Erfahrungsberichte
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Digital and Innovation Day

Digital & Innovation Day 2017

Ist Eventmanagement MICEstens analog?

Keinesfalls!

Best Practises und Ideen gibt es genug, wir brauchen uns bloß einmal in der MICE-Branche genau umschauen, bekannte Ideen umsetzen und Neues wagen.

Hier sind ein paar Anregungen vom 2. Digital and Innovation Day 2017, kurz #DigiDay17, des German Convention Bureau (GCB) im Frankfurter Westhafen Tower.

Tage und rede darüber – Echtzeitkommunikation mit Twitter

Nomen est omen und so machte der Veranstalter vor, wie eine durchdachte Echtzeitkommunikation aussieht. Mehrere aufgestellte Twitterwalls ließen gleich zu Beginn der Veranstaltung erkennen, hier wird GO LIVE groß geschrieben.

Eine Twitterwall zeigt den Anwesenden, welche Tweets gerade mit dem Hashtag DigiDay17 über den Twitter-Kanal laufen. Das animiert natürlich zum mitmachen. Da sehe ich meine eigenen Postings und will gleich nochmal etwas twittern.

Contest – wer wird der aktivste Contributor?

Außerdem hatte das GCB einen kleinen Contest ausgerufen:

Wer wird der Influencer des Tages?

Auch das spornt Teilnehmer an, in die Livereportage einzusteigen. Ganz nach dem Motto: Wer zu Hause blieb, hat definitiv etwas verpasst. Aus meiner Sicht, ist das eines der Ziele des Social-Media-Einsatzes während eines Events.

Eine professionelle Auswertung nahm Günter Exel, Marketing- und Social Media-Experte, für das GCB vor. Die Statistiken hat er mit Tweetbinder, einem Analysetool für Twitter und Instagram, ausgewertet. Top-Influencer 2017 ist übrigens mbt Meetingplace.de mit knapp 35.000 Impacts geworden.

Hier eine persönliche Randnotiz: Mysteriös ist bis dato, weshalb meine Tweets dort nicht erfasst wurden.

Mit 28 #digiday17 Tweets und 29 Retweets kam ich bei 222 Followern auf 28 x 222 = 6216 plus 29 x 222 = 6.438 in Summe auf 12.654 Impacts.

Mit 57 Posts zum Hashtag bin ich weit vorne mit dabei  – allerdings tauche ich in keiner Statistik auf.

Ich selbst kann einen Tag später bei Tweetfinder meine Aktivitäten finden.

Grund laut Tweetfinder: Twitter hat das gesperrt. Was ich daraus wieder einmal gelernt habe? Sei vorsichtig im Umgang mit Statistiken.

Wer mehr Statistiken des DigiDays sehen möchte, muss bei twitter eingeloggt sein und folgt diesem Link.

Übrigens: Der DigiDay17 hat es auf Platz 3 der deutschen Trending Topics dank der starken Twitter-Beteiligung der Teilnehmer und der Livereportage des GCB bzw. von Günter Exel geschafft.

#twitterwalls schaffen #interaktion auf #events! Jeder will mal auf die Twitterwall, so werden Besucher zu #Multiplikatoren. Klick um zu Tweeten

Tagebuch mit storify

Darüber hinaus hat das GCB in seinem Blog und mit Hilfe des Social-Media Experten Günter Exel den Inhalt des Tages und seiner inhaltlichen Tweets gleich festgehalten. Wer wissen will, was inhaltlich passiert ist, dem empfehle ich diesen Livebericht via storify.  Daher werde ich hier auf den Inhalt des DigiDay17 kaum eingehen.

Fotoaktion auf dem Event

Das Kommunikationsteam der tw tagungswirtschaft, einem Fachmagazin für Veranstaltungsplaner und -anbieter, die #socialsix, legten auf die GCB-Aktivitäten noch eins drauf. Ganz real und offline baten sie die Teilnehmer um kurze Statements zur Digitalisierung. Die Fotos von dieser Umfrage landeten natürlich gleich auf Twitter und anschließend an einer Wand im Konferenzraum. Meine Hashtags und eine Kollegin aus dem TW-Team siehst du hier:

Smartphones brauchen Strom

Bei dieser intensiven Berichterstattung ist es klar, dass die Smartphones bald aufgeladen werden müssen. (Noch) gab es keine separate Ladestation für die Smartphones, allerdings wurde meine Frage danach vom Veranstalter innerhalb von wenigen Minuten auf Twitter – während eines Vortrages – beantwortet. Ich konnte, wie viele der anderen Teilnehmer auch, mein Smartphone im Tagungsbüro in einer regulären Steckdosen laden. Profi-Teilnehmer hatten natürlich ihre eigene Powerbank dabei. Ich mache das beim nächsten Mal vielleicht auch.

Partizipation bei Podiumsdiskussionen

Podiumsdiskussionen leben von der Diskussion. Wenn sich die Diskutanten einig sind, wird das Gespräch für die Zuhörer weniger spannend. Dem kannst du entgegenwirken, indem du deine Teilnehmer frühzeitig einbindest.

Moderator Michael Heipel gab den Anwesenden ein Rätsel mit auf den Weg, welches nur Frankfurter oder Insider wissen konnten. So war der Austausch unter den Teilnehmern schon einmal angeregt.

Damit die Zuhörer auch den Diskutanten Fragen stellen können, nutzte er – wie auch schon Doreen Biskup beim mbt meetingplace in München das Live-Frage- und Votingtool slido.com. Für die Teilnehmer ist die Nutzung super einfach – vorausgesetzt das WLAN macht mit.

#Interaktion und Austausch unter den Teilnehmern mit Live-Voting-Tools während des Vortrags. Das bringt Schwung ins Event! #livevoting #tools #mitmachen #mice Klick um zu Tweeten

Inspirierende Umgebung

Wollen wir etwas Neues lernen, hilft uns unter anderem eine neue Umgebung dabei.

Raus aus dem Alltagstrott!

Wenn du kannst, wähle eine Location mit einer Wohlfühlatmosphäre oder noch besser mit einem spektakulären Blick über eine Stadt. Aussichtstürme oder -punkte faszinieren Menschen seit Jahrhunderten.

Je höher es hinausgeht, desto beeindruckender und emotionaler wird das Erlebnis. Und je emotionaler wir dabei sind, desto besser speichern wir das Neue. Neben der inspirierenden Location wählte der Veranstalter gerade in den break out rooms eine ungewöhnliche und lockere Bestuhlung mit bunten Sitzhockern oder -kissen und beklebte Wände und Glasfassaden passend zum Event.

Virtual Reality zum Anfassen

Best Practices oder auch digitale Leuchttürme der MICE-Branche präsentierten Vertreter der Messe München, des Congress Center Hamburg und vom Leipzig Tourismus und Marketing. Sie bewiesen, Destination- oder Locationmarketing funktioniert online. Dazu braucht es Mut, ein Konzept, ein paar kreative Ideen sowie den Willen aufkommende Hürden zu meistern.

So hat Leipzig seine Vermarktung mit Hilfe einer VR-Brille umgesetzt. Dabei tauchen zunächst ganz banale Herausforderungen auf. Beispielsweise welche Location in dieser Stadt hat schon 360 Grad Fotos, die sie dort einspielen können? Und welcher Kunde, welcher Tourist hat schon im Büro oder Zuhause so eine Brille?

Hier heißt es, eine klare Strategie zu finden, wie diese neue Technik nicht nur umgesetzt sondern auch sinnvoll eingesetzt werden kann. Das geht beispielsweise auf Messen, denn da kann ich meinem Messebesucher die Brille in die Hand geben. Wer wollte, konnte gleich auf dem DigiDay in die Leipziger VR-Brille schauen.

Abwechslung in die Frontalvorträge reinbringen

Wie bringst du viele Redner und unterschiedliche Themen innerhalb kürzester Zeit auf dem Podium unter?

Im Pecha Kucha Format zum Beispiel! Mit Hilfe von 20 Folien, die jeweils 20 Sekunden eingeblendet werden, kann dein Sprecher maximal 6:40 Minuten seinen Thema präsentieren. Getreu dem Motto anregender Konferenzen: Kurz schlägt lang und Abwechslung erfreut.

Pecha Kucha bringt #Action in den Vortrag. Maximal 6:40 Minuten Zeit. Denn kurz schlägt lang und Abwechslung erfreut. #aktiv #action #mice #vortrag #speaker Klick um zu Tweeten

Das GCB ließ die neuesten MICE-Technologien der Anbieter Spacebase, ucm.agency, eventmobi und mateforevents in einem “Science-Slam” vorstellen. Über die präsentierten Innovationen konnten die anwesenden Teilnehmer mittels Live Voting – wieder auf slido.com – abstimmen. Das ist ein weiteres Mittel, um den Spannungsbogen einer Konferenz aufrecht und deine Teilnehmer wach zu halten. Das Ergebnis wurde hier nach der Präsentation aller Beiträge angezeigt.

Du kannst es jedoch auch so einstellen, dass deine Teilnehmer das Votingergebnis direkt nach ihrer Stimmabgabe auf ihrem Smartphone sehen können. Das ist sinnvoll, wenn du beispielsweise Ideen Themenwünsche mit Hilfe des Publikums sammeln und sofort unter ihnen bekannt machen möchtest.

Mitmachen ist erwünscht

Im Experience Lab “GO LIVE – Echtzeitkommunikation rund um Ihr Event mit Günter Exel” durfte ich das Gelernte auch gleich anwenden und ausprobieren. Wir haben uns mit Fotos und Videos als Mittel der Echtzeitkommunikation beschäftigt. Über die Tools werde ich bestimmt noch detaillierter in einem anderen Blogartikel berichten.

Am meisten hat mich das Tool snapseed beeindruckt. Ich dachte, ich als Fotograf wäre schon gut informiert in Sachen Fotos und Fotobearbeitung. Ja, denkste! Am Smartphone habe ich bislang die eingebauten Funktionen vom iphone und die App moldiv genutzt. Viel mehr kann snapseed – vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen wie grellen Leinwänden oder Sonnenlicht von außen. Sogar die perspektivische Korrektur kannst du mit snapseed vornehmen.

Wozu brauchst du das?

Für schöne Fotos von Leinwänden. Die sind meist viel höher angebracht als man selbst und schon sind die Bilder davon verzerrt. Verzerrungen sind stark, wenn man sie gezielt einsetzt  – hier aber nicht.

PS: Wenn du solche Tools durch deine Teilnehmer gleich ausprobieren lassen willst, brauchst du zuverlässiges WLAN. Einerseits zum Herunterladen der App andererseits zum live posten in den sozialen Medien. Ein unzureichendes WLAN ist in Deutschland immer noch Normalität statt Einzelfall, daher ist es hilfreich, wenn dein Referent für diesen Fall eine Backup-Lösung hat.

Das Gelernte austauschen und im Alltag verankern

Auf dem DigiDay gab es vier Experience Labs. An nur einem konnte jeder teilnehmen. Deshalb lautete die nächste Frage aus Eventmanager-Sicht: “Wie bringe ich Teilnehmer dazu, das Neue zu behalten, auszutauschen und anzuwenden?”

Wie auch dieser Blog dir immer wieder sagt: “Sharing is caring”. So konnten die Teilnehmer des DigiDays ihr Erlerntes im “Experience-Mash-Up” teilen. Dazu beantworteten sie auf einem ganz analogen Papierbogen folgende Fragen:

  1. Welches Key Learning erzähle ich morgen meinen Kollegen?
  2. Welchen praktischen Tipp nehme ich mit?
  3. Was möchte ich in den nächsten zwei Wochen umsetzen?
  4. Worüber möchte ich mehr erfahren?

Moderationsprofi Michael Heipel mischte die Teilnehmer der vier Gruppen so, dass in den neu entstandenen Gruppen je ein Vertreter eines Experience Labs von seinen Learnings berichten konnte. 

Hier sind meine vier Learnings:

  1. Fotos sind für die Live-Berichterstattung wichtig, noch mehr rocken jedoch Videos – vor allem für deine Reichweite.
  2. Die App snapseed kann deutlich mehr als die vorinstallierten Foto-Optionen eines Iphones.
  3. Ich werde Kurzvideos zur Übung aufnehmen.
  4. Über die sinnvolle Anwendung von Zeitraffer- und Slowmotion-Videos möchte ich mehr erfahren.

Von Kundenwünschen und Technologietrends

Buzzword dieser Konferenz ist vielleicht “Alexa” – die Spracherkennung von amazon. Eine andere interessante Technologie, die ich bereits auf der MiceConnection in Düsseldorf 
 kennen lernen durfte, ist amazon go.

Im Vortrag “Die Customer Journey Experience: Jeder Touchpoint zum Kunden zählt” von Silke Hoersch von Ungerboeck wurde auch mir wieder klar, unsere Teilnehmer müssen die eingesetzte Technologie nicht verstehen, aber anwenden können. So hat amazon go vielleicht auch Potenzial für den Einsatz auf Events, z. B. beim Check-In.
Falls du das Video noch nicht kennst, kannst du es hier ansehen:

Mittlerweile habe ich gelesen, dass sich dieser Store wohl noch nicht durchsetzt. Die Technologie dahinter, so glaube ich, wird uns sicherlich noch das ein oder andere Mal begegnen. Internetfähige Handys brauchten auch ihre Anlaufzeit, bis Steve Jobs daraus ein einfach zu bedienendes Smartphones gemacht hat. Also, wo ist der “Erfinder”, der diese Technik massenkompatibel macht?

Menschen treffen Menschen

Übrigens – bei aller Digitalisierung und Technologietrends – habe ich bekannte Gesichter wiedergetroffen, endlich Menschen in real live kennengelernt, die ich schon lange online kenne und auch ganz “normale neue” Kontakte geknüpft. Mit anderen Worten: Events wird es noch ganz lange geben.

Menschen treffen Menschen! Sie kaufen von Menschen! #Liveevents werden immer #Bestand haben. #micemanagement #tagen #menschen Klick um zu Tweeten

Lediglich die Prozesse dafür und dahinter werden digital unterstützt und bereichern die Kommunikation vor, während und nach des Events. 

Wir wollen uns weiterhin persönlich treffen und gemeinsam vor dem Kuchenbuffet in der Warteschlange zum Kaffee stehen. Ist das nicht herrlich kommunikativ? Ach und alle Damen werden mir zustimmen: Die Wartezeiten vor den Damen-WCs sind ebenfalls sehr kommunikativ. Männer werden das wohl nie verstehen – sie gehen weder zu zweit dorthin noch habe ich jemals eine Schlange dort gesehen.

PS: Ich habe noch etwas Neues gelernt. Der Frankfurter Westhafen Tower wird von den Einheimischen “der Gerippte” genannt.

Was hälst du von dieser Art Veranstaltung?

Kannst du ähnliche Learnings wie Katrin daraus mitnehmen?

Unter dem Menüpunkt Events 2018 findest du weitere interessante Veranstaltungen die im Jahr 2018 stattfinden werden. Es sind Formate in denen es um Digitalisierung, Hotellerie und Tourismus geht.

Schreib mir deine Eindrücke gerne in die Kommentare!

Über die Autorin

Katrin Taepke hat an der DHBW Ravensburg Messewirtschaft studiert, erfolgreich die Prüfung zum international anerkannten „Certified Meeting Professional“ absolviert sowie von 2011 bis 2013 ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (Berlin) mit dem Schwerpunkt „Entrepreneurship“ (innovative Geschäftsmodelle in KMU) absolviert. Seit 2003 plant, budgetiert und organisiert sie federführend in verschiedenen leitenden Positionen Personal- und Bildungsfachmessen sowie Wirtschafts- und wissenschaftliche Tagungen mit bis zu 10.000 Teilnehmer/innen.

 

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2 Kommentare

  1. Katrin Taepke sagt

    Lieber Günter,

    vielen Dank für deine Komplimente.
    Danke auch, dass du dich gleich um Aufklärung bemüht hast. Ich stimme dir bzw. Tweetbinder zu: Das sollte twitter mal lösen. Umso besser find ich jedoch, dass wir einen Praxisfall gefunden haben, der zeigt, dass nicht alle Statistiken stimmen. Manchmal wird ein User nicht mitgezählt – oder eben irgendetwas anderes stimmt nicht. Ein waches Auge ist immer gut.

    Ich freue mich auf unsere nächste Begegnung und den nächsten DigiDay.

    Viele Grüße
    Katrin

  2. Liebe Katrin,
    wow – welch eine tolle Zusammenfassung des #DigiDay17! Vielen Dank auch für die mehrfache Erwähnung meiner Livereportage auf @GCB_Deutschland und das schöne Feedback zu meinem Workshop.
    Vielleicht als Ergänzung der Frage, warum deine Tweets ursprünglich in der Auswertung nicht aufschienen: Ich habe ja auf https://twitter.com/guenterexel/status/938862679791407109 händisch nachgezählt und hochgerechnet, wie hoch dein (wirklich cooler!) Anteil an der #DigiDay17 Präsenz war.
    Darüber hinaus habe ich direkt bei @Tweetbinder nachgefragt, warum deine Tweets nicht nur in deren erster Analyse, sondern auch in der Twitter Suche nicht dargestellt waren. Sie erklärten mir folgendes: „Hi Günter, thanks for your question. Apparently Twitter has banned (for unknown reasons) the tweets from that account (…) this is always a temporary thing, very common btw among accounts that tweet a lot. They should fix it.“ (https://twitter.com/TweetBinder/status/939103167899488257)
    Wie von Tweetbinder angekündigt erscheinen deine Tweets nun in jüngeren #DigiDay17 Auswertungen ebenfalls – was auch für mich eine Erleichterung ist.
    Vielen Dank nochmals für deinen wichtigen DigiDay-Beitrag und auch die vielen Retweets!
    Liebe Grüße, Günter

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