Digitalisierung
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Candidate is King! Online-Recruiting hat enormes Potenzial

Digitales Recruiting hat viel Potenzial!

Erinnerst du dich noch an dein erstes Bewerbungsschreiben?

Ich weiss noch, wie ich mich für einen Nebenjob im Baumarkt beworben habe. Damals wollte der Personaler noch die Berufe meiner Eltern wissen. Auch für meine Ausbildung habe ich mich noch per Post beworben. Das feine Papier mit Wasserzeichen, die hochwertige Bewerbungsmappe. Dann kamen die Bewerbungen per EMail und heute?

Online-Recruiting ist ein weiteres Buzzword in der Digitalisierung. One-Klick-Lösungen gehören auch dazu. Meine Gastautorin Katrin beschäftigt sich in diesem Artikel mit einer dieser Lösungen und hat dafür Tobias Beuschel zum Interview gebeten.

Fachkräftemangel oder eben auch -sicherung und Digitalisierung sind Buzz-Words der letzten Jahre und werden uns wohl noch eine Weile begegnen.

Doch wie steht es um die Kombination der beiden Begriffe?

Wie weit ist das Recruiting schon digitalisiert?

Laut der jüngsten Staufenbiel Studie „RecruitingTrends 2017“ läuft die Gewinnung neuer Mitarbeiter vor allem über Online-Anzeigen, eigene Karriere-Websites oder Events und Messen. “Die letzten eineinhalb Dekaden haben eine Umkehr der Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt gezeigt: Candidate is King!”, sagt Prof. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Uni Bamberg.

Digitales Recruiting ist auf dem Vormarsch und daher möchte wir dir heute das One-Click-Bewerbungstool der „Personalkampagne“ genauer vorstellen.

Katrin Taepke: Herr Beuschel, wir haben uns auf einer Veranstaltung kennengelernt, auf der Sie vorgestellt haben, wie Sie mit Ihrem Start-up den Recruiting-Prozess ganz neu aufstellen wollen. Dabei meinten Sie, dass sich der Bewerbungsprozess sowohl für die Recruiter, also die HR-Manager in den Unternehmen, als auch für den Bewerber komplett verändert. Sie selbst kommen – erstaunlicherweise – gar nicht aus dem HR-Bereich. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Tool zu entwickeln?

Tobias Beuschel: Hallo Frau Taepke, vorab vielen Dank für dieses Interview. Eigentlich war dieses Tool nicht für unsere Personalkampagne, sondern wir hatten es schon vor 2 Jahren entwickelt. Wir nutzen es, um mit unserer Regionalkampagne neue Kunden bzw. Aufträge für unsere Kunden einzukaufen. Ein Regionalkampagnen-Kunde hat uns vor einem Jahr angesprochen, ob wir damit nicht auch Personal einkaufen können.

Daraufhin haben wir 8 Monate ausführlich getestet und optimiert es hat hervorragend funktioniert. Wir konnten monatlich zwischen 50 und 100 Bewerber für einen Job generieren, für den es zuvor eigentlich keine Bewerber gab… Geboren war unsere Personalkampagne.

KT: Wie können sich unsere Leser Ihr Tool vorstellen? Was ist das Besondere daran?

Es ermöglicht uns sämtliche Online-Marketing-Kampagnen zu bündeln, zu tracken, auszuwerten, A/B Tests zu machen, Traffic auf Landingpages zu konvertieren und vieles mehr.

TB: Es ist das perfekte Handwerkszeug, um effektiv Onlinemarketing zu betreiben. Wir haben immer alle wichtigen Kennzahlen für alle unsere Kunden im Blick und werden informiert, wenn die Performance einzelner Kampagnen nachlässt. Das ermöglicht uns in Echtzeit einzugreifen und zu optimieren.

Wir nutzen diese hoch digitalisierte Welt jetzt für den bisher sehr manuellen Bewerbungsprozess. Die Interessenten für das jeweilige Jobgesuch kommen jetzt in Echtzeit in den Personalabteilungen an. Diese haben somit die Chance Jobinteressenten zu erreichen, solange sie noch aktiv vor der Stellenausschreibung sitzen.

#DigitalesRecruiting ist das perfekte Handwerkszeug, um effektiv Onlinemarketing für Jobvakanzen… Klick um zu Tweeten

KT: Das klingt nach einer kleinen Revolution im Bewerbungsprozess. Für mich klingt das, als ob es nun ganz andere HR-Manager braucht. Hier sind wohl eher Menschen gefragt, die weniger die Bewerbungen verwalten als welche, die das Unternehmen künftigen Mitarbeitern aktiv präsentieren.
Haben Sie Erfahrungen gemacht, wie dieses Umdenken gelingen kann?

TB: In der Tat! Früher wartete man doch eher den Eingang der Bewerbungen ab und hatte die Qual der Wahl. Heute haben viele Unternehmen echte Schwierigkeiten bestimmte Positionen zu besetzen.

Mit unserer Personalkampagne steht nicht mehr die Bewerbung im Mittelpunkt, sondern der Bewerber. Die Personalabteilung hat jetzt wirklich die Chance als Servicestelle ein Gesicht nach außen zu sein. Wir haben den kompletten Prozess der „Bewerbung“ in alle Einzelbausteine zerlegt und jeden Schritt optimiert und vor allem digitalisiert. Damit schaffen wir einen eindeutigen Servicevorteil gegenüber allen anderen Unternehmen.

Mit der #Personalkampagne steht nicht mehr die Bewerbung im Mittelpunkt, sondern der Bewerber.… Klick um zu Tweeten

KT: Aus Sicht der Bewerber finde ich den Prozess mindestens genauso spannend. Kann man sich denn wirklich ohne die klassischen Anlagen wie Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und Co. bewerben? Ist das eine “vollwertige” Bewerbung?

TB: Unserer Meinung nach bedarf es eines Umdenkens im gesamten Personalwesen.

Wir haben einen deutlichen Bewerbermangel, der sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch deutlich verschärfen wird.

Ein Facharbeiter braucht schon heute keine „vollwertige“ Bewerbung mehr. Meist reicht ein Anruf bei dem gewünschten Unternehmen und der Wechsel ist perfekt. Warum sollte er sich also nach der Arbeit drei bis fünf Stunden hinsetzen, um eine „vollwertige“ Bewerbungsmappe zu erstellen.

Wir haben diesen Prozess nachgelagert. Das heißt, wenn wirklich Interesse von BEIDEN Seiten besteht, dann kann das Unternehmen bestimmte Unterlagen nachfordern. Unser maßgebliches Auswahlkriterium ist aber das persönliche Gespräch.

Der Personaler kann also sofort anrufen und sofort können beide Seiten miteinander herausfinden, ob sie zueinander passen. Ich habe mir von unserem letzten mittelständischen Auftraggeber sagen lassen, das ginge mit etwas Übung innerhalb von einer Minute. Somit dauert der Auswahlprozess auch nicht länger als bei einer schriftlichen Bewerbung.

KT: Sie sagten vorhin, die Stellenanzeige liegt also gar nicht auf dem Server des Arbeitgebers, sondern bei Ihnen. Wie kommt das?

TB: Kaum ein Unternehmen hat eine Webseite mit der Technik im Hintergrund, wie bei einem großen Online-Shop. Jedoch ist genau diese dazu notwendig, um effektives Onlinemarketing zu betreiben.

Die jeweilige Landingpage, welche wir brauchen, stellen wir den Unternehmen deshalb auch kostenlos und dem jeweiligem Corporate Design zur Verfügung. Deshalb ist das eigentlich kein Problem für die Unternehmen. Der Bewerber merkt meist überhaupt nicht, dass er sich nicht auf einer Seite des potentiellen Arbeitgebers befindet.

KT: Was sagt eigentlich der Datenschutz, also die neue DSGVO dazu? Sind Sie da schon up-to-date?

TB: Wir machen bei unserer Personalkampagne in Bezug auf die Datennutzung nichts anderes, als Online-Shops, wie Zalando, Otto & Co. Alle Daten sind anonymisiert, sicher und werden nur für die Optimierung von Marketingkampagnen verwendet. Hier braucht sich weder der Bewerber noch das Unternehmen irgendwelche Sorgen machen.

KT: Für welche Stellen eignet sich so ein 1-Klick-Recruitingtool oder auch die Echtzeit-Recruitingtool am meisten?

TB: Prinzipiell können wir mit unserer Personalkampagne Bewerber für alle Arten von Jobs generieren. Das reicht vom Praktikanten, Auszubildenden bis zum Facharbeiter oder sogar der Führungskraft. Allerdings zeigt sich, dass wir eher für die schwieriger zu besetzenden Stellen gerufen werden. Da wir reines Onlinemarketing machen, ist es natürlich wichtig, dass die Bewerber online suchen.

Gerade für eher schwieriger zu besetzenden Stellen eignet sich #OneClickBewerbung… Klick um zu Tweeten

KT: Warum setzen Sie nicht auf die vorhandenen Tools wie z.B. Xing oder ähnliche Plattformen, die diese Funktionen bereits beinhalten?

TB: Wir setzen unter anderem auch auf über 100 verschiedene Jobplattformen. Wir verbinden diese allerdings mit unserem Tool, unserem Prozess und ein paar anderen Maßnahmen. Damit erhalten unsere Kunden eine extrem effektive Personalkampagne. Das passiert aber alles hinter den Kulissen. Das Unternehmen, welches über uns Bewerber akquirieren lässt, braucht sich also auch über die Kampagnenplanung keine Gedanken mehr machen, das machen alles wir.

KT: Ihr One-Klick-Bewerbungs-Tool klingt sehr spannend und vorausschauend. Andere sind da offensichtlich noch nicht so weit. Dabei rede ich noch gar nicht von durch-digitalisiertem Recruiting. Sie werden es jedoch nicht glauben, ich habe erst neulich gesehen, dass ein Startup Incubator (angesiedelt an einer Hochschule in einer deutschen Großstadt) für seine ausgeschriebenen Stellen ausschließlich postalische Bewerbungen akzeptiert. Was sagen Sie dazu? Wie passt das in die heutige Zeit? Wie lange wird es das noch geben?

TB: Ich kenne auch ein paar Unternehmen bei uns aus Oberfranken, die das gerne so hätten. Was soll ich dazu sagen? Jeder muss für sich den richtigen Weg finden. Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass sich das Recruiting digitalisieren und eine Bewerbung einfacher und schneller werden muss. Sonst werden diese Unternehmen irgendwann vom Jobmarkt abgehängt. Heute ist oft der Bewerber König und nicht (mehr) das Unternehmen.

klarer #Recruitingtrend: der Bewerber ist König und nicht (mehr) das Unternehmen #Fachkräftemangel… Klick um zu Tweeten
Wie ist deine Meinung zu Online-Recruiting-Tools?

Nutzt du sie selbst?

Bietest du sie deinen Bewerbern an?

Hinterlass uns gerne ein Kommentar unter diesem Beitrag!

Über die Autorin

Katrin Taepke hat an der DHBW Ravensburg Messewirtschaft studiert, erfolgreich die Prüfung zum international anerkannten „Certified Meeting Professional“ absolviert sowie von 2011 bis 2013 ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (Berlin) mit dem Schwerpunkt „Entrepreneurship“ (innovative Geschäftsmodelle in KMU) absolviert. Seit 2003 plant, budgetiert und organisiert sie federführend in verschiedenen leitenden Positionen Personal- und Bildungsfachmessen sowie Wirtschafts- und wissenschaftliche Tagungen mit bis zu 10.000 Teilnehmer/innen.

 

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