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Interview über den Digital Hotel Day 2017 #dhd17 am 27.09.2017 mit Thomas Barsch

Podcast Episode 0 von Hotelomotion - Interview über den Digital Hotel Day 2017

In meiner ersten Podcast-Episode führe ich ein Interview mit Thomas Barsch von der Pionierfabrik über den 1. Digital Hotel Day 2017 der am 27.09. in Stuttgart stattgefunden hat.

Leider konnte ich nicht live dabei sein, daher bin ich um so dankbarer, das Thomas sich Zeit für das Interview genommen hat.

Natürlich geht es um Digitalisierung in der Hotellerie und die Eindrücke vom Digital Hotel Day 2017.

Und ganz nebenbei habe ich auch meine erste Podcast-Episode hochgeladen. Tja, so schnell kann das gehen.

Thomas Barsch von der Pionierfabrik im Interview

Meine Name ist Thomas Barsch, ich bin Gründer und Geschäftsführer der Pionierfabrik die 2012 gegründet wurde.

Davor war ich 10 Jahre beim IT-Systemhaus Bechtle tätig. Parallel dazu hatte bereits ein eigenes Systemhaus gegründet und dieses 2011 verkauft.

Seit 2009 lehre ich an einer privaten Hochschule und bin Dozent für Social Media, Customer Relation Management (CRM), Vertrieb, digitaler Vertrieb.

Die Entscheidung bei der alten Firma zu gehen und etwas eigenes und neues zu machen, kam durch meine Frau.

Die Pionierfabrik ist recht schnell von der UG zu GmbH konvertiert.

Was macht die Pionierfabrik?

Die Pionierfabrik betreut und gestaltet Webprojekte, IT-Projekte, denn da komme ich ursprünglich her. Am Anfang haben wir uns auf KMUs in Baden-Württemberg spezialisiert.

Der Bezug zu Hotels entstand aufgrund meiner 200 Hotelübernachtungen im Jahr.

Wir sind aus der klassischen Beratung herausgewachsen und in die Umsetzung gekommen. Denn wir können nicht nur schlau daher reden, sondern auch machen 😉

  1. Wir machen Webseiten: Wir betreuen Webseiten und bringen aktuell 2 Webseiten pro Monat online. Durch unser gutes Partnernetzwerk ist das möglich.
  2. Digital Value Selling, also digitaler Vertrieb: wir zeigen wie der Kunden seine Webseite für den digitalen Vertriebn nutzen kann und zu einem zentralen Instrument im Online-Vertrieb macht. Durch Schulungen, Einweisungen und Tools untersützen wir dabei unsere Kunden. Wir betreuen ausserdem Corporate-Blogs, Social Media Kanäle unserer Kunden und produzieren den Content dafür.
  3. Digitales Geschäftsmodell: Wir helfen unseren Kunden Anteile ihres Geschäfts zu digitalisieren oder analysieren ob diese Möglichkeit besteht.

Freundlich zur Verfügung gestellt von Pionierfabrik, Thomas Barsch

Wie kam es zum Digital Hotel Day 2017? Was war das Ziel?

Der Digital Hotel kam durch 2 Zufälle zustande.

Julian Wöhr, mein ehemaliger Student, hat mich gefragt, ob er ein Video mit mir machen könnte zum Thema Industrialisierung 4.0 bei KMUs.

Mit dabei war Samuel Härtl, Gründer des Startups Hotelbuddy und Hotel Concierge. Während dem Video Dreh kam es zu der Idee des Digital Hotel Day 2017.
Zunächst sollte ich nur die Rolle als Speaker übernehmen.

Da beide ein Masterstudium absolvieren, hatten sie keine Zeit mehr die Veranstaltung zu organisieren und baten mich das zu übernehmen.

Ich wollte mir das noch überlegen und lernte dann vor 1,5 Jahren Corinna Tentrup kennen, die lange Zeit für Granini als Vertriebsdirektorin tätig war.

Sie fand das eine gute Idee und machte mit.

So wurde die Pionierfabrik Veranstalter für den Digital Hotel Day 2017.

Was muss man über den Digital Hotel Day 2017 wissen?

Wir hatten eine tolle Location im Design Office in Stuttgart mit schönen Veranstaltungsräumen.

Es gab verschiedene Aussteller. Einer hat das ganze Angebot der Digitalisierung im Hotel aufgefahren und ein Türschloss installierst, das man auch vor Ort benutzen konnte. Viele digitale Dinge zum Ansehen und Anfassen!

Die Atmosphäre war von Anfang an locker und freundschaftlich.

Wir wollten das auch erreichen und haben deshalb unsere Agenda nochmals überarbeitet und den Startzeitpunkt vorverlegt um genug Zeit für den Austausch und das Netzwerken zu haben.

Welche Themen wurden besprochen?

David Härtl, Hoteldirektor Best Western in Stuttgart-Zuffenhausen, übernahm die Moderation und hat am Anfang davon erzählt, wie die Digitalisierung bei ihm im Hotel abläuft.

Dabei ging es zum Beispiel um die Personalplanung durch eine App, mit der die Dienstplangestaltung einfach und schnell über die Mitarbeiter vorgenommen wird.

Ausserdem hat er auch herausgestellt, dass die Digitalisierung keinem Selbstzweck dienen soll, sondern ihre Begründung in der Nähe zum Gast findet.

Das neue Guest Relation also!

Durch die Digitalisierung lässt sich Zeit sparen bei Hotelprozessen, Routine und Standards um mehr Zeit für den Gast zu haben.

Der 2. wesentliche Punkt, der herausgestellt wurde: Es muss für den Gast einfach sein und der Gast muss es wollen.

Natürlich kann es im gehobenen Restaurant ein Tablet als Speisekarte geben. Die Frage ist: Will das der Gast? Oder braucht er sie im Ledereinband für die Haptik und das gute Gefühl im Gourmet-Restaurant zu speisen?

Eine Diskussion ergab, dass die Wahl beim Gast liegen sollte. Digitalisierung in der Hotellerie sollte vielfältig sein und dem Gast sollte die Wahl gelassen werden, ob er a,b oder c. möchte.

Der Gast muss im Mittelpunkt der #Digitalisierung stehen und die Wahl zwischen #analog und… Klick um zu Tweeten

Webseiten Check

Im Vorfeld haben wir in Zusammenarbeit mit der AHGZ – Allgemeine Hotel- und Gaststätten Zeitung einen Webseiten – Check durchgeführt.

Eine Gruppe entstand durch die Bewerbung von 69 AHGZ-Abonennten.

Die zweite Gruppe haben wir nach Experten-Meinungen ausgewählt und sind auf 25 individuelle Hotels gestossen.

Ein Highlight: Der Webseiten-Check in Zusammenarbeit mit der AHGZ am Digital Hotel Day 2017 #dhd17… Klick um zu Tweeten

Die dritte Gruppe waren 218 Hotels aus den Gelben Seiten. Wir haben online nach „Hotels, Übernachtung, Stuttgart“ gesucht und sind so auf die Anzahl Hotels gekommen.

Die Studie hat sich mit der Digitalisierung in der Hotellerie beschäftigt und wir haben die drei Gruppen verglichen. Gemessen an Punktzahl wurden die drei Gewinner auslost und mit einem Award ausgezeichnet.

Freundlich zur Verfügung gestellt von Pionierfabrik, Thomas Barsch

Wie war das Publikum zusammengestellt?

Wir hatten ein bunt gemischtes Publikum, von kleinen individuellen Hotels bis zu Hotelketten und die verwandten Branchen war alles vertreten.

Digitalisierung hängt aber nicht von der Größe des Hotels ab. Daran kann man die Notwendigkeit oder nicht, nicht festmachen.

Als Beispiel ein Hotel das den 2. Platz beim Webseiten – Check gewonnen hat:

Die Betreiber mussten die Entscheidung treffen, das Hotel der Mutter weiterzuführen oder nicht.

Der Sohn ist Wirtschaftsinformatiker und wohnt in Berlin, die Tochter arbeitet noch im normalen Job.

Für den Check-In haben sie einen Automaten in die Lobby gestellt, damit nicht immer jemand vor Ort im Hotel sein muss.
Der Verkauf der Hotelzimmer läuft vollständig über Direktvertrieb. Sie sind „OTA-Verweigerer“, wenn man so will.
Das Hotel verfügt über 10 Zimmer und es funktioniert.

Man darf also Digitalisierung nicht an der Hotelgrösse festmachen.

Das Gesamtbild ist wichtig, die Strategie.

  • Wo will ich hin?
  • Wie ist mein Umfeld?
  • Bin ich bereit etwas zu investieren?
  • Wie will ich in Zukunft arbeiten?
  • Wie will ich auf meinen Gast zugehen?

Das hat viel mit Mindset zu tun.

#digitalisierung hat nichts mit der Grösse des Hotels zu tun sondern mit dem #mindset des… Klick um zu Tweeten

Dazu ein anderes Beispiel, das in eine völlig andere Richtung geht.

Es gibt Hotels, die bewusst ihre Räume abschirmen und sagen „Bei uns gibt es keinen Handy-Empfang, kein WLAN“.

Das polarisiert natürlich.

Das Hotel sagt aber klipp und klar: „Bei uns sollen sich die Leute erholen.“

Doch ich denke, wenn das deine Zielgruppe ist, dann ist das die Positionierung am Markt.

Und dann gibt es auch kein richtig oder falsch.

Die Digitalisierung in der Hotellerie ist zielgruppenabhängig.

#digitalisierung ist zielgruppenabhängig Welche Bedürfnisse haben deine Gäste? #hotellerie… Klick um zu Tweeten

Kann sich die Hotellerie digitalisieren? Kann sie das leisten?

Ja, das kann sie.

Und am DHD17 war die Resonanz so, dass sie das auch will und sich die Hoteliers auch damit beschäftigen wollen?

Ja, absolut.

Ich wurde auch gefragt, ob ich Kurse dazu anbieten könnte. Deshalb überlegen wir nun auch ob wir Kurse für Online-Marketing aufnehmen und Tagesseminare anbieten. Wir sehen einen Bedarf.

Wichtig dabei ist ausserdem der Austausch untereinander.

Die Blockchain: Was hälst du davon?

Kannst du dir die Blockchain in der Hotellerie vorstellen?

Ich glaube vor der Blockchain kann sich niemand verschliessen, das ist meine persönliche Empfindung. Aber ich glaube auch, dass die Hotellerie noch weit davon entfernt ist.

Da wird es in Zukunft andere Themen geben, die die Hotellerie stemmen muss, bis sie sich mit der Blockchain beschäftigen kann.

Wie siehst du die Hotellerie in 10 Jahren in Zusammenhang mit der Digitalisierung?

Ich denke dann wird es verschiedene Standards geben über die man heute noch redet. In 10 Jahren wird das fester Bestandteil sein ohne gross darüber nachzudenken.

Thema WLAN. Muss überall erreichbar sein, man braucht ein stabiles WLAN vom Pool bis zur Bar.

Und andere Dinge werden eine Rolle spielen. Darüber hat Kraftcom einen tollen Vortrag gehalten:

ZERO Klick!

In Zukunft wird man gar nicht mehr klicken, sondern die Informationen kommen zu mir.

Zum Beispiel beim Check-In

Technisch ist das jetzt schon umsetzbar.

Wenn ich ein wiederkehrender Gast bin, betrete ich das Hotel, ich bin automatisch mit dem WLAN verbunden.

Ich erhalte proaktiv eine Meldung: „Guten Abend Herr Barsch, schön dass sie wieder da sind. Sie haben Zimmer 217, wie gehabt.“

Dann gehe ich zu meinem Zimmer, halte mein Smartphone vor das Türschloss und die Tür geht auf. Ich trete ein, meine Wohlfühltemperatur ist eingestellt und im TV läuft mein Lieblingssender.

Das Ganze mit maximal einem Klick, nämlich für die Mitteilung die ich abfrage.

Das ist etwas, dass ich mir sehr gut vorstellen kann.

Zero Klick und proaktive Mitteilungen zB für den #checkin im #hotel Das ist die Zukunft für die… Klick um zu Tweeten

Die Kraftcom GmbH gegründet vom Geschäftsführer Ingo Kraft entwickelt eine hotelUNabhängige App an die sich verschiedene Hotels als Partner anbinden können.

Eine geschlossene Hotelapp, die nur für ein Hotel oder eine Hotelkette zur Verfügung steht, hat keine Überlebenschance.

Wenn ich aber eine App habe, mit der ich 80% der Hotels buchen kann, die meine Vorlieben kennt, wenn ich sie freigebe, hat diese App eine riesen Chance auf dem Markt.

EINE App für über 80% der #hotels weltweit, geschlossene Apps haben keine Chance mehr… Klick um zu Tweeten

Ich kann mir gut vorstellen, dass es in diese Richtung geht.

Denn es ist sehr angenehm, wenn man in einem Hotel in das man zum ersten Mal eincheckt, bedient wird, als wäre man bereits Stammgast.

Und was ich mir für die Hotellerie wünsche:

In erster Linie wünsche ich mir, dass Hotels ihre Position im Markt finden.
Es wird mehr denn je notwendig sich richtig zu positionieren und eine klaren USP zu haben.

Der Wettbewerb ist zu gross, als nur noch eine normale Übernachtung anzubieten.

Stichwort Airbnb

Die vermitteln dem Gast das Gefühl, was man früher in Hotels hatte. Man kümmert sich um mich als Gast. Der Empfangs-Mitarbeiter gibt Tipps vor Ort und so weiter.

Die Hotellerie muss sich ihre Marktanteile zurückerobern, mehr um den Gast kümmern, für ihn da sein und ganz klar Position beziehen.

Das kann auch heissen, sich nicht zu technisieren. Sondern der Concierge bringt den Gast aufs Zimmer und erklärt was es im Hotel gibt.

Also wird es noch Hotelmitarbeiter geben in 10 Jahren und keine Roboter. Es gibt dann Gastgeber, die sich ausschliesslich um das Wohlbefinden der Gäste kümmern. Die technischen Prozesse laufen automatisch im Hintergrund.

Ja, hoffentlich!

Das ist ein Grund, warum ich die Hotellerie so spannend finde.

Nehmen wir mal die Buchhändler. Kleine Büchereien verschwinden, die Medienlandschaft digitalisiert alles, der Kundenkontakt geht weg.

Und das ist das schöne an der Hotellerie. Sie haben immer offline Kontakt zu ihren Gästen. Doch das wird in meinen Augen überhaupt nicht genutzt. Der Gästekontakt wird reduziert auf Check-In, Check-Out.

Grosser Vorteil für #hotels: sie haben immer #offline Kontakt zum Gast, sie müssen das nutzen!… Klick um zu Tweeten

Ich habe noch nie erlebt, dass mir beim Check-In etwas zu trinken angeboten wurde. „Hallo Herr Barsch, schön dass Sie da sind, hier haben wir ein Getränk für Sie.“

Diese Dinge sind es, die mit der Digitalisierung einfacher werden und die man in den letzten Jahren verschlafen hat.

Das entscheidende ist, Service zu bieten.

Das wünsche ich mir für die Digitalisierung in der Hotellerie.

Vielen Dank für das Gespräch, Thomas

Danke auch!

Der nächste Digital Hotel Day 2018 findet am 25. April in Mainz statt.

Was hälst du von den Ideen aus diesem Interview?

Hast du schon vom Digital Hotel Day gehört und willst du beim nächsten Mal dabei sein?

Hinterlass mir gern ein Kommentar unter diesem Beitrag, ich freue mich auf den Austausch!

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