Als ich vor acht Jahren mit dem Podcasten anfing, hab ich mir genau diese Frage gestellt. Dazu musst du wissen, was ein Podcast überhaupt ist. Erst mal ist es ein sogenannten Kofferwort (oder auch Schachtelwort) und wird aus den Wörtern Broadcast (aus dem Englischen für Rundfunk) und iPod. Mit Apples iPod startete der Aufstieg von Podcasts, denn Podcasts sind abonnierbare Audiodateien. Aber man kann „Podcast“ auch als Technologie bezeichnen. Oft wird der Begriff auch für alles hör- oder sehbare im Internet verwendet, zum Beispiel auch für Video-Podcasts.
Heute geht es um die technische Seite und wie eine Podcastsendung ins Netz kommt.
Der Artikel ging erstmals am 12. Januar 2024 online. Ich habe ihn überarbeitet.
Was ein Podcast mit dem RSS-Feed zu tun hat
Damit die Audiodatei abonnierbar wird, braucht sie einen RSS-Feed. Wenn du schon länger im Internet unterwegs bist, kennst du diese Ursprungsform, als man sich über Neuigkeiten auf Blogs noch mittels abonnierten RSS-Feeds auf dem Laufenden hielt. Denn es gab noch keine sozialen Netzwerke. Gängige RSS-Feedreader sind zum Beispiel FeedDemon für Windows, Feedly für iOS oder Liferea für Linux.
Im Grunde ist ein Podcast also eine Audiodatei + RSS-Feed.
Exkurs: Jetzt werde ich ein bisschen spitzfindig, aber das ist recht normal im Netz 😉. Schon seit Ewigkeiten wiederholen die Expert:innen immer wieder: eine Website, mehrere Webseiten (Unterseiten auf der Website) und die Homepage ist nur die Startseite. Letzteres wird leider sehr oft synonym und für Website und Webseiten gleichermaßen verwendet. Doch so viel Genauigkeit muss sein und das ist auch in der Podcast-Bubble so.
Ein Podcast ist im Grunde die ganze Sendung, also Podcastfolge 0 bis X. Ich hoste zum Beispiel vier Sendungen mit unterschiedlich vielen Podcastfolgen oder auch Episoden. Die könnte ich sogar in Staffeln organisieren. Was mich in der Themenwahl und der Darstellungsform flexibel macht. Und dich vielleicht auch 😊.
Doch zurück zum RSS-Feed:
Ein RSS-Feed ist eine XML-Datei, also eine Textdatei mit Auszeichnungen. Diese Auszeichnung erkennt der RSS-Reader, zum Beispiel Feedly und spielt neue Inhalte im RSS-Reader aus. Ich hab zum Beispiel unterschiedliche Themen abonniert und je nach Einstellung bekomme ich einen Hinweis, wenn ich grad in der App unterwegs bin, das es was neues gibt. So muss ich nicht regelmäßig die Seiten ansurfen.

Also: Ein Podcast ist eine abonnierbare Audiodatei. Damit die Audiodatei zum Podcast wird, brauchst du einen RSS-Feed.
Wie dein Podcast ins Netz kommt und was du dafür brauchst
Du brauchst ein Zuhause für deine Audiodateien. Ich hab mich dazu entschlossen, wie auch schon beim Blog, selbst zu hosten. Das heißt ich habe eine Domain, klar die liegt beim Hoster, in meinem Fall Hetzner, und dort lade ich, über mein Content Management System (CMS) WordPress.org, alle meine Podcastfolgen als mp3-Dateien hoch. Um meine Folge dann in die Podcastverzeichnisse zu bringen, nutze ich das Audioplayer-Plugin PowerPress von blubrry (für WordPress) für die Distribution.
Begonnen habe ich aber mit dem Podcasthoster podcaster.de. Weitere bekannte Hostinganbieter sind zum Beispiel Podigee, Libsyn aber auch Blubrry. Letzteres gibt es, wie erwähnt, als Hosting-Plattform und als Plugin.
Das Blubrry Plugin gibt mir dann meinen Podcast-RSS-Feed.

Also mein RSS-Feed für meine Sendung Text & Podcast lautet: https://www.valerie-wagner.de/feed/text-und-podcast/
Bei Podigee würde er zum Beispiel https://text-und-podcast.podigee.io/feed/mp3 lauten.
Podcast-Hosting?
Du entscheidest, ob du selbst hosten willst oder über einen Hostinganbieter. Folgende Gegenüberstellung könnte helfen.
Wenn du deinen Podcast selbst hosten willst
- Seite auf der Website erstellen
- Plugin installieren, ich nutze das PowerPress Plugin von Blubrry
- Podcast-Name vergeben, Beschreibung einfügen, Cover hochladen
- Plugin einrichten (das was du beim Hoster ➡️ auch machst)
- Accounts auf allen gängigen Podcatchern, wie Spotify, Apple Podcast, Deezer, TuneIn etc. einrichten
- RSS-Feed kopieren und bei den Podcatchern einreichen
- Abwarten und zack! ist deine Sendung online 🎉 (manchmal dauert es auch ein bisschen)
- Vorteil: Deine Plattform, dein Content!
- Keine zusätzlichen Kosten, solange du die Speicherkapazität deines gebuchten Pakets beim Website-Hoster nicht überschreitest. Meine hält bereits 7 Jahre.
- Nachteil: mir fällt keiner ein.
Wenn du deinen Podcast bei einem Podcast-Hoster unterbringst
- Account beim Podcast-Hoster erstellen (Podigee, podcaster.de etc.)
- Account einrichten
- Podcast-Name vergeben
- Beschreibung einfügen
- Cover hochladen
- Vorteil: einfach und schnell eingerichtet
- Nachteil: geht der Hoster hops, kann es sein, dass dein Content futsch ist.
- Meistens hast du eine maximale Uploaddauer in Minuten im Paket, wofür du zahlen musst.
Wie dein Podcast deine Hörer:innen erreicht
Deine Sendung, also der Trailer oder die erste Folge, ist online – zumindest auf deiner Website oder beim Hoster. Doch auf Apple Podcast oder Spotify ist sie es noch nicht. Wenn du dich für einen Hoster (Podcaster.de oder Podigee oder ähnliche) entschieden hast, machen die das. Dafür bekommen sie ja auch Geld 😉.
Wenn du selbst hosten willst, musst du das machen. Dafür meldest du dich bei Spotify an und reichst deine Sendung ein. Stell dir das wie ein Telefonbuch vor oder wie die gelben Seiten damals (jesses … ist das lange her 😅). Dein Trailer sollte dafür schon online sein, also zum Beispiel auf deinem Blog im Power Press Plugin (Blubrry). Denn das brauchen die Verzeichnisse, auch Podcatcher genannt, alle. Mindestens eine mp3-Datei, Intro, Trailer oder sogar Folge 1. Wie du willst.
Wie du deinen Podcast in großen Streaming-Diensten listen lassen kannst
Jetzt brauchst du einen Spotify Account. Dabei geht es nicht um deinen Abonnenten-Account von Spotify, sondern um einen Podcaster-Account. Gehe dazu auf Spotify for Podcasters und legen einen Account an. Ähnlich verfährst du mit Apple und den anderen.
Interessant für Podcaster ist auf jeden Fall noch Amazon Music.
Podcasts lassen sich nun unkompliziert über den RSS-Feed auf YouTube veröffentlichen. Nach dem Anlegen eines YouTube-Kanals und dem Einreichen des Feeds werden vorhandene Episoden automatisch als Videos mit Coverbild hochgeladen, neue Folgen erscheinen ebenfalls automatisch. YouTube übernimmt alle Metadaten und kann die Inhalte monetarisieren.
Wo du beliebte Podcast-Verzeichnisse zum Hochladen findest
Ich hab mal grob zusammengeschrieben, welche Podcatcher wichtig sind und wo du deine Podcast-Sendung in jedem Fall listen lassen solltest. Ich liste hier nur Podcatcher auf, die aus Europa erreichbar sind. Audacy und Pandora (Podcast) betreiben Geoblocking, weshalb wir nicht auf die Seite kommen und folglich die Sendung nicht einreichen können.
- Apple Podcasts – erste Plattform für Podcast-Zuhörer weltweit
- Spotify – aktuell populärste Plattform und bei vielen Hörern beliebt.
- Amazon Music – zunehmend wichtiger Kanal.
- Deezer – in Europa verbreitet, Podcast-Support vorhanden.
- Pocket Casts – beliebter Drittanbieter-Podcatcher.
- TuneIn – Radiound Podcast-Plattform, die viele Nutzer erreichen kann.
- iHeartRadio – wichtig vor allem in den USA.
- Podcast Index – offenes, unabhängiges Podcast-Verzeichnis (oft für Entwickler/Podcatcher genutzt).
- Podchaser, Listen Notes – Verzeichnisse/Datenbanken, die nicht immer Player sind, aber zur Podcast-Entdeckung beitragen.
FAQ für Podcasting und deinen Podcast
Wie funktioniert die Anmeldung bei einem Podcast-Hosting-Service?
In der Regel musst du beim Hosting-Anbieter einen Account erstellen. Denn darüber wird auch abgerechnet. Oftmals erhältst du einen Probezeitraum, bevor du einen Vertrag eingehst. Du richtest deinen Account ein, meistens gibt es eine Anleitung. Gib den Namen deines Podcasts ein, daraus wird dein RSS-Feed generiert (wie oben beschrieben). Diesen RSS-Feed meldest du dann manuell bei wichtigen Plattformen (Spotify, Apple Podcast usw.) an. Beim Hoster lädst du deine Podcastfolgen hoch, füllst die Beschreibung und die Metadaten aus und kannst die Folgen zur Veröffentlichung planen.
Welche Software eignet sich am besten zur Bearbeitung von Podcasts?
Es gibt einige Schnittprogramme für Podcasts. Ich habe bisher drei Aufnahme- und Schnittsoftware genutzt. Diese stelle ich dir hier vor:
Audacity
Wenn du gerade mit dem Podcasting anfängst und nach einer Software suchst, die einfach zu bedienen ist, dann ist Audacity vermutlich die beste Wahl für dich. Audacity ist ein Open-Source-Audiorecorder und -Editor und völlig kostenlos. Perfekt also zum einarbeiten. Audacity verfügt über alle grundlegenden Funktionen, die du zum Bearbeiten deiner Aufnahmen brauchst und ist zweifellos eine gute kostenlose Software für das Podcasting.
Zum Einlesen empfehle ich die Artikel von Brigitte Hagedorn „Erste Schritte mit Audacity“. Brigitte hat auch ein Buch über die Software geschrieben: „Audacity Audacity: Praxiswissen für die Audiobearbeitung“* (Affiliate-Link zu geniallokal) geschrieben. Alternativ kannst du dir das Buch auch als eBook* (Affliate-Link zu geniallokal) holen. Oder über Amazon*.
*Wenn du über den Affiliate-Link kaufst, entsteht dir kein Nachteil, aber ich erhalte eine kleine Provision und kann meine Website mit Blog und meine Podcast-Sendungen betreiben. Vielen Dank!
Garageband
GarageBand ist ein kostenlos vorinstalliertes Apple-Tonstudio, mit dem sich Podcasts einfach aufnehmen und bearbeiten lassen. Nach wenigen Grundeinstellungen kann eine Vorlage erstellt werden, die für zukünftige Aufnahmen genutzt wird. Solo- und Mehrspuraufnahmen sind möglich, etwa für Interviews mit mehreren Mikrofonen. Die Bearbeitung erfolgt direkt in der Zeitleiste durch Schneiden, Trimmen und Lautstärkeanpassung per Automation. Fertige Folgen lassen sich als WAV oder MP3 exportieren und optional weiter optimieren. GarageBand eignet sich besonders für einen unkomplizierten Einstieg ins Podcasting. Mehr dazu findest du in meinem Gastbeitrag: „Podcast aufnehmen und bearbeiten mit Garageband“.
Ultraschall.fm
Ultraschall.fm ist ein kostenloses, Open-Source-Podcast-Produktionstool, das die Audio-Software REAPER speziell für Podcaster:innen optimiert und nutze ich schon fast acht Jahre. Statt einer DAW für Musik bietet Ultraschall eine Podcast-freundliche Arbeitsoberfläche und Features wie Mehrspuraufnahme, Kapitelmarken, Remote-Recording, Livestream-Funktionen und einfache Nachbearbeitung – alles angepasst an typische Podcast-Workflows. Es läuft als Erweiterung auf REAPER (Testversion 60 Tage, danach kostenpflichtig) und richtet sich an alle, die professionell Podcasts aufnehmen und schneiden wollen. Das Team hat viel Herzblut reinfließen lassen und ein herausragend ausführliches Manual zu Ultraschall geschrieben. Dazu empfehle ich auch das Forum sendegate. Ich arbeite sehr, sehr gerne damit und kann es jedem empfehlen, der sich auch technisch ins Podcasten einarbeiten will.
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