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Interview mit Gunnar Quedens über IGETNOW - ein Bestellsystem für Restaurants

Interview mit Gunnar Quedens über IGETNOW – ein Bestellsystem für Restaurants

EP02

Digitale Bestellsysteme schiessen wie Pilze aus dem Boden. Erst neulich habe ich über die App „Drink“ gelesen.

Und heute führe ich ein Interview über IGETNOW. Eine Browser-Anwendung für Bestellungen in Restaurants und Bars. Die Geschäftsidee ist gerade Trend und einige wollen die Gastronomie damit digitalisieren und revolutionieren.

Stell dir vor, dein Restaurant ist voll besetzt und deine Mitarbeiter kommen mit der Bestellungs-Aufnahme nicht mehr hinterher. Einige Gäste verlassen das Restaurant weil sie auf dem Trockenen sitzen.
Es gibt eine Anwendung, die es deinen Gästen erlaubt, ihre Bestellung selbst auszulösen.

Gunnar Quedens von IGETNOW im Interview

VW: Herzlich Willkommen Gunnar, schön dass du Zeit gefunden hast mit mir heute das Interview zu führen.

Es geht heute um IGETNOW das ist eine neue Anwendung um Bestellungen abzugeben im Restaurant oder auch im Hotel.

Stell dich doch bitte kurz vor und sage uns wer du bist und was du machst.

GQ: Ja, hallo Valerie. Vielen Dank für das Interview.

Ich bin Gunner Quedens ich bin 28 Jahre alt komme aus Kiel. Ich bin Mitgründer von igetnow und wir sorgen dafür, dass Gäste über ihr eigenes Smartphone in Restaurants und Bars, selbstständig Getränke bestellen können.

Oder im Hotel den Room Service bestellen können.

Funktion der Anwendung

VW: Das hört sich interessant an. Und wie funktioniert die Anwendung?

GQ: Auf jedem Tisch befindet sich ein Code und diesen Code gibt es weltweit nur einmal. Zum Beispiel „GMEM8“. Eine Zahlen und Buchstaben Kombination.

Diesen Code gibt der Gast ganz normal im Browser über sein Smartphone ein und dann sieht er die Speisekarte oder Getränkekarte.
Darüber kann er direkt bestellen.

Die Bestellung landet dann direkt auf einem Tablet oder im Kassensystem. Aus dem Code wird dann Tisch 12. Der Kellner weiss dann, dass Tisch 12 noch zwei Bier bestellt hat und kann die Bestellung an den Tisch bringen.

Bezahlt wird ganz normal beim Kellner.

VW: Und wo befindet sich dieser Code, den der Gast eingeben muss?

GQ: Dafür kann man Tischaufsteller verwenden oder den Code direkt auf den Tisch kleben. Zum Beispiel mit einem netten Spruch a la „Hier kannst du auch per Smartphone bestellen.“

VW: Und welche Betriebe arbeiten schon damit und wie? Sind auch schon Hotels dabei diese Anwendung zu nutzen?

GQ: Im Moment arbeiten Bowlingbahnen damit, Bars, Restaurants und auch die ersten Hotels sind schon dabei.

In der Regel werden die ersten Bestellungen über den Kellner abgewickelt. Die Anwendung soll nicht den Kellner ersetzen. IGETNOW ist ab dem dritten Getränk nützlich. Denn in jedem Restaurant oder in jeder Bar gibt es die Situation, dass ein Gast mal übersehen wird. Da müssen wir uns nichts vormachen. Und bevor der Gast sauer nach Hause geht, hat er mit IGETNOW die Möglichkeit, doch noch zu einem Getränk zu kommen.

Damit können viele Gästewünsche abgefangen werden und der Umsatz ist nicht verloren.

Ein Beispiel: Man sitzt mit Freunden in der Bar und ist kurz vor dem Aufbruch. Dann kommt die Frage, trinken wir noch eins oder gehen wir gleich. Mit der Anwendung ist das jetzt ganz einfach geklärt. Und die Bar oder Restaurant hat Umsatz gemacht.

Wie kommt die Bestellung ins Kassensystem?

VW: Und wie läuft die Bestellung ab? Wie wird der Kellner darauf aufmerksam, dass eine Bestellung eingegangen ist?

GQ: Wir stellen in der Regel Tablets auf die Theke, auf dem befindet sich eine schöne Benutzeroberfläche und darüber kommt die Nachricht rein, dass eine neue Bestellung eingegangen ist.
Eine andere Möglichkeit ist eine Schnittstelle direkt zum Kassensystem und dann eben ganz normal per Bon.

VW: Ich hab vor zwei Tagen auf Social Media von einer neuen App gehört, die nennt sich „Drink“. Die machen etwas ähnliches, genau hab ich es mir nicht angesehen.
Allerdings kann man da per App bestellen. Warum hast du keine App gemacht?

GQ: Apps funktionieren halt nicht. Man versucht es seit 10 Jahren, aber es klappt nachgewiesen nicht. Deshalb sehe ich die App nicht als Konkurrenz.

VW: Moment. Ich hab für einen anderen Artikel auf meinem Blog recherchiert und da gab es einen Bericht namens Spotlight – App Nutzung durch Verbraucher von App Annie. Darin heisst es: In Deutschland haben die Nutzer knapp 40 Apps in Gebrauch und knapp 100 Apps installiert.
Die Analyse ergab, dass 70% der Nutzer mindestens eine App im Monat installieren.
Die Zeit die der Verbraucher die App nutzt liegt in Deutschland zwischen 1 Stunde und knapp über 3 Stunden.
Laut App Annie ist die Tendenz im Reisesektor steigend. Die Deutschen nutzen Reiseapps knapp unter 100 Minuten pro Tag.
Jetzt ist die besagte App, keine Reise App. Mich interessiert, welche Meinung du dazu hast?

GQ: Die Zahlen gelten grundsätzlich für alle möglichen Reiseapps, zum Beispiel U-Bahn-App, Taxi-App usw. Das ist halt ein ganz anderer Gebrauch, als für eine Bestellung im Restaurant. Stell dir vor, du sitzt im Restaurant und lädst dir eine App runter für fünf Minuten, das macht keiner. Das wird schon seit 10 Jahren versucht, ohne Ergebnis. Deshalb verzichten wir auf eine App.

VW: Du hast vorhin gesagt, es kommt ein Kleber auf den Tisch oder der Hinweis zu dieser Anwendung kommt in die Karte. Gibt es auch White Label-Lösungen?

GQ: Klar! Jedes Hotel oder Restaurant kann sein eigenes Design in einer White Label Lösung gestalten. Die Aufsteller können grundsätzlich vom Kunden selbst erstellt werden.

Welche Möglichkeiten haben Hotels?

VW: Wir haben darüber gesprochen, dass man Essen und Getränke bestellen kann. Gehen auch Wellness-Anwendungen im Hotel oder wie können Hoteliers das nutzen?

GQ: Alles was man an Getränken und Essen bestellen kann, geht.
Wir konzentrieren uns auf F&B. Oder auch der Room Service kann über IGETNOW bestellt werden.
Es geht uns darum, dass Bestellungen schnell ausgelöst werden können, in jedem Bereich. Auch am Pool zum Beispiel.

Der grosse Vorteil beim Room Service: Der Hotelier muss nicht in teure Hardware investieren. Wenn ein Hotel 100 Zimmer hat, dann kommt da ein grosses Investitionsvolumen auf.

Bei IGETNOW hat der Gast die Anwendung direkt auf seinem eigenen Smartphone. Stell dir vor, das Hotel Ipads. Ein Android – Anwender kommt damit vielleicht gar nicht zurecht.

Bei seinem eigenen Endgerät, weiss er wie es funktioniert und kann bestellen, wie und wann er möchte.

Wie hoch sind die Kosten für das Bestellsystem?

VW: Und wieviel kostet IGETNOW?

GQ: Wir nehmen 10 Prozent vom Umsatz und maximal 150 EUR pro Monat.
Die Kunden werden also nie mehr als 150 EUR bezahlen. Für die White Label Lösung dürfen uns Interessenten gerne ansprechen.

VW: Vielen Dank für das nette Gespräch und interessante Interview. Bis bald mal!

GQ: Ja vielen Dank!

Fazit

Apps sind tot! Lang leben Apps!

Wie App Annie in ihrem Spotlight Bericht schreibt, werden wir im Jahr 2021 weltweit über 3 Billiarden Stunden mit Apps verbringen. Ausserdem haben wir in Deutschland im Schnitt 100 installiert und verwenden davon 40.

Pro Monat installieren 20% der Smartphone Nutzer in Deutschland 4 Apps.

Ich bin gespannt, wie die Browser-Anwendung sich durchsetzen wird und bleibe dran.

Ohne App wird der Gast zu nichts verpflichtet. Das ist ein grosser Vorteil für den Gast, aber nicht für den Gastronom oder Hotelier. Welche Informationen kann er über die Anwendung von seinen Gästen erfahren?

Eine fest installierte Anwendung auf dem Smartphone des Nutzers, wäre doch sinnvoll. Warum?

Stelle dir vor, du gehst in ein Restaurant und hast davon eine App auf deinem Handy. Du hast dort vorher schon mal was bestellt. Die App sagt dir – per Pushmitteilung – dass dein Lieblings-Cocktail vom letzten Mal heute in der Happy Hour zum halben Preis angeboten wird.

Was bestellst du?

Mit einer unverbindlichen Browser-Anwendung ist das nicht möglich.

Vielleicht ist auch die Zielgruppe eine andere. Denn wie Gunnar sagt, soll ab dem 2. oder 3. Getränk über die Anwendung bestellt werden. Das sogenannte „Wegbier“ kurz vor Schluss, dass sonst vielleicht nicht mehr bestellt worden wäre, damit verkauft werden.

Es gibt Vor- und Nachteile für beide Modelle. Ein Interview über ein App-Modell findest du hier.

Am Ende entscheidet dein Gast, welche Anwendung für ihn die richtige ist. 

Und nun zu dir:

Würdest du dir für dein Restaurant, deine Bar oder deinen Room Service diese Anwendung einrichten lassen?

Schreib mir gerne in die Kommentare.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Valerie,

    Der Gastronom kann mit igetnow in seinem Backend Informationen und Gäste ihre vorherigen Bestellungen einsehen. Dies ermöglichen wir durch einen Facebooklogin und brauchen somit keine App.
    Die Frage zwischen App oder Webapp im Self-Servicebereich stellt sich meiner Meinung nach also gar nicht mehr, aber das ist natürlich jedem selbst überlassen;)

    Viele Grüße
    Gunnar von Igetnow

    Antworten

    • Hallo Gunnar,
      vielen Dank für dein Kommentar und die Aufklärung. Kannst du noch ergänzen wie der Gastronom im Backend auf die Informationen zugreifen kann? Das erschliesst sich mir nicht und leider haben wir im Interview nicht darüber gesprochen. Wo werden denn diese Infos gespeichert? Und wie?

      Ich persönlich würde mich mit einer App und Login vermutlich wohler fühlen. Daher auch der Hinweis auf die Zielgruppe.

      Die Idee ist sicherlich super. Am Ende entscheidet der Gast, ob die Anwendung für ihn ein Nutzen bringt.

      Ich freue mich auf deine Antwort zur Frage.

      Grüsse, Valerie

      Antworten

      • Hi Valerie,
        die Gastronomen bekommen Zugangsdaten und können im Backend viele verschiedene Einstellungen zum Programm vornehmen. Dort haben Sie auch eine Übersicht über die Statistiken und viele weitere Infos.

        Wie du schon sagst, am Ende entscheidet der Gast und zumindest im Gastronomischen Bereich entscheidet er sich mit deutlicher Mehrheit für eine Webbasierte Lösung. Warum für fünf Minuten eine App runterladen, wenn man innerhalb von fünf Sekunden webbasiert bestellen kann?

        Viele Grüße
        Gunnar

        Antworten

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