Vieles war möglich, das vorher unmöglich schien und wir gehen schlanker, aber auch schlagkräftiger in die Zukunft.

Mein Team, das bei allen Problemen immer weiter gemacht hat. Die Hoteliers, die uns die Stange gehalten und in einer unglaublichen Solidarität gezeigt haben – wir halten zusammen!

Die Postkarte aus Rüdesheim, der Dresdner Weihnachtsstollen, die Anrufe, die Video-Konferenzen, die unbürokratische Hilfe aus den Verbänden.
Das alles hat mir Mut gemacht und gezeigt: Diese Menschen haben es verdient, weiterzumachen.

Jetzt, zum Jahresende kann ich sagen: Es hat sich gelohnt!
Vieles war möglich, das vorher unmöglich schien und wir gehen schlanker, aber auch schlagkräftiger in die Zukunft.

DANKE!“

Jeder Tag ist eine Herausforderung – Servicebüro Ringhotels e. V.

Michaela Krohn und Birgit Sturm, Ringhotels e. V. München

„In den letzten Monaten haben wir drei Social Media-Kampagnen umgesetzt, unseren Social Media Auftritt stark ausgebaut und was trotz der herausfordernden Zeiten sehr positiv war: Wir haben ein kleines, perfektes Zeitfenster erwischt und konnten eine recht große Präsenzveranstaltung absolut Corona-konform durchführen. Dieses Zusammentreffen Anfang Oktober war wichtig für all unsere teilnehmenden Hoteliers und unsere Partner.

Denn hybride Meetings können keine Präsenzveranstaltungen ersetzen. Es ist wichtig, sich in die Augen schauen zu können, – wenn auch mit Abstand.

Unsere eigentlich für Anfang des Jahres geplante Marketing-Kampagne mussten wir aufgrund der Situation auf Oktober verschieben und eine zusätzliche Kampagne wurde sehr kurzfristig umgesetzt, um unsere Mitgliedshäuser während des Lockdowns im Gespräch zu halten.

Kräfte waren gefragt, nicht nur bei uns im Servicebüro, sondern auch bei den Ringhoteliers. Viel Zuspruch und Verständnis wurde uns von Gästen entgegengebracht. Auch wenn wir „geliebte Traditionen“ wie unsere Stammgasttreffen oder Sportveranstaltungen nicht durchführen konnten.

Wir haben gelernt, diese Krise als Chance zu begreifen, und nehmen daraus mit, die Zukunft noch positiver zu gestalten.

Nun ist wieder jeder Tag aufs Neue eine Herausforderung. Nichts ist sicher und nichts ist planbar. Die Motivation bei uns, den Hoteliers und bei den Gästen aufrecht zu erhalten, ist schwierig. Aber: Gemeinsam können wir es schaffen und in jeder Krise liegt eine Chance. Wir sind auf einem guten Weg, finden uns neu, sind flexibel, denken um und tauschen uns aus.

Der Blick auf alles hat sich gewandelt. Wir versuchen den Gästen eine Perspektive auf den lang ersehnten Urlaub in 2021 zu geben. Wir arbeiten alle gemeinsam daran, geduldig zu sein, halten zusammen, setzen Prioritäten und reagieren spontan auf Ereignisse.

Aus der Krise haben wir mitgenommen, dass man viele Dinge als zu wichtig angesehen hat. Wir persönlich habe gelernt, noch flexibler zu werden und aus aktuellen Gegebenheiten das Bestmögliche zu machen und umzusetzen. Wir haben gelernt, diese Krise als Chance zu begreifen, und nehmen daraus mit, die Zukunft noch positiver zu gestalten.

#wirgemeinsam #ringhotels #hotelsaufinstagram“

Hier geht’s zur Website der Ringhotels e. V. München.

Krisen beschleunigen Veränderungsprozesse – THE HEARTS HOTEL

Das THE HEARTS Hotels umfasst vier Häuser. In der Luxusbude befinden sich die Eventräume. Die Herrschaftsvilla ist 100 Jahre alt. Das Schanzenhaus wurde 2020 kernsaniert und die Zimmer wurden modernisiert. Jedes Zimmer verfügt über einen eigenen WiFi-Router und auch sonst ist das Hotel technisch top ausgestattet.

Viel Holz und echte Materialien, dazu eine traumhafte Lage am Nationalpark – das ist THE HEARTS HOTEL. Gemacht von Enthusiasten, Kreativen und einem wilden Herzblut-Team. Ich freue mich, dass Ralph seine Heldengesichte erzählt.

Ralph Hesse, The Hearts Hotel

„Rückblickend war es ein sehr arbeitsreiches Jahr. Gefühlt habe ich mich die letzten Monate mit Finanzierungen, Förderprogrammen, noch mehr Finanzierungen und dann wieder mit Förderprogrammen und Überbrückungshilfen beschäftigt.

Zum Glück war es aber doch so, dass ich viel Zeit mit unseren Gästen verbringen und die Prozesse im Haus optimieren konnte.

Wir hatten einen tollen Sommer mit sehr vielen Gästen. Das hat unser Team toll gemeistert. Jeder hat überall, wo es nötig war, mit ausgeholfen, inklusive mir, was allen Beteiligten super Einblicke in die verschiedenen Bereiche gegeben hat.

Herausfordernd war die Situation im März, als ich erst einmal in Schockstarre verfallen bin: Eine komplette Schließung hatte ich nicht kommen sehen. Es gab so eine Situation noch nie. Jedenfalls keine, auf die die Politik mit solch massiven Grundrechtseinschränkungen und Berufsverboten reagiert hat.

Der Tiefpunkt war definitiv der Anfang des Lockdowns im März. Ich denke, gut zwei Wochen war ich in Panik und wusste nicht, wie es weitergehen kann. Überwunden habe ich oder haben wir diesen Tiefpunkt mit viel Kreativität, neuen Ideen und einer Fokussierung auf den Sommertourismus 2020.

Wir haben eine Menge Pressearbeit gemacht und gleich einen Volltreffer gelandet: Als eines der ersten Häuser haben wir Hotel-Office-Zimmer angeboten, wofür wir extrem viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Von dieser Seite betrachtet war der erste Lockdown eine tolle Zeit – praktisch jede Woche war ein anderer TV- oder Pressevertreter bei uns. Das hat eine Menge Spaß gemacht. Ich glaube, das hat uns allen Hoffnung gegeben: einfach zu zeigen, dass wir als Team diese Situation überstehen und gestärkt daraus hervorgehen können – und es insgesamt motiviert weitergeht.

Eine wichtige Erkenntnis war: sich rechtzeitig über die Finanzierung Gedanken zu machen und sich nicht auf den Staat zu verlassen. Wir haben im April 2020 mit einem Lockdown bis April 2021 geplant und haben unsere Planung darauf ausgelegt. Zu der Zeit wurden wir noch dafür ausgelacht, wie wir denn auf die Idee kommen, dass es einen so langen Lockdown geben könnte. Jetzt ist seit November alles zu und eine Schließung bis April gar nicht mehr unrealistisch. Ob und wann wir die Novemberhilfen sowie Dezemberhilfen bekommen, steht immer noch in den Sternen, – daher bin ich froh, die „Corona-Finanzierung“ rechtzeitig angegangen zu sein.

Letztendlich bin ich hoffnungsvoll – mit einem tollen Konzept voll durchstarten und viele Gäste empfangen zu können.

Ich nehme aus der Corona-Krise mit, mich immer in die Zukunft zu orientieren. In jeder unsicheren, dunklen Situation gibt es auch Licht und ein „Danach“. Ich werde definitiv noch stärker versuchen zu erkennen, wie dieses „Danach“ aussieht und mich darauf fokussieren. Jede Krise beschleunigt Veränderungsprozesse, was sich diesmal besonders an der Digitalisierung, dem Homeoffice und dem E-Commerce gezeigt hat.

Steckt auf keinen Fall den Kopf in den Sand . Am Schluss gehen stets diejenigen gestärkt aus Krisen hervor, die sich neu erfunden haben.“

Hier geht’s zur Hotel-Website vom The Hearts Hotel.

Ralphs Geschäftspartner Meik Lindberg war auch schon zu Gast in meinem Podcast: „Stimmen für die Hotellerie: Das Hotel mit Herz im Harz – The Hearts Hotel“.

Die Zeit nutzen und die Digitalisierung vorantreiben – GenoHotel Baunatal

Das GenoHotel bietet einen modernen HotelCampus zum Austausch und vernetzen und ist auf Tagungen und Events spezialisiert. Das 3-Sterne-Hotel befindet sich in ruhiger Lage am Stadtrand von Baunatal, südlich von Kassel und nur wenige Minuten von den Autobahnen A44 und A49 entfernt.

Das GenoHotel Baunatal und Mario Braun sind Teilnehmer der ersten Runde meiner #hotelsaufinstagram Challenge. In der letzten Challenge sind Mario und ich sogar live gegangen! Er gibt zeigt uns in seiner Heldenstory seinen Hotelalltag während der Corona-Krise.

Mario Braun, GenoHotel Baunatal, Rezeption | Reservierung | Social Media Manager

„Wir haben die Digitalisierung weiter vorangetrieben und unter anderem kontaktloses Bezahlen eingeführt. Außerdem haben wir unsere Tagungsräume nach den neusten Standards ausgerüstet und den entsprechenden Hygienevorschriften angepasst. Unsere Eingangstüre ist nun kontaktlos bedienbar. Und wir haben unsere Kontakte weiterhin informiert gehalten.

Bei allem, was wir in die Wege geleitet haben, mussten immer die Verordnungen (Abstand, Hygienevorschriften) berücksichtigt werden. Da der Umgang mit unseren Gästen sehr locker ist, mussten wir uns hier enorm umstellen und auf Abstand gehen. Aufgrund der sich fortlaufenden veränderten Verordnungen mussten wir auch unsere Veranstaltungen ständig anpassen. Das war sowohl für unsere Kunden als auch für uns sehr herausfordernd. Gemeinsam mit Herz und Verstand haben wir das gemeistert!

An jedem Tag, an dem wieder neue Verordnungen in Kraft getreten sind, die dann teilweise erneut widerrufen wurden, haben wir bemerkt wie viel Kraft das ganze fordert. Diese aktuellen Verordnungen immer wieder auf die verschiedenen Abteilungen herunter zu brechen, hat viel Durchhaltevermögen gekostet. Nachdem wir dann aber ein gut aufgestelltes Hygienekonzept im Hotel etabliert hatten, ging es immer leichter!

Der erste große Tiefpunkt war definitiv der 20.03.2020, als bei uns die Türen wegen dem ersten Lockdown geschlossen wurden. Während dieser Zeit haben wir weiterhin keine Tastatur oder Stift ruhen lassen und uns versucht, so gut es ging auf die nächste Zeit vorzubereiten. Der Sommer ist dank der Außengastronomie und den Deutschlandurlaubern recht gut verlaufen. Durch unsere digitalen Betriebsveranstaltungen haben wir aber auch die schlimmsten Zeiten überstanden, da wir damit eine sehr gute Plattform für den Austausch an Informationen und den Umgang untereinander hatten.

Mit ganz einfachen Mitteln, nämlich Kommunikation und Transparenz, haben wir die Situation verbessert!

Besonders gefordert war die Geduld und das auf jeder Ebene. Mitarbeitende und Geschäftspartner immer wieder neu zu motivieren und Mut zuzusprechen, dass wir durch diese unruhige und manchmal hoffnungslose Zeit durchkommen, wenn wir alle zusammen stehen.

Mit ganz einfachen Mitteln, nämlich Kommunikation und Transparenz, haben wir die Situation verbessert! Im Betrieb präsent sein und jeder Abteilung mit Rat und Tat zur Seite stehen, war wichtig. Ein monatliches digitales Meeting war unerlässlich und wurde sehr gut angenommen.

Das war im Grunde genommen für alle wichtig. Unser Mitarbeitenden, die Kinder zu versorgen haben, hatten ganz andere Probleme und Nöte, wie zum Beispiel ein Mitarbeitender, der alleine lebt oder mit einem: r Partner: in zusammen.

Wir waren schon immer kommunikativ und transparent. Uns hat das Jahr 2020 noch deutlicher gezeigt, dass es sehr wichtig ist, seinen Mitarbeitenden immer ein offenes Ohr oder Gespräch anzubieten und auch zwischen den Zeilen zu lesen.

Mich hat die Krise stärker gemacht. Anfänglich war es wirklich schwierig, in den ersten Monaten zuversichtlich zu bleiben. Nachdem wir gespürt haben, dass das gesamte Team hinter uns steht, hat dies in uns einen Motivationsschub ausgelöst, der immer noch anhält.

In unsicheren Situationen werde ich auf Bewährtes zurückgreifen und nicht die Zuversicht verlieren. Wichtig ist außerdem, sich gegenseitig zu unterstützen und auch weiterhin zu kommunizieren. Schon heute sollte der Blick in die Zukunft gerichtet sein und man darf nicht in alten Strukturen stecken bleiben!

Ein gutes Kommunikationsmittel ist der gute und bewährte monatliche Mitarbeiter-Newsletter. Anfänglich ausgedruckt und jedem einzeln mitgegeben, vor längerer Zeit digital umgesetzt. In diesem werden die einzelnen Abteilungen mit ihren Schwerpunkten erwähnt. Außerdem informieren wir über die aktuelle Situation rund um unser Haus und was in der Branche los ist.

Hier geht’s zur Website.

Hotelhelden und ihre Geschichte im Corona-Jahr

Herzlichen Dank 💚 an alle mutigen Gastgeber:innen die ihre #HeldenStory mit mir und dir geteilt haben!

Ich bin überwältigt von den vielen Zusendungen. Noch mehr freut mich die Zuversicht die jeder einzelne Beitrag ausstrahlt und das positive und optimistische Mindset.

Ich wünsche den Gastgeber:innen und dir einen gesunden und wunderschönen Start ins 2021🍀! Ich bin gespannt was das neue Jahr bereit hält.

Welche Heldenreise hast du hinter dich gebracht und willst du davon berichten? Dann ab damit ins Kommentarfeld! Ich freue mich auf deine Heldengeschichte.

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4 Kommentare

    • Liebe Suse,

      Danke für deinen Kommentar! Das Jahr 2020 war nicht einfach für die Hotellerie und wir alle hoffen, dass 2021 durch den Impfstoff besser wird, obwohl sich schon eine Verlängerung des Shutdowns erahnen lässt. Genau dieses positive Mindset ist so wichtig in dieser Zeit und ich freue mich, dass es 12 Gastgeber:innen in die Welt hinaustragen.

      Grüße
      Valerie

  1. Liebe Valerie,
    zu gern hätte ich auch über deine Kämpfe und Herausforderungen im Homeoffice gelesen, aber dein Engagement, hier dein Netzwerk so zu aktivieren, finde ich großartig!

    Tolle Geschichten, die Mut machen und mich wirklich positiv schauen lassen auf alles, was da noch kommt. Danke für die vielen stärkenden Geschichten!

    LG
    Anna

    • Vielen Dank, Anna für deine tolle Blogparade.

      Ich freue mich auch sehr, dass so viele Gastgeber:innen ihre Geschichte erzählt haben. Und vielleicht schreib ich ja irgendwann mal über meine „Heldentaten“ im Homeoffice. Das wird mich bzw. uns noch eine Weile begleiten, denke ich.

      Guten Rutsch!
      Valerie

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