Ich will herausfinden, wie es geht. Oft beginne ich mit einer Idee, weil ich verstehen möchte, wie etwas funktioniert. So war es beim Bloggen, beim Podcasten, im Journalismus – und jetzt beim literarischen Schreiben. Meine Neugier treibt mich an, mein Wunsch, immer dazuzulernen.
Ich blogge seit 2017. Damals waren Blogparaden noch alltäglich. Es gab Artikel wie „Was ist eine Blogparade?“ und Plattformen wie Blogparaden.net, die sich ausschließlich diesem Thema widmeten. Heute sind sie selten geworden. Umso mehr freute ich mich, als ich Stephanies Blogparade „Ich schreibe ein Buch, weil …“ entdeckte – erst auf LinkedIn, dann auf ihrem Blog. Das Thema passt perfekt zu meinem aktuellen Projekt. Die Blogparade läuft noch bis zum 5. April. Schreibst du auch? Dann mach mit!
Warum ich schreibe
Die Frage „Warum schreibst du? “ stelle ich auch meinen Gästen im Podcast „Die Büchersammlerin“. Diesen Buch-Podcast habe ich im Dezember 2025 gestartet. In jeder Folge widme ich mich einem Buch, das ich gelesen habe. Im ersten Teil bespreche ich die Geschichte, im zweiten Teil interviewe ich die Autorin oder den Autor.
Bisher sind fünf Folgen online, und ich habe allen dieselbe Frage gestellt:
„Weil ich nicht nicht schreiben kann“, sagt Regina Denk in der Folge „Freiheit im Patriarchat: Die Schwarzgeherin von Regina Denk“.
„Schreiben ist meine Identität und mein Kontakt zur Welt“, erklärt Vera Zischke in der Folge „Spätes Erwachen: Ava liebt noch von Vera Zischke“.
„Weil ich nicht anders kann. Es ist meine Art des Ausdrucks, meine Freiheit, mein Spiel, meine Freude, mein Glück. Ich liebe Schreiben“, sagt Chris Warnat in der Folge „Schuld und Verantwortung: 15 Sekunden von Chris Warnat“.
„Weil es mich unglaublich glücklich macht. Weil es die schönste Art ist, mich mit mir selbst zu beschäftigen“, sagt Sita Maria Frey in der Folge „Verlust und Trauer: Tage wie Salzwasser von Sita Maria Frey“.
„Das ist keine Entscheidung,“ sagt Gaea Schoeters in der Folge „Eine unangenehme Hauptfigur: Trophäe von Gaea Schoeters, übersetzt von Lisa Mensing“.
Alles beginnt mit dem Schreiben
Ich habe nie bewusst darüber nachgedacht, warum ich schreibe. Doch alles beginnt damit. Wenn ich eine Podcastfolge plane, schreibe ich Notizen. Wenn ich Gäste anfrage, verfasse ich E-Mails. Will ich mir etwas merken, notiere ich es – oft mit Füller und Tinte.
Schon als Kind schrieb ich Briefe an Freundinnen, die ich in den Sommerferien kennengelernt hatte. Nach einem Schüleraustausch schrieb ich an meine beste Freundin in England – seit 1998. Ich führte Tagebuch und habe dieses Jahr, nach 26 Jahren, wieder damit begonnen. Es erdet mich. Meine Gedanken sortieren sich fast von selbst, und ich fühle mich besser, wenn ich sie mit der Hand in mein Tagebuch schreibe.
Warum schreibe ich also? Weil alles damit anfängt und ich danach klarer denken kann.
Vom Schreiben zum Schreiben
Ich schreibe jeden Tag: Mails, kurze Texte, Notizen, Blogartikel, Podcastbeschreibungen, Interviewkonzepte. Vor neun Jahren verfasste ich Anleitungen für Hoteliers zum digitalen Hotelmanagement.
Dann kam die Pandemie, und ich zweifelte an meiner Medienkompetenz. Eine journalistische Ausbildung brachte mich zum Reportageschreiben: über Alpaka-Züchter, Kaninchenvereine, Feuerwehrversammlungen, Narrenzünfte, Ultramarathonläuferinnen und Gemeinderatssitzungen.
Für das Online-Reisemagazin Schönste Zeit schreibe ich bis heute über Wanderungen in den Alpen: über meine Solo-Tour zum Watzmannhaus, fünf Tage am Aletschgletscher, Frauen in den Bergen, die 6-Tage-Tour vom Allgäu zur Silvretta und die Nicht-Besteigung des Piz Buin.
Schreibend zu neuen Themen
Mein Blog hat sich über die Jahre verändert. Die Artikel über digitales Hotelmanagement und der dazugehörige Podcast sind Geschichte; die meisten Texte habe ich gelöscht. Seit 2022 schreibe ich viel über das Schreiben selbst: Ich habe Bloggen und Journalismus verglichen, Schreibtipps gesammelt und an Blogparaden teilgenommen. Außerdem startete ich meinen Interview-Podcast „Die Podcast-Reportage“.
2023 begann ich mit dem Bücherpodcast „Die Bücherstaplerinnen“ zusammen mit Antje Tomfohrde von „Das Buchzuhause“. Ich veröffentlichte meine ersten Rezensionen, schrieb über das Schreiben und stellte Prüfungstexte aus meinem Journalismusstudium online.
2024 wagte ich eine 30-Texte-30-Tage-Schreib-Challenge. Es war eine Herausforderung, die ich auch als Blogparade anlegte. Am Ende veröffentlichte ich fünf Artikel – die Themen hätte ich wohl besser planen sollen, denn mir gingen die Ideen aus.
2025 begann mit fünf Artikeln im Januar über gehypte Bücher und Bestseller, die oft nicht meinen Geschmack treffen. Dieser Text wird bis heute gern gelesen. Ich konzentrierte mich auf Rezensionen und fand wieder ein Thema, das mich fesselte.
Mein zweites Thema: Podcasting. Ich startete eine weitere Sendung und schrieb über Technik, Ton und die Vorbereitung eines Podcast-Launches. Für Basicthinking verfasste ich Kolumnen über die Unnötigkeit von Video-Podcasts und KI-generierte Podcasts.
Doch das Thema ermüdet mich.
Es gibt genug Podcasts über Podcasts. Ich möchte lieber über Inhalte schreiben. Deshalb wird es 2026 mehr Texte über Erlebnisse geben und neben verschriftlichten Buchrezensionen, hörbare Buchkritiken in meiner Sendung „Die Büchersammlerin“.
Worum geht’s im Buch?
Ich stehe noch sehr am Anfang der Idee und probiere verschiedenen Szenen aus. Es geht um die Entromantisierung von Elternschaft und um Kinderfreiheit. Es soll ein Roman werden. Ich habe schon eine Protagonistin. Zunächst startete ich mit der Idee für meinen Fernstudium Prosaschreiben bei der Textmanufaktur. Im Moment recherchiere ich zum Thema und hab schon mit dem Vorwort begonnen, dass die Frage beantwortet, warum dieses Buch geschrieben werden muss.
Warum schreibe ich ein Buch?
Ich habe mich bisher mit Kurzstrecke beschäftigt. Berichte, Reportage, Blogartikel, Skripte. Ich will wissen, ob ich auch Langstrecke kann. Also 300 statt 3 Seite, oder so.
Insgesamt gebe ich mir für das Schreiben drei Jahre, so lange läuft auch die Ausbildung. Ob ich die Geschichte einem Verlag pitche, weiß ich noch nicht. Ich will erst mal testen, wie das so läuft und wie weit ich komme.
Und warum schreibst du? Schreibs mir in die Kommentare!
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