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TEAM – Toll ein anderer macht’s! Persönlichkeitstypen im Hotelteam

Persönlichkeitstypen im Team nach dem DiSG-Modell

Mit bestimmten Personen geht das Arbeiten ganz leicht von der Hand. Quasi wie von selbst erledigen sich Aufgaben. Ich hatte das in meiner beruflichen Laufbahn ein einziges Mal.

Eine hat den dominanten und forschen Part übernommen, die anderen den zurückhaltenden und im Hintergrund gewirkt. Wir haben uns prima ergänzt und deshalb ist es auch so gut gelaufen.

Ohne grosse Unterhaltung wusste jeder was zu tun ist.

Unsere Persönlichkeiten haben zusammengepasst und wir haben uns ergänzt.

Woran das liegen, davon handelt der neue Gastartikel von Katrin Taepke. Es geht um Persönlichkeiten im Team und wie du sie identifizieren und für ein gutes Teambuilding einsetzen kannst.

Kennst du das? Dein Projektleiter (HoD – Head of Department) setzt sich durch, hält sich an alle Fristen und treibt Projekte voran? Jedoch nach deiner Einschätzung verhält er sich zu forsch?

Die Hostess am Check-In oder deine Rezeptionistin kommt hervorragend mit Euren Teilnehmern oder Gästen klar, allerdings kommen von ihr kaum neue Ideen und Verbesserungsvorschläge?

Dein Sales Manager ist ein Verkaufstalent par excellence, nur seine Verkaufsstatistiken und CRM-Einträge sind immer wieder lückenhaft oder mit Fehlern gespickt? Ist sein Lieblingsspruch dazu “Nobody’s perfect but me”?

Dein Grafiker ist ein Ass in InDesign und setzt fehlerfrei jedes Tagungsprogramm um, doch Deadlines sind für ihn immer wieder eine Herausforderung?

Wir alle haben es schon des Öfteren gehört: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht – weder beim Menschen noch bei Produkten oder Diensten.

Die eierlegende Wollmilchsau, wie in vielen Anzeigen beschrieben, gibt es nicht Klick um zu Tweeten

TEAM – Toll ein anderer macht’s!oder auch die Mär vom perfekten Event Manager

So haben auch deine Mitarbeiter ihre Stärken und Schwächen und genau diese lohnt es sich für dein nächstes Event oder deine optimale Team-Zusammenstellung einmal genauer anzusehen.

Für die Betrachtung von Stärken und Schwächen gibt es zahlreiche Modelle zur Analyse von Persönlichkeitstypen, zum Beispiel:

  • Myers-Briggs-Typen-Indikator (MBTI ®)
  • Reflector Big Five Personality
  • Reiss Profile
  • DiSG®-Modell
  • Dosha-Typen im Ayurveda

Mir ist bewusst, dass all diese Modelle in gewissem Maße auch ein Schubladendenken darstellen.

Damit du dir jedoch über die Stärken und Schwächen deiner Mitarbeiter bewusster werden kannst und auch innerhalb des Teams das Verständnis füreinander stärken kannst, sind solche Modelle eine gute Ausgangsbasis.

Mit ihrer Hilfe werden Verhaltenstendenzen von Menschen in verschiedenen Situationen besser sicht- und einschätzbar.

In diesem Artikel möchte ich mich auf das DiSG®-Modell konzentrieren.

Die Persönlichkeitstypen nach dem DiSG ® – Modell im Überblick

Dominant

Direkt und bestimmt“D”s nehmen gern Herausforderungen an, schätzen schnelle Ergebnisse, sind entschlossen und treten willensstark auf.

Initiativ

Optimistisch und aufgeschlossen”I”s regen andere Menschen an, unterhalten sie, arbeiten gerne in Teams und teilen gerne Ideen.

Stetig

Einfühlsam und kooperativ“S”s sind sehr hilfsbereit und wirken gerne im Hintergrund. Sie arbeiten gleichmäßig und kalkulierbar.

Gewissenhaft

Bedacht und korrekt”G”s handeln vorausplanend, systematisch, arbeiten sehr genau – sie zeichnen sich durch ihren Qualitätsanspruch aus.

Diese Persönlichkeitstypen kommen dir bekannt vor? Dir fallen sofort Kollegen ein, die sich häufig so wie oben beschrieben verhalten? Oder bist du dir noch unsicher?

Dominant, inititativ, stetig, gewissenhaft - finde die Persönlichkeitstypen in deinem Team… Klick um zu Tweeten

Erkenne die Persönlichkeiten in deinem Team

Ohne deine Mitarbeiter und Kollegen in Schubladen stecken zu wollen, kann es für dich hilfreich sein, herauszufinden mit wem du es zu tun hast. Diese Fragen können dir helfen, damit du die vier Typen in ihrer definierten Form erkennen kannst.

Nun kannst du deine Mitarbeiter solch einen DISG-Test machen lassen, oder du beobachtest Körpersprache, Ausdrucksweise, Wortwahl, Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke, Tonfall und frage dich zuerst:

Ist dein Gegenüber

  • eher schnell, aktiv und geradlinig? -> dann findest Du ihn im oberen Teil des Koordinatensystems (D, I)
  • oder eher verhalten und nachdenklich? -> dann findest Du ihn im unteren Teil des Koordinatensystems (G, S)

Wenn du das beantwortet hast, dann frage dich, ob dein Gegenüber eher

  • analytisch, fragend und skeptisch (D, G)
  • oder eher herzlich und akzeptierend agiert (I, S)

Persönlichkeitstypen nach dem Disg Modell

Ein Beispiel

Wenn dein Sales Manager sich sehr aktiv und zugleich herzlich verhält und ausdrückt, hast du einen I-Typen in deinem Team.

Der Sprinter oder der Marathonläufer?

Jetzt wird auch klar, warum typische “I”-Sales-Manager in der Regel weniger  gewissenhaft die Sales-Statistiken führen.

Der G-Typ befindet sich diametral im Kreis (oder Koordinatensystem) zum I-Typen.
“Aber, der muss das beides ordentlich erledigen!”

Wenn du dieser Persönlichkeitseinteilung folgst, dann wirst du sehen, dass beides einfach nicht geht. Im Sport ist es allgemein bekannt: Marathon oder Sprint. Wer beides kann, ist in keiner Disziplin exzellent, sondern bestenfalls Durchschnitt.

Willst du Durchschnitt in deinem Team?

Was kannst du nun tun?

Falls du exzellente Mitarbeiter möchtest, die ihre Stärken einsetzen können und bei dem dein Team mehr erreicht als es jeder einzelne könnte, dann berücksichtige diese Charakteristika bei deiner Teamzusammenstellung und auch beim Delegieren deiner Aufgaben.

Setze die Stärken deiner Mitarbeiter ein und konzentriere dich auf ihre Talente #leadership… Klick um zu Tweeten

Getreu dem Motto: Toll, ein anderer macht’s!

Hier braucht dein “I” ein gewissenhaftes “G” an seiner Seite, welches die Sales-Statistiken für das “I” pflegt.

G-Typen werden dir ebenfalls akkurat jede Teilnehmerliste pflegen oder die Änderungen auf Ihrer Event-Webseite bzw. Event-App aktuell halten. Zwinge sie im Gegenzug nicht zu Telefonakquise, weil die Umsätze des letzten Sales-Reports nicht deinen Zielvorgaben entsprechen.

Am Check-In oder an der Rezeption kommt es immer wieder zu kritischen Stimmen?

Die I- oder S-Typen sind hier durch ihre unterhaltsame oder herzliche Art genau die Richtigen.

Dein S-Mitarbeiter ist sehr um das Wohl seiner Mitmenschen bemüht, jedoch wird er wohl kaum derjenige sein, der neue Projekte vorantreibt oder immer wieder innovative Ideen hat.
Das I in deinem Team ist dir zu schwatzhaft?

Dann lasse ihn oder sie reden!

“I”s fällt es in der Regel leicht vor anderen zu reden, beispielsweise auf Konferenzen könnte dein I über deine Agentur, dein Hotel oder deine Location referieren. Hilf dem I allerdings dabei, seinen Vortrag fristgerecht einzureichen.

Das „D“ in deinem Team ist leistungsstark, dir oder Kollegen und sogar Kunden manchmal zu dominant? Nutze seine Dominanz!

“D”s sind die Macher, die Innovatoren und diejenigen, die dir dein Event fristgerecht auf die Beine stellen. Um bei deiner nächsten diplomatischen Verhandlungsrunde auch die Wünsche eines kritischen Kunden zu berücksichtigen, schickst du neben dem “D” am besten noch ein “S” in die Gesprächsrunde.

Fazit

Stelle dein Team im Büro und auch für deine Veranstaltungen so zusammen, dass möglichst jeder seine Stärken einsetzen kann. Wenn du das nächste Mal eine Stellenanzeige formulierst, überlege dir noch einmal ganz genau, was der Mitarbeiter können soll.

Wir neigen dazu, einzustellen oder einzusetzen, wer uns ähnlich ist. Doch dann haben wir ein Team mit sehr homogenen Stärken – und auch Schwächen.

Frage dich deshalb: “Brauche ich ein gewissenhaftes G, ein stetiges S, ein initiatives I oder ein dominantes D?” Die eierlegende Wollmilchsau, die immer noch in vielen MICE-Stellenanzeigen gesucht wird, wirst du kaum finden.

Mehr zum DiSG®-Modell

http://www.disg-modell.de/

https://www.hrdt.de/de/Personal/Diagnostik/9-Levels/

Über die Autorin

Katrin Taepke hat an der DHBW Ravensburg Messewirtschaft studiert, erfolgreich die Prüfung zum international anerkannten „Certified Meeting Professional“ absolviert sowie von 2011 bis 2013 ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (Berlin) mit dem Schwerpunkt „Entrepreneurship“ (innovative Geschäftsmodelle in KMU) absolviert. Seit 2003 plant, budgetiert und organisiert sie federführend in verschiedenen leitenden Positionen Personal- und Bildungsfachmessen sowie Wirtschafts- und wissenschaftliche Tagungen mit bis zu 10.000 Teilnehmer/innen.

 

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