Wie du Blogger Relations sinnvoll für dein Hotel aufbaust

Gastgeber:innen die schon vor der Pandemie Beziehungen zu Blogger:innen gepflegt haben, hatten es während der Lockdowns leichter. Reiseblogger:innen haben Hashtags wie #virtuellereise oder #dreamnowvisitlater etabliert und so konnten ihre Follower in Gedanken verreisen. Hotels die in ihren Artikeln auftauchen, haben definitiv an Sichtbarkeit gewonnen und bleiben während Corona im Gespräch. Aber vor allem auch danach.

Deshalb ist es Zeit, dass wir uns mit dem Thema „Blogger Relations“ beschäftigen. Ich konnte Anna Hübner von „social unterwegs“ für einen Gastbeitrag gewinnen. Viel Spaß beim Lesen!

Warum du auf Blogger setzen solltest und nicht auf Möchtegern-Influencer

Eine Anleitung für Blogger Relations für dein Hotel

Blogger Relations, Influencer Marketing, Influencer Relations – Begriffe, die bei dir wahrscheinlich schon in Form von Newslettern oder Anfragen im E-Mail-Postfach gelandet sind. Vielleicht hast du hier und da mit Influencern gearbeitet, Blogger:innen eingeladen oder mit YouTubern kooperiert? Meine Frage lautet: hatte das alles Hand und Fuß, hattest du ein Ziel, hörst du jetzt noch etwas von deinen Kooperationspartner:innen oder sie von dir?

Ich möchte dir in diesem Beitrag eine Art Guideline mit an die Hand geben, wie du zukünftig mit Blogger:innen arbeitest und mit Anfragen von Influencern umgehst. Aber zunächst sollten die Begrifflichkeiten geklärt werden.

Was sind Influencer?

Das Wirtschaftslexikon definiert den Begriff „Influencer“ wie folgt:

„Als Influencer (engl. to influence = beeinflussen, einwirken, prägen) werden Personen bezeichnet, die aus eigenem Antrieb Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) zu einem Themengebiet in hoher und regelmäßiger Frequenz veröffentlichen und damit eine soziale Interaktion initiieren. Dies erfolgt über internetbasierte Kommunikationskanäle wie Blogs und soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat oder Twitter.“

Somit ist der Begriff Influencer ein übergeordneter Begriff für Blogger:innen, Instagrammer:innen, YouTuber:innen oder auch Podcaster:innen. Vielfach wird „Influencer“ aber als Synonym für reichweitenstarke Instagram-Nutzer verwendet.

In diesem Beitrag soll es vorwiegend um Blogger:innen gehen.

Beziehungen aufbauen

Damit kommen wir zum zweiten Wort aus dem Titel: „Relations“. Es geht darum eine Beziehung mit Blogger:innen aufzubauen.

Was hast du von einer einmaligen Zusammenarbeit, in die du viel Abstimmungszeit und Geld gesteckt hast? Warum der ganze Aufwand, wenn du dich danach nie wieder beim der Kooperationspartner meldest oder er bei dir? Du solltest viel lieber deine Zeit darin investieren eine Beziehung mit eine:m oder mehreren Blogger:innen aufzubauen.

Das heißt:

  • regelmäßiges Netzwerken über die sozialen Kanäle
  • oder ruf auch einmal durch
  • teile die Blogbeiträge des Kooperationspartners auf deinen Kanälen
  • informiere über Neuerungen in deinem Hotel (damit diese im Blogbeitrag geändert werden können)
  • lade ihn erneut ein, wenn Renovierungen vollendet wurden oder du angebaut hast
  • und empfehle deinen entsprechenden Kooperationspartner weiter, zum Beispiel für eine Bloggerreise.

Nur durch die Würdigung der Zusammenarbeit und arbeiten auf Augenhöhe wird dein:e Kooperationspartner:in vielleicht exklusiv mit dir arbeiten, individuelle Preismodelle anbieten oder zum Markenbotschafter deines Hotels.

Wie du passende Blogger:innen findest

Zunächst einmal solltest du dir im Klaren darüber sein, was du erreichen möchtest. Dein oberstes Ziel ist es, dass Gäste bei dir buchen und du Umsatz machst. Wie lautet dafür das Teilziel für den Aufbau von Blogger Relations? Möchtest du

  • Online-Reputation aufbauen?
  • mehr Online-Reichweite für dein Hotel oder deine eigenen Social-Media-Kanäle?
  • konkrete Arrangements verkaufen?
  • Rabattaktionen starten, um den Verkauf anzuregen?
  • ein Bloggerevent veranstalten?
  • Backlinks aufbauen?

Nur, wenn du selbst für dich definierst, was du eigentlich erreichen möchtest, kannst du geeignete Kooperationspartner:innen finden und mit ihnen Beziehungen aufbauen.

Du weißt selbst zu welchem Urlaubstyp oder Tagungsgast dein Hotel am besten passt. Entsprechend gibt es mittlerweile auch Blogger:innen, die sich auf entsprechende Nischen spezialisiert haben:

  • Wellness-Blogger:innen
  • Genussblogger:innen
  • Roadtripliebhaber:innen
  • Fernreisen-Blogger:innen
  • Kurzreisende (Städtetrips und mehr)
  • Blogger:innen, die Aktivreisen favorisieren (Reisen mit dem Fahrrad, wandern, Fitnessurlauber)
  • Nachhaltigkeitsblogger:innen
  • Slow Travelling Blogger:innen

Über entsprechende Suchwörter, die du bei Google eingibst, findest du etliche mögliche Kooperationspartner:innen. Auch Instagram oder Pinterest können bei der Suche helfen, wenn du dort nach entsprechenden Keywords suchst. Natürlich ist die Auswahl groß, aber es ist wichtig, dass du jemanden findest, der genau zu dir passt. Deswegen hilft es, sich Zeit zu nehmen und einige Blogs durchzustöbern.

Passt der Blog thematisch, gefällt dir der Schreibstil oder die Bildkomposition, mit welchen Hotels hat der potenzielle Kooperationspartner schon gearbeitet und passt deins in die Riege mit hinein?

Sollten sich bereits Blogger:innen bei dir gemeldet haben, gilt es natürlich dieselben Fragen zu stellen.

Eine erste Kooperation anbahnen

Mach dir eine Liste von deinen Favoriten und schreibe dann entsprechende Anfragen per Email. Einige haben vielleicht ein Media Kit als Download zur Verfügung gestellt, bei anderen musst du danach fragen. In beiden Fällen sollte deine Anfrage folgendes beinhalten:

  • Beschreibung von dir und deinem Hotel (ganz kurz)
  • Ziel der Zusammenarbeit und dass du offen für eine langfristige Kooperation bist
  • Budget für eine einzelne Kooperation und wie du dir diese vorstellst
  • Frage nach dem Media Kit (wenn dieses nicht zur Verfügung steht)

Wenn dir Blogger:innen nicht sagen möchten wie viele Leser:innen sie monatlich haben und das über Google Analytics nachweisen können (durch z.B. Screenshots), weißt du, dass du mit unseriösen Menschen sprichst und kannst direkt ablehnen.

Bedingungen abklären

Auf Basis des von dir genannten Budgets handelt dein Gegenüber entweder das Honorar aus oder lehnt direkt ab. Natürlich kann es auch sein, dass du dankend ablehnst, weil du z. B. deine eigenen Social-Media-Kanäle stärken willst und die Bloggerin auf den von dir favorisierten Plattformen nicht aktiv ist, das Thema doch nicht passt oder zu viel Honorar gefordert wird. Das ist in Ordnung, deswegen solltest du im Vorfeld mehr als nur einen priorisierten Blog für dich ausgewählt haben.

Du möchtest eine Geschichte über dich und dein Hotel, die sauber recherchiert wurde und potenziellen neuen Gästen mehrere Gründe liefert bei dir zu buchen. Das ist der Deal. Blogger:innen liefern einen oder mehrere Blogbeiträge mit eindrucksvollen Bildern und vielleicht auch einem Video von dem Aufenthalt. Klar ist, dass das alles eben nicht nur mit einer Übernachtung bezahlt werden kann. In einem Blogbeitrag stecken mindestens 8 Stunden Arbeit, noch mehr Stunden werden es, wenn ein Video veröffentlicht werden soll oder du Bildmaterial abkaufen möchtest. Deswegen kommuniziere ganz offen das Budget.

So kann eine Kooperation aussehen

Die Zielsetzung ist klar, das Honorar ist festgelegt und das Zimmer für ein oder mehrere Nächte geblockt. Die Bloggerin reist an.

Zunächst sollte natürlich die Rezeption genau Bescheid wissen, wer da anreist. Das heißt nicht, dass Blogger:innen anders behandelt werden und besonders hofiert werden möchten. Aber es wäre doch schön, wenn deine Mitarbeiter von der Kooperation wüssten und sich darauf einstellen können. Das macht am Ende einfach einen besseren Eindruck.

Ist die Blogger:in nun bei dir zu Gast, kann es folgendermaßen ablaufen

  • Sie möchte deine Gastronomie testen
  • Den Spa-Bereich testen
  • Die umliegende Gegend erkunden
  • Das Hotelzimmer, die Lobby, den Spa oder das Restaurant fotografieren und ggf. filmen
  • Mit deinen Mitarbeiter:innen sprechen bzw. sie interviewen
  • dich interviewen

Im besten Falle wurde dies bereits im Vorhinein besprochen.

Daraus entstehen dann ein oder mehrere Blogbeiträge oder ein Video. Auch das hast du im Vornherein abgeklärt. Entweder entstehen diese Beiträge auf dem Blog deines Kooperationspartners oder – je nach deinem Ziel – kannst du auch Blogger:innen beauftragen für deinen Hotelblog oder deinen YouTube-Kanal Inhalte zu produzieren. Beides ist möglich. Am Ende kommt es auf dein Ziel und dein Budget an.

Follow up mit den Blogger:innen

Vielleicht hast du mit mehreren Blogger:innen gearbeitet, um herauszufinden mit wem du dauerhaft, etwa exklusiv oder als Markenbotschafter:in, arbeiten möchtest. Möglicherweise hat bei der Anbahnung schon direkt alles gepasst und du hast dich dauerhaft für ein:e Blogger:in entschieden. Wichtig ist es natürlich, dass du das Geleistete auch würdigst:

  • Teilen, Liken, Kommentieren der Blogbeiträge und ggf. den dazugehörigen Social-Media-Posts
  • Nicht nur einmal, Blogbeiträge oder Videos können – wenn sie sich nicht auf etwas zeitlich Begrenztes beziehen – immer wieder gespielt werden
  • Schnelle Bezahlung nach Rechnungsstellung sicherstellen
  • Feedback zur Kooperation geben bzw. zu den Resultaten

Zum Follow-up gehört es auch zu kontrollieren, ob das Ziel erreicht wurde. Lass dir deswegen die Zahlen des Blogbeitrags nach einer Woche, einem Monat, drei Monaten und einem Jahr geben. Dann siehst du wie nachhaltig die Kooperation war.

Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Wie oben bereits beschrieben:

  • bau eine Beziehung zu deinem Kooperationspartner auf
  • Teile die erstellten Inhalte immer wieder
  • verlinke den Urheber
  • gebe ihr die Chance Inhalte über dein Hotel aktuell zu halten
  • schicke regelmäßig Informationen zu spannenden Neuigkeiten, denn vielleicht möchte dein Kooperationspartner darüber berichten oder – im Falle von größeren Unternehmen – lade frühere Kooperationspartner zu Neueröffnungen und bestimmten Unternehmensfeiern ein.

Vielleicht hast du am Ende die richtige Person gefunden, die dein Sprachrohr nach außen, dein Markenbotschafter für dein Hotel ist. Direkteren Kontakt zu deinen potenziellen Gästen kannst du kaum haben.

Weiterführende Links & Leseempfehlungen

Lena Marie Hahn schreibt auf ihrem Blog Familiy4travel:

„Ein Blogger ohne gute Inhalte ist ein erfolgloser Blogger. Ein Verfasser guter Inhalte ohne technische Kenntnisse ist – kein Blogger.“

Damit trifft sie im Kontext ihres Artikels „Die alte Frage: Hat Bloggen noch Zukunft? [Blogparade]“  exakt ins Schwarze. Bloggen bedeutet viel mehr, als „nur“ Texte und Bilder ins Netz zu stellen. Blogger:innen müssen sich neben der Blog-Technik und Schreibkenntnissen auch mit der DSGVO, dem Urheberrecht, Bildrechten und Persönlichkeitsrechten auskennen. Sie müssen wissen, wie Suchmaschinen funktionieren bzw. wissen, wie sie Texte aufbereiten, damit sie ranken und gefunden werden. Sie sollten ihre Leserschaft als Community sehen und diese pflegen. Diese Arbeit solltest du wertschätzen und die Tipps aus Annas Gastbeitrag auch aus dieser Perspektive betrachten.

Über die Gastautorin: Anna Hübner, social-unterwegs

Anna Hübner ist als Beraterin „social unterwegs“. Sie unterstützt dich die Geschichten, die deine Location einzigartig machen, zu erzählen. Als Social-Media-Beraterin arbeitet sie mit Unternehmen aus den Bereichen Tourismus, Kultur und Gastronomie daran, ihren Social Media Auftritt strategischer auszurichten, damit ihre eigenen Geschichten mehr Aufmerksamkeit erhalten. Darüber hinaus berät sie ihre Kunden im Aufbau von Influencer Relations und übernimmt das Community Management. Anna findest du auf www.social-unterwegs.de oder in den sozialen Netzwerken LinkedIn, Facebook, Instagram und Twitter.

Weitere Artikel von Anna

„Google Ads für Hotels – Wie du Kampagnen schaltest und unabhängiger von Online Travel Agencies wirst“

„Warum du das Community Management nicht vergessen darfst“

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