Round-up zur #Blogparade4Tourism über das Reiseverhalten mit Corona und die Zukunft der Tourismusbranche

Round-up zur #Blogparade4Tourism: Ändert sich das Reiseverhalten?

Es fühlt sich an, als wäre Corona vorbei. An heißen Tagen und lauen Sommernächten treffen sich Freunde im Biergarten oder in der Eisdiele. Den Kellner*Innen fällt es zunehmend schwer, die Mund-Nasen-Maske über diesen zu tragen. Die wenigsten halten Abstand im Supermarkt und die fremden Autokennzeichen in der Stadt deuten daraufhin, das viele das Risiko eingehen und dennoch reisen. Urlaub ist schließlich nur einmal im Jahr.

Auf der anderen Seite sehen wir Berichte in den Nachrichten, die zeigen, dass das Virus immer noch wütet. Vorsicht ist geboten, von einer zweiten Welle ist die Rede. In St. Wolfgang in Österreich hat es mehrere Menschen erwischt, darunter Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie. Mittlerweile konnte das Corona-Cluster der Region eingedämmt werden.

Am 2. August habe ich zur #Blogparade4Tourism aufgerufen und zahlreiche Rückmeldungen erhalten. In diesem Artikel fasse ich alle eingereichten Beiträge zusammen und versuche ein Fazit zu ziehen und eine Antwort auf meine Frage „Ändert sich das Reiseverhalten?“ zu finden. Los geht’s!

Deine Meinung interessiert mich auch! Schreib sie gerne unter diesem Artikel in die Kommentarspalte.

Ändert sich das Reiseverhalten?

Das war meine Ausgangsfrage. Die Antworten sind zwar sehr unterschiedlich, aber immer zuversichtlich ausgefallen. Kolleg:innen und Hotelbetreiber:innen haben mir ihre Statements über Twitter, Instagram und per E-Mail oder als Antwort auf meinen Newsletter zukommen lassen.

Rückmeldungen & Zitate zur #Blogparade4Tourism

Marinela ist Chefredakteurin beim Mobility Mag. Das Online-Magazin beschäftigt sich mit der Mobilität der Zukunft. Wie werden wir in Zukunft, „nach“ Corona, reisen und was wird sich ändern?

Marinela Potor, Chefredakteurin für Mobility Mag

„Corona hat verändert, wie wir reisen. Punkt.

Weil wir aufgrund der Pandemie nicht mehr so reisen können wie gewohnt, wird dann plötzlich der Road Trip durchs Nachbarland attraktiv. Und anstatt nach Mallorca geht es in diesem Jahr an die Mosel. Oder man geht im Harz wandern anstatt ins All-Inclusive-Hotel nach Ägypten.

Die große Frage ist aber: Was davon wird auch nach Corona bleiben? Ich bin fest davon überzeugt, dass Urlauber wieder Fernreiseziele, Tourismus-Hochburgen und Kreuzfahrtschiffe ansteuern werden.

Doch nicht alles wird wieder „auf Null“ gestellt. Sowohl Hotels, Tourismusveranstalter als auch Urlauber sind aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation “gezwungen”, Neues auszuprobieren. Dabei werden wir unweigerlich feststellen, dass einige dieser Dinge uns besser gefallen als das, was wir vorher gemacht haben.

Hotels werden sicherlich auf digitale Tools umstellen, weil sie tatsächlich Vieles im Betrieb erleichtern. Beliebte Reisedestinationen erleben gerade, wie angenehm es ist, dass die Menschenmassen ausbleiben – und viele werden dies auch nach Corona durch entsprechende Maßnahmen beibehalten wollen. Urlauber wiederum entdecken momentan, wie sehr sie den Fahrradurlaub, das Reisen im eigenen Land oder das abgelegene Bio-Bauernhof-Hotel genießen und viele von ihnen werden entsprechend künftig andere Arten von Reisen planen.

Corona wird sicherlich nicht alles verändern. Es könnte aber das Reisen in vieler Hinsicht achtsamer, entschleunigter und bewusster machen.“

Die ACHAT Hotels in Schwarzheide, Chemnitz oder Zwickau

Die ACHAT Hotels wollten es (unbeabsichtigt) wissen. Sie starteten Ende 2019, Anfang 2020 mit ihrem Marken-Relaunch und schlitterten in die Corona-Krise. Doch Head of Operations der ACHAT-Hotels, Reiner Bauch, blickt zuversichtlich in die Zukunft. 

Reiner Bauch – Head of Operations, ACHAT Hotels

„Zumindest in diesem Sommer können wir eine Änderung des Reiseverhaltens deutlich spüren: Die Auslastung unserer Hotels ist viel stärker durch Privatreisende geprägt, als es sonst der Fall ist. Diese sind nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Orten anzutreffen, so z.B. in unserem Hotel in der Schwarzheide. Aber auch Chemnitz oder Zwickau sind im Jahr 2020 beliebte Urlaubsziele. Dahingegen sind Geschäftsreisen und Gruppenreisen noch immer verhalten, wobei wir auch hier einen leichten Anstieg der Buchungen feststellen können. Wir hoffen, dass sich dieser Trend im Spätjahr verstärkt und sich das Reiseverhalten so wieder normalisiert – natürlich auch langfristig unter Einhaltung der COVID-19 Hygienebedingungen, die ich auch für das Jahr 2021 als eine Art „neue Normalität“ betrachte. Zusammengefasst freue ich mich aber über die gestiegene Lust am Reisen in Deutschland – dies ist eine hervorragende Chance für unsere ACHAT Hotels, da man für einen echt guten Urlaub eben nicht immer quer durch die Welt fliegen muss.“

Mehr zu den ACHAT Hotels und dem Marken Relaunch kannst du in meinem Podcast mit Philipp von Bodman hören: „Stimmen für die Hotellerie: Wie die ACHAT Hotels zu den echt guten ACHAT Hotels wurden, während Corona“.

Die Chance für C-Regionen, wie der Harz

Meik Lindberg, Geschäftsführer des The Hearts Hotel, saß während der Pandemie auf einer Baustelle. Er hatte kurz vor dem Ausbruch der Pandemie ein ganzes Hotel zu renovieren. Er bleibt positiv und sieht Corona als Chance für seine Destination. 

Meik Lindberg, Geschäftsführer The Hearts Hotel

 

„Kein Fern-Tourismus, Großstadtreisen sind verhalten, teils vergessene Urlaubsregionen erwachen und boomen. Der Harz ist einer dieser Profiteure. Unsere Gäste zeigen positives Feedback, da die Erwartungshaltung übertroffen wurde. Wir erkennen bereits eine hohe Zahl wiederkehrender Gäste und verlängerte Aufenthalte. Die sonst müde belächelten C-Regionen stehen auf einmal hoch im Kurs. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir dieses Level aufrecht erhalten können.“

 

 

Gleich zu Beginn der Corona-Krise habe ich mich mit Meik Lindberg unterhalten. Den Podcast findest du hier: „Stimmen für die Hotellerie: Das Hotel mit Herz im Harz – The Hearts Hotel“.

Urlaub „dahoim“ in Mähringen bei Tübingen

Victoria Mayer steckte mitten im Studium, als die Corona-Krise, den Familienbetrieb mit voller Wucht traf. Sie bleibt realistisch aber dennoch optimistisch. 

Victoria Mayer, Mayer’s Waldhorn

Das (Nicht-)Reiseverhalten unserer Gäste stellt für uns einen Ausdauerlauf dar.

Unser Gästeklientel besteht zu etwa 65 % aus Geschäftsreisenden, weshalb deren eingeschränkte Reisetätigkeit sich schon in den Wochen vor der Ferienzeit deutlich in unseren Auslastungszahlen bemerkbar gemacht hat. Die anderen 35 % sind Privatreisende, die unsere Region normalerweise für ein langes Wochenende erkunden. Diese Gästeanzahl erhöhte sich leicht und wir profitieren von den Deutschland-Entdeckern, auch dank der verstärkten Marketingtätigkeit unserer Region. Das ist eine spannende Entwicklung und wir nutzen die Chance, unser Angebot für Urlaubsreisende auszuweiten und diese Zielgruppe auch langfristig direkter anzusprechen und zu uns einzuladen.

Für die Zeit nach den Sommerferien in Baden-Württemberg zeichnet sich aber weiterhin ein zurückhaltendes Buchungsverhalten ab und wir rechnen damit, dass dies auch noch einige Monate andauern wird. Dank unserer Lage nahe eines Industriegebiets und nicht weit entfernt von der Messe Stuttgart bauen wir aber darauf, dass sich die Lage in 2021 wieder entspannen wird und auch die Geschäftsreisenden zu uns zurückkehren werden.

Aber ein Gutes hat das zögerliche Reiseverhalten der Deutschen doch: Unser Restaurant und vor allem die große Terrasse sind so voll wie sonst nie während der Urlaubszeit und unsere einheimischen Gäste genießen einen kulinarischen Sommer(-Urlaub).

Das Mayer’s Waldhorn ist mein Best Practice Beispiel für den gelungenen Instagram-Auftritt eines Hotels. Im Podcast habe ich mich mit Victoria über Instagram, Social Media allgemein und den Fachkräftemangel unterhalten: „Stimmen für die Hotellerie: Das Best-Practice-Beispiel auf Instagram – Mayer’s Waldhorn“.

„Malle ist nur einmal Jahr“

…oder so ähnlich. Patrizia zieht ein Fazit und sieht die Auswirkungen in ihrer Wahlheimat Mallorca. 

Patrizia Yurtsever, virtuelle Assistentin für Gastronomie, Hotellerie und Food

„Wenn sich auf Mallorca keiner mehr um die Strandliege streitet, dann hat sich das Reiseverhalten bereits verändert. Nachdem die Einheimischen in meiner Wahlheimat Mallorca im Juni voller Hoffnung in eine verspätete Saison gestartet sind, wurde mit der ausgesprochenen Reisewarnung vom 28. August 2020, auch das letzte Fünkchen Hoffnung zunichte gemacht. Leere Strände im August, so was gab es auf Mallorca selten. Während sich das Servicepersonal in den wenigen geöffneten Lokalitäten die Füße in den Bauch steht, bilden sich in den Supermärkten Schlangen. Denn die wenigen Touristen, die auf die Insel kommen, setzten in diesem Jahr eindeutig auf Individualtourismus. Finca Urlaub statt all-inclusive, Mietwagen statt Shuttlebus. Und so werden sich glaube ich auch die kommenden Monate oder gar Jahre entwickeln. Sicherheit steht im Vordergrund. Da möchte der Deutsche weder in einem Fernziel, 6 Stunden von der Heimat entfernt sein, noch auf dem Kreuzfahrtschiff, wo sich dicht an dicht am Buffet bedient wird. Da heißt es „Social Distancing“ in der schönsten Zeit des Jahres!“

Die Toskana in Deutschland

Fröhlich und zuversichtlich nehmen auch Michaela und Christian Heck das Reiseverhalten ihrer Gäste wahr. Sie stellen längere Aufenthalte fest. 

Michaela und Christian Heck, Inhaber Hotel Am Wartturm

„Wir haben diesen Sommer weitaus weniger Geschäftsreisende als sonst. Gruppenreisen finden in kleinerem Rahmen statt. Waren es vor der Corona-Krise noch Gruppenreisen mit bis zu 30 Personen, reisen momentan Gruppen bis zu max. 20 Personen an. Wir haben festgestellt, dass die Privatreisen zugenommen haben und auch der durchschnittliche Aufenthalt länger geworden ist. Bisher lag die durchschnittliche Übernachtungszeit bei 1,7 Nächten, momentan liegt sie bei ca. 2,3 Nächten. Der Anteil an Buchungen von teilweise 4 oder 5 Nächten für unsere Destination hat zugenommen. Allerdings hat sich auch der Buchungsvorlauf stark verkürzt und es wird eher spontan gebucht. Das ist natürlich extrem herausfordernd für unsere Personalplanung und den Einkauf.

Die Touristen erkunden verstärkt die Region. Das freut uns! Wir haben in einem Umkreis von 20 km wunderbare Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel die Weinstraße oder auch die schöne Stadt Heidelberg, liegen quasi direkt vor unserer Haustüre. Außerdem gibt es in unserer Umgebung sieben Badeseen im Nah-Erholungsgebiet. Das passt auch prima zum ansteigenden Fahrradtourismus. Mit dem (E-)Bike zum Badesee und sich bei den zeitweise heißen Temperaturen abkühlen – wie am Meer, denn nicht umsonst heißt die Pfalz „die Toskana Deutschlands“.“

Ferien und Dänemark vor der Haustür

Das Janbeck’s Fairhaus ist ein Haus mit sieben Ferienwohnungen. Uta und ihr Mann betreiben den Dreiseithof autark und komplett nachhaltig. 

Ändert sich das Reiseverhalten? Ein Statement von Uta Janbeck, Inhaberin von Janbeck's Fairhaus
Uta Janbeck, Inhaberin Janbeck’s Fairhaus

Bei uns in Janbeck*s FAIRhaus ist deutlich zu spüren, dass die Gäste sehr auf „Nummer sicher“ gehen. Anders als in Hotels hat man bei uns die Möglichkeit sich aus dem Weg zu gehen. Platz ist auf dem Hof genug und die Ferienwohnungen und Apartments liegen verteilt in 4 Gebäuden. Das fanden unsere Übernachtungsgäste schon vor Corona gut. Wir haben noch mehr Nischen geschaffen, zum Zurückziehen auf unserem Gelände, und versucht Verhaltensempfehlungen mit einem kleinen Augenzwinkern zu formulieren. Denn bei allen Vorschriften möchten wir, dass die Gäste ihren Urlaub genießen können. Das fängt dann bei der digitalen Gästemappe an, über die die Gäste auch mit uns kommunizieren können. Auch die Hygienemaßnahmen, die wir durchführen, stellen wir dort dar. Frühstück wurde bei uns schon immer persönlich am Tisch serviert. Spürbar ist jetzt ein verstärkter Wunsch der Gäste die Mahlzeit draußen einzunehmen. Auf das eingeschränkte Angebot in der umliegenden Gastronomie haben wir reagiert und bieten unseren Hausgästen kleine selbstgemachte Speisen zum Beispiel Gemüsequiche etc. an. Die können sie sich mit in den Garten oder auf das Zimmer nehmen. Unsere Torten in Miniform werden auch gerne bestellt.

Ein Angebot, was auch gerne beansprucht wird ist unser Lose-Laden. Wie in einem Unverpackt-Laden können Gäste bei uns Gemüse, Eier, Getreide etc. aus der Region kaufen und am Ende abrechnen. Das spart kostbare Urlaubszeit, die man nicht im Supermarkt verbringen muß und nebenbei jede Menge Müll.

Auch das Buchungsverhalten hat sich verändert. Man möchte gerne im Land bleiben, gerne ans Meer, aber bitte dorthin, wo es nicht voll ist. Solche leeren Strände gibt es hier oben kurz vor Dänemark noch. Wenn’s dann zu der Hauptreisezeit doch mal voller war, waren unsere Hausgäste immer zu anderen Zeiten unterwegs. Gut versorgt von uns auf Wander-oder Fahrradtouren ins Binnenland. So waren die meisten unterwegs. Und auch da haben wir uns etwas einfallen lassen und kleine Schnitzeljagden ausgearbeitet. Übernachtungsgäste , die abreisen, reservieren schon gleich für das nächste Jahr, das ist auch auffällig mehr.

Als grüne Hoteliere finde ich alternative Fortbewegung, weniger Müll und Urlaub im eigenen Land natürlich super und muß sagen, dass wir Glück haben und mit unserem Betrieb trotz Corona bisher ganz gut dastehen. Vielleicht liegt es auch an dem uns verstärkt entgegengebrachten Vertrauen unserer Übernachtungsgäste. Es scheint die neue Währung unserer Zeit zu sein.

Mit Uta habe ich schon zwei Podcasts gedreht: 

„Stimmen für die Hotellerie: Nachhaltigkeit im Hotel – Janbeck’s Fairhaus“ und „Stimmen für die Hotellerie: Klimapositives Hotel, Zero Waste und Hotelmarketing“.

Was denkst du? Ändert sich das Reiseverhalten und wenn ja, wie? Schreib deine Antwort gerne unter diesen Artikel in die Kommentarspalte.

7 Reiseblogger berichten über ihr Reiseverhalten mit Corona

Sieben Reiseblogger haben bei meiner Blogparade mitgemacht und ihre Antworten auf die Frage „Ändert sich das Reiseverhalten?“ auf ihren Blogs veröffentlicht. Das hat mich sehr gefreut! 🤩 Das schlimmste bei so einer Blogparade ist ja, wenn keiner mitmacht. Das war zum Glück nicht so. Obwohl die Artikel überwiegend positiv und optimistisch sind, könnten sie unterschiedlicher nicht sein. 

Dominik Reichert – Travel Insider Podcast, war einer der ersten und sagt „eine starke Reiselust“ voraus. Dennoch glaubt Dominik dass sich das Reiseverhalten mittelfristig ändern wird. Wie? Das liest du in seinem Blogbeitrag:  „Wie sich das Reiseverhalten in Corona-Zeiten ändert“

Katrin Hilger – Hilgerlicious, schreibt „Nach Corona wird’s wie vor Corona – nix Neues beim Reiseverhalten, oder?“, dass sich nur wenig ändern wird. Sie sagt „Vor Corona ist wieder nach Corona – das neue New ist das alte Old.“ Und sie kritisiert, dass für Nachhaltigkeit eher ungern bezahlt würde.

Eine neue Blogger-Kollegin, Kerstin Palmer – Travelket, hat auch mitgemacht. Ihr Blog ist seit sechs Monaten online und sie schreibt über geplatzte Urlaubsträume in  „Wie Corona mir einen Strich durch die Rechnung machte“.

Monika Fritsch konnte in diesem Jahr ihre Familie nicht besuchen, hat aber Deutschland neu entdeckt und schreibt außerdem über Geschäftsreisen mit Corona „Reisen in neuen Zeiten“.

Sandra Hintringer – Tripp Tipp, stellt fest, dass Selbstverständlichkeiten urplötzlich zu Luxus werden. Sie hat im Urlaub auch erkannt, wie die Corona-Pandemie unser Verhalten gegenüber anderen verändert:  „…aber ich möchte doch nur ein Brötchen oder wie die Pandemie sich auf unser (Reise)-Verhalten auswirkt“.

Daniela Köster – Genuss-Touren,  sieht die „Neuentdeckung Deutschlands“ als Reiseland kritisch. Schließlich war Deutschland schon immer das beliebteste Reiseland der Deutschen. Daniela beleuchtet in ihrem Artikel „Ändert sich das Reiseverhalten durch Corona?“ die Auswirkungen der Reisebeschränkungen auf den Tourismus in Afrika.

Eingesparte Reisezeit, kann anders genutzt werden, findet Reiseblogger-Urgestein Ingo Busch – Reisewahnsinn. In seinem Artikel „Reist Du noch oder gärtnerst Du schon?“ erzählt er von seinem neuen Hobby. Und leider musste er auch auf ein Highlight verzichten.

Vielen Dank an alle Hoteliers und Reiseblogger für’s Mitmachen! 🤩

Jede*r Teilnehmer*in der #Blogparade4Tourism hat eine Dankeskarte von mir erhalten. Meine Herzensbranche braucht Zuversicht und das sollte diese Blogparade zeigen. Ich bin froh, dass alle optimistisch in die Zukunft blicken. Und ich freue mich riesig, dass die Blogparade so großen Anklang gefunden hat und viele mitgemacht haben. Vernetzen findet online und offline statt. Vielen Dank!
Wie ist deine Meinung zum Thema? Schreib deine Antwort gerne unter diesen Artikel in die Kommentarspalte.

Einige Rückmeldungen gab es über Instagram und meinen Newsletter

Die Frage „Ändert sich das Reiseverhalten?“ wurden von den Kolleg*Innen unterschiedlich beantwortet.

 

Zur Frage „Ändert sich das Reisverhalten?“ gab es verschiedene Kommentare, Direktnachrichten und Antworten auf meine Sticker in den Stories.

Eine Kollegin auf Instagram schrieb, auf die Frage, wie sich das Reiseverhalten ändert:

„Viel mehr Kurztrips als früher, Event-Reisen für z.B. Konzerte in die Stadt inklusive Hotelübernachtung.“

Das wird meiner Meinung den Aufwand für An- und Abreise und Zimmerreinigung erhöhen und somit die Kosten für das Hotel. Meine Prognose: Das schlägt sich in den Preisen nieder.

Darauf gab es folgende Antwort:

„Problematisch hierbei denke ich ist, dass der Kunde oft sehr preissensibel ist und die Auslastung der Hotels würde demzufolge sinken. Bzw. Man muss hier gut begründen, warum der Preis steigt und vorsichtig mit einer Preiserhöhung sein.

Außerdem mein Gedanke, dass durch Kurztrips im eigenen Land zwar die Fixkosten der Hotellerie steigen, aber die Auslastung des Hotels tut dies gleichzeitig auch. Da mehr verreist wird.

Ich denke es sind weitere Faktoren zu nennen für die Erhöhung der Fixkosten in der Hotellerie, wie steigende Löhne, Kosten für Lebensmittel und Energie. Vielleicht kann man hier gute Argumente finden, die den Gast überzeugen mehr für das Zimmer/Essen zu zahlen.“

Eine Newsletter-Abonnentin antwortete mir auf meinen Newsletter vom 05.08.2020:

„Diese Frage kann ich in meiner Region (Naumburg an der Saale, Sachsen-Anhalt) mit ja beantworten. Wir haben momentan sehr viele Tagestouristen, welche Step by Step, Städtereisen machen und daher sehr kurzfristig Zimmer buchen. Sie sind sehr positiv überrascht, dass es in Deutschland auch schöne Urlaubsziele gibt.“

Julia und Sven von Doppel[t]spitze schrieben:

„Sicher nur kurzfristig und wenn dann nur durch steigende Preise, z.B. bei Flügen, als durch Umdenken.“

Und? Wandel oder Stillstand?

Das Reiseverhalten hat sich verändert. Daran gibt es nichts zu rütteln. Gerade bei Geschäftsreisen ist ein deutlicher Rückgang zu spüren und dieser Umstand wird sich meiner Meinung nach nicht so schnell ändern. Die Unternehmen haben festgestellt, dass eine Zusammenarbeit über Videokonferenzsysteme genauso funktioniert, wie ein Treffen vor Ort. Sie sparen Kosten – während Corona, um ihre Mitarbeiter zu schützen und „nach“ Corona, um unnötige Reisen zu vermeiden. Das ist besonders für Hotels mit Fokus auf Businessgäste bitter. Tagungshotels müssen ihre Räume für andere Zwecke vermieten. Wie können Tagungsräume noch genutzt werden? Darüber habe ich mir schon vor Jahren Gedanken gemacht und über „Coworking Spaces in Hotels – Mehr als nur ein trendiger Profitcenter? (Teil 1)“ geschrieben. Dennoch glaube ich, dass Tagungen nicht komplett wegfallen werden. Unternehmen werden vermutlich seltener tagen, dafür mit mehreren Personen und länger. Darauf müssen sich Tagungshotels einstellen. In ihrem Angebot, im Preis und wie sie Räume und Hotelzimmer verkaufen.

Es kann nicht weitergehen, wie vorher. Die Corona-Krise hat vieles verändert. Sie hat aufgezeigt, wie zerbrechlich die Reisebranche ist und wie viele Menschen vom Tourismussystem abhängen. Eines hat sie sehr deutlich präsentiert: „Partnerschaften“ im Vertrieb sind nur solange intakt, solange das System funktioniert. Booking & Co. haben Hotels im Regen stehen lassen, die AGBs über Nacht geändert und sich nach Außen, als „Retter“ dargestellt. Spätestens jetzt, sollten Hoteliers darüber nachdenken, ihren Vertrieb zu überdenken. Dazu gehört ein gut funktionierende Website, die konvertiert, also über die Booking Engine, einfach und schnell Reservierungen erzeugt und ein kommunikativer Außenauftritt. Hoteliers müssen sich jetzt endlich (!) auf ihren Direktvertrieb fokussieren! 

Über den Hotelvertrieb habe ich mich mit Matthias Leitner, CEO Active by Leitners, im Podcast unterhalten: „Stimmen für die Hotellerie: Für den Lieblingsplatz nach der Krise und warum ein Hotelier sein eigenes Portal gründete“.

Wie viel es noch zu tun gibt, zeigt mein Artikel „“Liebe Reiseblogger, bitte klärt auf und fördert Direktbuchungen!”“, in dem ich einen Twitter-Chat aus März 2020 zusammengefasst habe.

Klar ist, dass für Hotels kein Nachholeffekt besteht. Das heißt, alle nicht verkauften Zimmer während des „Lockdowns“, sind verlorener Umsatz. Während das produzierende Gewerbe einfach mehrere Produkte herstellen und verkaufen kann, ist ein Hotelzimmer so verderblich wie Obst und verfällt nach 24 Stunden. Deshalb werden Hoteliers (hoffentlich!) die Preise nicht senken, sondern mindestens auf demselben Niveau wie vor Corona halten. Preisdumping ist die schlechteste Idee, auch wenn der Zweck dahinter verständlich ist: Gäste zum Buchen anregen. Deshalb wird meiner Meinung nach das Reisen wieder Luxus. Gäste werden es wieder zu schätzen wissen, sobald alle Reisewarnung aufgehoben sind. Sie werden das Ziel des Jahresurlaubs gut recherchieren und planen. Schöne Erlebnisse für positive Erinnerungen werden im Vordergrund stehen. Denn, wer weiß, wann die nächste Pandemie ausbricht. Hotels die Storytelling beherrschen und Erlebnisse, Abenteuer und Gefühle kommunizieren können, gewinnen! 

Wie verändert sich das Reiseverhalten deiner Meinung nach? Schreib deine Antwort gerne unter diesen Artikel in die Kommentarspalte.

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