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Influencer Marketing im Hotel

Strafen für Influencer: Affiliate Marketing im Hotel

Der Streit zwischen dem Dubliner Hotel-Manager und einer Influencerin am Anfang dieses Jahres sorgte für viel Aufregung in der Medienwelt.

Ursprünglich wollte die YouTuberin den Valentinstag mit ihrem Freund in einem 3-Sterne-Hotel in Dublin verbringen – gratis. Dafür bot sie an, das Hotel in ihren YouTube-Videos, Instagram-Stories und Posts zu erwähnen, um dem Hotel mehr Aufmerksamkeit zu bringen.

Das Geschäft, das die Influencerin vorschlug, wird von Experten Affiliate Marketing genannt.

Was bedeutet Affiliate Marketing genau und was ist ein sogenannter Influencer?
Was sind die Vor- und Nachteile einer Kooperation mit Influencer in der Hotellerie?
Wann drohen für Influencer Strafen?

Was sind Influencer?

Das Wort „to influence“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „beeinflussen“. Influencer sind demnach Personen, die mit ihrer Lebensweise andere Menschen beeinflussen. Es kann sich dabei um Künstler, Musiker, Sportler, Politiker, Blogger oder YouTuber handeln.

Da Influencer eine hohe Anzahl an Followern auf den Social-Media-Kanälen haben, versuchen Marken und Unternehmen, sie als Werbegesichter einzusetzen. Dieses Geschäftsmodell nennt sich Influencer Marketing oder Affiliate Marketing. Ziel dieser Strategie ist es, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens, der Marke oder des Produktes zu erhöhen und zu mehr Konsum anzuregen.

Influencer werden als besonders authentisch empfunden und haben deshalb einen großen Einfluss auf ihre Follower. Anhand der Anhängerschaft können Unternehmen und Marken genau erkennen, welche Zielgruppen sie mit dem jeweiligen Influencer erreichen werden.

Welche Vor- und Nachteile haben Influencer in der Hotellerie?

Immer mehr Hotels sind daran interessiert, mit Reise-Bloggern zusammenzuarbeiten, da Influencer mit Konsumenten auf eine Art kommunizieren, die für Unternehmen in der Regel unmöglich ist. Influencer werden demnach als Personen und nicht als Werbeträger wahrgenommen und können somit Unternehmen helfen, die Distanz zu Konsumenten zu überbrücken.

Eine Kooperation mit einem Influencer, der eine hohe Followerzahl hat, bietet Unternehmen eine sehr hohe Reichweitenstärke. Darüber hinaus ist der Erfolg durch die Kommentarfunktion und die Zahl der Interaktionen leicht messbar. Des Weiteren sind die Inhalte der Influencer nachhaltig und jederzeit abrufbar. Eine Werbung durch Influencer ist deshalb langlebiger als beispielsweise eine im Fernsehen.

Heutzutage erfolgt eine Reiseplanung meistens über die sozialen Medien. Die Meinungen der Influencer helfen Reisenden dabei, ihre Buchungshemmnisse abzubauen. Besonders für kleine Hotels ist eine Zusammenarbeit mit Influencern sinnvoll, da die Zielgruppe von vornherein klar gesetzt wird und das Budget dadurch in der Regel nicht gesprengt werden kann.

Doch eine Zusammenarbeit mit Influencern kann auch zu Problemen führen. Meistens ist es nicht nachvollziehbar, ob der Influencer tatsächlich eine hohe Followerzahl hat oder ob es sich dabei um gekaufte Fake-Accounts handelt. Des Weiteren kann sich ein mögliches Fehlverhalten des Influencers negativ auf das Unternehmen auswirken.

Zwar wirkt sich eine Kooperation mit einem Influencer meistens positiv auf das Unternehmen aus, jedoch kann sie dem Unternehmen auch schaden, wenn die Zusammenarbeit nicht reibungslos verläuft und der Influencer deshalb eine schlechte Meinung vom Unternehmen entwickelt.

Besonders Influencer mit einer hohen Followerzahl kennen ihren Wert, weshalb eine Kooperation schnell kostspielig werden kann. Unter Umständen verlangen sie nicht nur, wie die Influencerin aus dem obigen Beispiel, kostenlose Übernachtungen, sondern auch eine drei- bis vierstellige Vergütung für ein gepostetes Bild.

Wann drohen Strafen für Influencer?

Da eine Kooperation zwischen der Influencerin und dem 3-Sterne-Hotel nicht stattfand, hat die Influencerin keinerlei Strafen zu befürchten. Jedoch erhielt sie ein ausdrückliches Hausverbot und eine Rechnung seitens des Hotel-Managers, da dieser der Meinung war, dass sie durch den medialen Streit mehr Popularität erlangen konnte. Doch unter welchen Umständen hätten der Influencerin Strafen gedroht?

In Deutschland gelten das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und das Telemediengesetz (TMG), welche besagen, dass Werbungen eindeutig als solche gekennzeichnet werden müssen. Verstoßen Influencer gegen diese Gesetze, können Wettbewerber Ansprüche auf Unterlassung, Auskunft oder Schadensersatz geltend machen. Darüber hinaus droht ihnen unter Umständen eine Sperrung des jeweiligen Accounts.

Leseempfehlungen

Warum Influencer Marketing mehr Etikette und weniger Naivität braucht  – Horizont.net

Influencer Marketing: Die Vor- und Nachteile in der Praxis – hilker-consulting.de

Influencer Marketing als neuer Wachstumstreiber im Affiliate Marketing – Internetworld

Über den Autro: Alexander Kretschmar


Alexander Kretschmar studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Rechtswissenschaften mit Abschluss der juristischen Zwischenprüfung. Seit Abschluss seines nachfolgenden Journalismusstudiums (BA) ist er in Berlin als freier Journalist für verschiedene Verbände tätig. In seinen Artikeln befasst er sich unter anderem mit dem Urheber-, Arbeitsrecht sowie Datenschutz.

Fazit: Wie und warum du dennoch mit Influencern kooperieren solltest

Obwohl dieser Gastbeitrag von Strafen für Influencer handelt und Alexander die rechtliche Sicht hervorhebt, möchte ich hier kurz auf die Entstehung und Sinnhaftigkeit von Influencer Marketing eingehen.

Zudem sei erwähnt, dass ich die Vorgehensweise des Dubliner Hoteliers für sehr fragwürdig halte. Mit diesem Verhalten hat er mich als potenziellen Gast verloren.

Das Internet diente zwischen 1991 und 1999 überwiegend als Informationsmedium. Nutzer konnten Inhalte im Netz lesen, also ähnlich wie die Tageszeitung, nur eben digital. Das sogenannten Social Web entstand um das Jahr 2000 und bot den Nutzern die Möglichkeit sich immer stärker zu beteiligen. Das heißt, sie konnten kommentieren und teilen und sich vernetzen. Danach folgte das semantische Web. Die Eingabe einer Frage über eine Suchmaschine ist seitdem möglich. Diese versteht die Keywords und auch mobil können Informationen abgefragt werden.

Das Internet hat sich zum Kommunikationskanal entwickelt. Jeder Nutzer kann zu jeder Zeit etwas lesen oder schreiben. Und jeder Nutzer kann auf alles reagieren. Und das tut er auch!

Das ist doch eine tolle Sache! Und aus diesem Grund ist es um so wichtiger, korrekt auf Kommentare und Bewertungen für ein gutes Reputation Management zu antworten.

Warum sind Bewertungen und die korrekte Reaktion darauf so wichtig?

Menschen kaufen von Menschen und dabei spielt der Social Proof eine besondere Rolle. Mit Influencer Marketing ziehst du genau daraus deine Vorteile.

Zu diesem Thema habe ich mir ein Buch gekauft, das den „Influencer“ so beschreibt:

„Es sind meist Menschen, denen in einem gewissen Themenbereich von anderen Nutzern eine Expertise zugesprochen wird und die somit die Meinungsbildung beeinflussen können.“

Quelle: „Influencer Relations – Marketing und PR mit digitalen Meinungsführern“ von Annika Schach und Timo Lommatzsch, erschien im SpringerGabler-Verlag.

Eine Expertise wird auch Menschen zugesprochen, die eine Rezension über ein Buch verfassen, dass sie bereits gelesen haben oder eben eine Bewertung über ein Hotel bei Tripadvisor abgeben, welches sie bereits besucht haben.

Du solltest dir selbstverständlich vor der Zusammenarbeit mit einem Influencer überlegen, welche Ziele du verfolgst und was das Ergebnis dieser Kooperation sein soll. Und es ist wichtig, den passenden Influencer für dein Hotel zu finden. Die Youtuberin vom oben genannten Fall hat sich tatsächlich etwas plump für den Job beworben. Das rechtfertigt nicht die Reaktion des Hotelmanagers, zeigt aber deutlich auf, worauf du bei der Auswahl eines Influencers achten solltest.

Deine Zielsetzung könnte sein:

  • Verkauf, also die Steigerung deiner Conversion
  • Bekanntheit deiner Marke
  • Markenbildung

Der gewählte Influencer unterstützt diese Marketingziele mit:

  • Authentischer Wahrnehmung seiner Botschaften über dein Hotel
  • Erstellung des Content für das Social Web über dein Hotel
  • Reichweite

Wie jeder für seine Leistungen bezahlt wird, verlangt auch der Influencer eine Gegenleistung. Du kannst ihn ganz normal dafür bezahlen oder eine geldwerte Leistung geben. Vielleicht lädst du ihn auch zu einem Event ein. Influencer profitieren natürlich auch von deiner Marke und erhalten damit auch deine Reichweite. Es gibt viele Möglichkeiten mit Influencern zusammen zu arbeiten. Wichtig dabei ist die Zielsetzung, die richtige Zielgruppe und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit durch eine langfristige Kooperation. Influencer-Marketing sollte ein Teil deiner Kommunikationsstrategie sein und kann dich bei einem ganzjährigen Auftritt unterstützen.

Und selbstverständlich sollte sich der Influencer und auch du als Unternehmer an die oben genannten Gesetze halten.

Dann steht einer Zusammenarbeit nichts mehr im Weg.

Wenn du mehr zum Thema wissen willst, dann empfehle ich diese Artikel:

„Blogger und Influencer sind nicht das gleiche Paar Schuhe“ sagt Anita Brechbühl

„Warum Influencer-Marketing nicht mehr wegzudenken ist“ Online-Birds.com

„Corporate Influencer zur Mitarbeiter Suche in Hotels“ Hilker Consulting

Was hälst du von Influencern?

Hast du bereits eine Kooperation? Deine Meinung interessiert mich!

Schreib mir in die Kommentare!

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Dieser Kommentar wird etwas länger. So viel vorab.

    Schon die Aussage im dritten Absatz

    „Das Geschäft, das die Influencerin vorschlug, wird von Experten Affiliate Marketing genannt.“

    ist falsch. Denn das ist eben nicht Affiliate Marketing. Es ist schlicht und ergreifend nichts anderes als Werbung. Denn die Youtuberin & Instagrammerin hätte keine Verkaufsprovisionen erhalten….

    Leider wird es nicht besser, wenn darauf folgend Influencer Marketing mit Affiliate Marketing gleichgesetzt wird.

    Ich finde es auch höchst fahrlässig, zumindest bedenklich, Blogger in die Influencer-Schublade zu stecken. Es mag Blogger geben, die auch Influencer sind, aber die Mehrheit ist es meines Erachtens nicht. Eben weil sie überwiegend ohne gesonderte Bezahlung berichten. (vgl. dazu den deutschen Pressekodex)

    Daher ist der Satz

    „Immer mehr Hotels sind daran interessiert, mit Reise-Bloggern zusammenzuarbeiten, da Influencer mit Konsumenten auf eine Art kommunizieren, die für Unternehmen in der Regel unmöglich ist.“

    für mich vollkommener Mumpitz! Als Reiseblogger liegt es mir fern ein Hotel (-Zimmer) „schön zu schreiben“. Ich berichte immer, was ich tatsächlich erlebt habe. Das sollte im Idealfall natürlich ein positives Erlebnis sein. Wenn aber das Hotel meiner Meinung nach Mängel aufweist, dann benenne ich diese auch. Unabhängig davon, ob ich vom Hotel eingeladen wurde oder ich meine Übernachtung aus eigener Tasche bezahlt habe.

    Der folgende Absatz macht es nicht wirklich besser: Der Hinweis auf bloße Reichweite ist Nonsens. Erstens ist Reichweite in Form von Followern (gerade bei Instagram!) käuflich und zweitens müssen die Follower des Influencers nicht zwingend zum Produkt passen. Beispiel: Ein Backpacker mag tausende Follower haben aber ein Backpacker muss nicht allein deshalb zu einem 5-Sterne-Hotel passen. Eben weil sich die Follower des Backpackers höchstwahrscheinlich nie eine Übernachtung in einem solchen Haus leisten können und wollen.
    Es ist schade, dass die Problematik mit den Fake-Followern erst einige Absätze später erwähnt wird.

    Und auch die Aussage

    „Des Weiteren sind die Inhalte der Influencer nachhaltig und jederzeit abrufbar.“

    ist Quatsch! Der Standard-Influencer-Output, der nur in sozialen Netzwerken verbreitet wird, ist eben NICHT nachhaltig und jederzeit abrufbar. Weil sich der Kram schlicht und ergreifend „versendet“. Das Gegenteil sind Blogger und Blogs. Hier trifft die Aussage zu. Auch das ist ein Grund, warum ich nicht als Influencer bezeichnet werden möchte! Ich beschäftige mich inhaltlich mit einem Produkt und verbreite nicht nur „nette Bildchen“.

    Nach der Lektüre dieses Gast-Artikels stehe ich etwas ratlos da. Dein Fazit, liebe Valerie, stimmt mich etwa zufriedener. Aber auch Du unterscheidest nicht sauber zwischen (journalistisch arbeitenden) Bloggern und den – Achtung: Sarkasmus – „wandelnden, bezahlten Litfaßsäulen des Internets“.

    Bei Herrn Kretschmar bin ich mir allerdings nicht so ganz sicher, ob er den Unterschied zwischen Blogger und Influencer wirklich kennt und versteht…

    Mein Kommentar ist nun – wie angekündigt – recht lang ausgefallen. Und ich weiß auch, dass meine Kritik hier und da recht scharf ist. Aber mir geht es furchtbar auf den Zeiger, dass Blogger und Influencer in einen Topf geworfen werden! Und ich wiederhole mich zum Schluss noch einmal: Nachhaltig ist Influencer-Marketing nicht wirklich. Die netten Bildchen versenden sich genau so schnell, wie es klassische Werbung tut.

    Antworten

    • Hallo Ingo,

      bitte entschuldige die späte Antwort.
      Vielen Dank für deinen kritischen Kommentar und deine Perspektive zum Thema Influencer.

      Grüße,
      Valerie

      Antworten

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