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Der Best-Preis-Kampf! Buchungsportale: Fluch oder Segen? Teil 2

Der Best-Preis-Kampf

Im ersten Teil habe ich dir von meiner Idee erzählt, was geschehen würde, wenn sich die Tourismuszentralen und die Hotels einer Stadt zusammen schließen würden und ein Buchungsportal betreiben. Wir hätten wirklich viele Möglichkeiten – ach wieder dieses Konjunktiv!

Und nun muss ich gestehen, hatte schon jemand eine ähnliche Idee. Allerdings bin ich der Meinung, dass es anders umgesetzt werden müsste. Darüber schreibe ich in diesem Artikel. Los gehts!

Moment mal! Die Idee ist doch nicht neu!?

Erst vor ein paar Tagen habe ich meine Idee dann doch schon mal gelesen! In einem Artikel auf Tophotel.de. wird über die neu gegründete Deutsche Hotel Genossenschaft berichtet.
Soweit so gut. Ich war sehr erfreut! Endlich nimmt das mal jemand in die Hand! Im Artikel der Tophotel steht: „Das Portal ist  seit Frühjahr 2016 online und listet bis dato rund 500 Hotels. USP von Stayya sollen bessere Konditionen und ein direkter Gästekontakt sein, mittelfristig soll sich das Portal als Alternative zu großen OTAs etablieren.“
Na das hört sich doch super an, oder?

Ich bin direkt auf stayya.de und hab das mal getestet. Und… wie Sie sehen, sehen Sie nichts.
Meine Suchanfrage für Berlin, hat mir einige Hotels aufgezeigt, aber buchbar waren sie nicht. Auch in Stuttgart oder München konnte ich über stayya nicht buchen. Das berichtet auch die Tophotel und schreibt „Aktuell haben die Stayya.de-Macher noch einige Hausaufgaben zu erledigen, wie der ein Testbesuch der Top hotel-Redaktion auf der Seite zeigte.“ Interessant ist jedoch, dass die Hotels der Ostsee mit Preis gelistet sind. Ob das daran liegen mag, dass ein paar der Aufsichtsräte der Genossenschaft dort arbeiten, stelle ich mal so in den Raum.

Außerdem hat mich die neu gegründete Hotel-Genossenschaft neugierig gemacht und auch deren Seite habe ich besucht.

Laut einem AHGZ-Artikel hat Wolfgang Heidel die Gründung maßgeblich unterstützt.

Liebe Kollegen, mit der Genossenschaft wollen wir eine Plattform für die Hoteliers schaffen, auf der sie gemeinsam die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen können. Durch die Kooperation mit der Stayya- Buchungsplattform halten wir endlich wieder die gesamte Kette von der Ansprache der Gäste über die Buchung bis zum Aufenthalt in unseren Händen. Wolfgang Heidel, Parkhotel del Mar (Rügen) https://hotelgenossenschaft.de

Er ist auch Initiator von Ruegen-abc.de und Reise-10.de. Die dort angebundenen Hotels sind laut AGBs verpflichtet einen Rabatt von 10% zu gewähren.
Das kommt mir bekannt vor.

Jetzt gehts weiter mit meinem Artikel! Ich bin gespannt, wie genau die gesamte Kette wieder in die Hände der Hoteliers kommen soll. 🙂

Kostenvorteile für Gäste

Die Mitgliedschaft wird beworben mit „Durch die Kostenvorteile können unsere Hotelpartner ihren Gästen günstigere Preise und/oder bessere Leistungen anbieten.“ WOW!

Äh STOPP!… Welcher Unternehmer möchte vorsätzlich sein Produkt günstiger anbieten? Ist es nicht eher so, dass er das Produkt zum besten Preis anbietet oder gar zum Listenpreis verkaufen möchte? Interessiert es einen Unternehmer tatsächlich ob, wo oder dass er günstig verkaufen kann? Würde ich ein Hotel besitzen, wäre das kein Argument für mich, mich der Genossenschaft anzuschließen. Ich möchte zum besten und gerne höchsten Preis verkaufen!

Im Hotel gibt es keinen Massenrabatt! Im Gegenteil, bei hoher Nachfrage, steigt auch der Preis!

Im Hotel gibt es keine Massenrabatt! Im Gegenteil, bei hoher Nachfrage, steigt auch der Preis! Klick um zu Tweeten

„…und/oder bessere Leistungen anbieten.“
Und die Leistungen kosten doch auch! Zusatzleistung kostet zusätzlich! Ich erinnere an die Diskussion auf www.so-geht-hotel-heute.de über die Zusatzleistung „Early Check-In“, schau dort mal vorbei, da wird das Thema deutlich.

Einsatz neuster Technologien

Dann wird mit einer neuen Technologie geworben: „Wir bewegen uns mit dem technischen Fortschritt. Aktuell prüfen wir die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie für unsere Plattform.“

Aha.

Das freut mich natürlich, doch was bedeutet Blockchain-Technologie?

Ich habe recherchiert und wollte versuchen dir das hier zu beschreiben, doch es würde den Rahmen absolut sprengen und auf meinem Blog geht es um die Hotellerie. Ich kann aber dieses You Tube – Video empfehlen (Link) in dem es gut erklärt wird. Sicherlich besser als mein Versuch es zu erklären 😉

Update zur Blockchain – Technologie

Ich habe meinen EDV-Berater um Hilfe gebeten, um die Blockchain-Technologie zu erklären und er sagt folgendes:

In kurzen Worten ist eine Blockchain eine Art fortlaufende Liste von Transaktionen, die zum einen komplett öffentlich ist und zum anderen ausgefeilte Mechanismen zum Schutz vor Manipulationen bietet. Da jeder Teilnehmer (jeder der Transaktionen über die Blockchain durchführen möchte) eine komplette Kopie der Blockchain besitzt, und die einzelnen Transaktionen in der Blockchain so verschlüsselt sind, dass man nur Transaktionen hinzufügen kann, nicht aber zurückliegende Transaktionen nachträglich ändern oder löschen kann (dadurch würde die Blockchain an der Stelle abbrechen, dieser Fehler wird von den anderen Teilnehmern erkannt und die manipulierte Blockchain wird verworfen), soll das System insgesamt zum einen Transparenz und zum anderen Sicherheit bieten. Ursprünglich war die Technik für sogenannte Kryptowährungen entwickelt worden, aber die Finanzbranche findet das Konzept offenbar interessant genug, um es für eigene Zwecke einzusetzen.Andre Tertling

Und wie kann man das in Verbindung mit einem Buchungsportal einsetzen?

Die Blockchain würde in diesem Szenario vermutlich die üblichen Zimmerreservierungen ablösen – das wäre zumindest eine Sache, für die ich mir den Technik vorstellen könnte. Beim Einsatz der Blockchain geht es halt vor allem darum, dezentral und transparent eine zeitliche Abfolge von Transaktionen zu dokumentieren, und zwar in einer Form, in der jeder nachprüfen kann, ob alles mit rechten Dingen zuging, und vor allem manipulationssicher – und damit auch revisionssicher. Ein Stichwort in diesem Zusammenhang ist auch “Smart Contracts”, wo in der Blockchain praktisch Verträge festgehalten werden. Sowas ist auch schon in der Erprobung.Andre Tertling

Nutzererlebnis auf dem Buchungsportal www.stayya.de

In diesem Zusammenhang wird auch das Buchungsportal beworben: „Wir haben ein modernes Buchungsportal entwickelt, bei dem das Nutzererlebnis im Vordergrund steht“ Ja sehr schön, aber es funktioniert nicht! Ich als Nutzer habe kein Erlebnis, denn ich komme nicht ans Ziel! Was wird dein Gast machen, wenn er über stayya.de buchen will? Er wird scheitern und zur Konkurrenz gehen, dort hin wo es funktioniert!

Mann!

Angeblich ist das Portal seit Frühjahr 2016 online. Es ist nun Februar 2017. Laut Preisliste bezahlen die Mitglieder bzw. Hotelpartner 15 Euro pro Zimmer, um sich listen zu lassen und haben zumindest in München, Stuttgart, Berlin keinen Return on Invest.

Ich muss natürlich fair bleiben, es kann auch daran liegen, dass die Hotels das Portal nicht pflegen, doch dann sollte das Portal dafür sorgen, dass sie es nachholen!

Reduktion der Kosten für google adwords!

Ein weiterer Vorteil ist das günstigere Marketing. „Im Gegenzug spart die Einbindung der Hotelpartner in die Vermarktung der Plattform erhebliche Marketingausgaben vor allem für die Google-Werbung.“

Wie soll das funktionieren? Die Antwort findest du auf stayya.de:

Darstellung einer Auszugs von einer Website, Marketing soll ohne Google Adwords stattfinden, dafür soll über den hoteleigenen Newsletter für das Portal geworben werden

Marketing mit Newsletter und Direktempfehlung im Hotel. Quelle: https://hotel.stayya.de

„…möchten wir gemeinsam mit Ihnen Ihre bisherigen Gäste per Newsletter informieren.“
Du sollst demnach über deinen hoteleigenen Newsletter, deine Kunden auf die Buchungsplattform aufmerksam machen.

Dabei fällt mir folgendes auf:
Zum Einen sind nicht alle Abonnenten eines Newsletters Stammkunden – und hier lockt das Portal mit einer geringeren Vermittlungsprovision bei Buchung bzw. mit einer Gutschrift – zum Anderen: Aus welchem Grund sollst du in deinem Newsletter für eine anderen Plattform als für deine Website werben?

Andererseits könnte man es auch so verstehen, dass stayya mit dem eigenen Newsletter deine Kunden auf die Plattform aufmerksam machen möchte.

Ui! Da stellen sich mir die Nackenhaare!

Ich sag nur Datenschutz. Du bist nicht berechtigt die Daten deiner Kunden weiterzugeben. Deshalb denke ich sollst du mit deinem Newsletter werben und das würde ich als Unternehmer sicherlich nicht tun. Das wäre dann so, als ob ich in meinem Newsletter auf HRS aufmerksam mache und genau davon wollen wir doch weg, oder?

Deine besten Preise und Preisnachlässe bietest du ausschließlich auf deiner Website an!

Und im letzten Satz steht dann, dass es für die Gäste eine Anregung geben muss und du einen Preisnachlass von 4% geben sollst. Dies wäre eine deutliche Abgrenzung zum Wettbewerb. Auf den bekannten Hotelportalen wird mit bis zum 30% Preisnachlass geworben, da sind 4%…naja…

Deine besten Preise bietest du bitte nur auf deiner Website an! Klick um zu Tweeten

In deinem Hotel solltest du nur für Buchungen über deine Website werben. Die Plattform möchte, dass du für sie in deinem Hotel wirbst, dann kannst du auch gleich HRS oder Booking.com bewerben…

Fazit:

Eine nette Idee und dennoch besteht starker Verbesserungsbedarf!

1. Das Portal muss funktionieren! Dazu verpflichtet es sich auch in den laxen AGBs. Bei meiner Recherche kam raus, dass sie ab dem 500. Hotel das Portal aktivieren.
Laut Artikel der Tophotel, hat das Portal bereits 500 Kunden und sollte aktiv sein, sonst verschwinden die Gäste auf Plattformen, auf denen es einwandfrei läuft.

2. Das beworbene Nutzererlebnis sollte erlebbar sein. Wie sieht es denn aus diese Erlebnis? Wie wird es umgesetzt? Was ist es, was es nicht schon gibt? Dazu habe ich leider nichts gefunden und mein Buchungs-Nutzer-Erlebnis, naja, du hast es ja gelesen.

3. Das Portal will durch Marketing-Maßnahmen – Werbung über den hoteleigenen Newsletter – die Kosten für google adwords reduzieren. Hm… naja.

Reduziere deine gesamten Marketingkosten lieber durch Direktvertrieb und leite deine Gäste auf keinen Fall zu einem Portal, auch wenn die Provisionen deutlich unter den gängigen liegen.

Reduziere deine gesamten Marketingkosten lieber durch Direktvertrieb über die eigene Website! Klick um zu Tweeten

Das Portal sollte durch Marketingmaßnahmen und gutes SEO (Search-Engine-Optimazion) auffallen und nicht das eigene Portal über die Hotels vermarkten lassen. Der Punkt gefällt mir ganz und gar nicht und muss dringend geändert werden.

4. Kostenvorteile für die Gäste. Mein Aufreger-Thema. Es kann doch nicht angehen, dass immer mit Rabatten geködert wird! Und wenn es Preisnachlässe geben soll, dann nur auf der eigenen Website oder im Hotel direkt. Eine Leistung hat ihren Preis. Punkt.

Preisnachlässe ausschließlich auf der eigenen Website! Klick um zu Tweeten

5. Erkennbare Zielgruppe: Sollen Hotelliers erreicht werden? Oder ist es einfach ein weiteres Portal dass mit nicht selbst gefertigten Produkten Geld verdienen will? Ich bin dafür, dass der Direktvertrieb gestärkt werden soll und ein Buchungsportal, dass über eine Genossenschaft entsteht, sollte genau das zum Ziel haben. Die Hotelliers die daran angebunden sind, sollen sich frei machen können von hohen Provisionen.

5. Einsatz von neuen Technologien: Ich hab mir die Plattform angesehen. Es könnten zwei Arten von Zielgruppen eine Rollen spielen und bei allen negativen Punkten die ich schon aufgelistet habe, machen die nur Sinn, wenn das Hotel keine eigene Website hat.

Dann kannste das so machen.

UPDATE:

Nun ist aber von neusten Technologien die Rede Blockchain und wie oben schon mal erwähnt, kann ich es nicht gut genug erklären. Daher bin ich mir nicht sicher ob es  die Zielgruppe treffen und beeindrucken kann.

Der Wolf im Schafspelz

Am Ende meiner Recherche bin ich auf einen weiteren Punkt gestoßen. Das vermeintliche Buchungsportal bietet auch die Möglichkeit, stayya direkt auf die Website einzubinden.
Sozusagen als Booking Engine! Und das getarnt als Buchungsportal unter dem Deckmantel einer Hotelgenossenschaft. Tja, so kann es gehen.

Dein und mein Learning

Es wird noch eine Weile dauern, bis sich die Hotels von Buchungsportalen abnabeln. Und es wird noch länger dauern bis Hotels endlich Synergien nutzen und gemeinsam ihren Vertrieb gestalten.

Das hat meiner Ansicht nach zum einen mit der Finanzierung zu tun und zum Anderen mit dem Aufwand. Ich wünsche mir, dass es bald Fortschritte geben wird und werde nicht müde, darüber zu schreiben!

In Zeiten der Digitalisierung gibt es so viele unzählige Möglichkeiten und meine Idee aus Teil 1 , finde ich gar nicht so abwägig. 😉

Jetzt bist du dran! Hinterlass mir einen Kommentar und sag mir was du denkst! Teile diesen Artikel, wenn er dir gefallen hat! Denn du weißt ja sharing ist caring, online und offline 😉 Danke!

7 Kommentare

  1. Hallo Valerie,
    ich habe deinen Artikel sehr aufmerksam gelesen. Deine Idee finde ich sehr gut und auch ich hege diese Idee seit Jahren. Ich bin in der Hotelbranche nicht bewandert, aber in der Hostel-Branche. Im Prinzip ist es ja gleich, wir wollen Zimmer bzw. Betten verkaufen. Da ich in Berlin eines der ersten Hostels (vor 20 Jahren) eröffnete, habe ich in der Zeit viel mitbekommen und könnte darüber ein Buch schreiben. Vielleicht mache ich das euch eines Tages. Aber nun zu deiner Idee.
    Nehmen wir einmal Hostelworld. Als diese Buchungsplattform an den Start ging, musste das Hostel eine Provision von 5% bezahlen. Heute sind es 12 %. Hinzu kommt, dass die Provision als “Anzahlung” deklariert wird. Was glaubt der Gast?! Er hat eine Anzahlung für seine Übernachtung an das Hostel bezahlt. Was ich eine Frechheit finde. Das Hostel bekommt nicht die 12%. Es ist KEINE Anzahlung, da diese 12% bei hostelworld bleiben.
    Booking.com verlangt mittlerweile 15%. Der Vorgang ist genauso.
    Hinzu kommt dann noch, dass der Sitz der Buchungsportale nicht in Deutschland ist.
    Nehmen wir an, das Bett im Schlafsaal kostet 20 €. Von diesen 20€ bleibt übrig:
    – 15 % Provision Booking.com
    – 5 % Bettensteuer
    – 7% Umsatzsteuer
    insgesamt: 27 %
    Das sind 14,60 €. Von diesen 14,60 € soll nun der Hotelier seine gesamten Kosten bestreiten.
    In Berlin haben wir (wie sicher in vielen anderen großen Städten) viele große Hotelketten. Diese Hotelketten haben ihren Sitz auch meist nicht in Deutschland. (sehr viele in Ireland). Die kleinen Hostels haben schon ganz schön zu kämpfen und an jeder Ecke kommt ein neues, großes Hotel oder Hostel hinzu.
    Ich wäre nicht dafür, dass die Touristenzentrale der jeweiligen Stadt ein „neues“ Buchungsportal verwalten sollte. Das hatten wir in den Anfängen meiner Hostel Zeit. Die Provision betrug damals (und das ist wirklich fast 20 Jahre her) 15%!!!
    Ich hatte den Vorschlag schon vor Jahren mal in „den Raum“ geworfen, dass sich die Hotels oder die Hostels zusammenschließen und eine eigene Buchungsplattform entwickeln sollten.
    Die Hostels in Berlin investieren in eine Buchungsplattform um diese an den Start zu bringen. Jedes Hostel ist auch selbst für die Pflege seiner Präsenz verantwortlich. Nehmen wir einmal an, die Provision bei der Buchung beträgt 5%. Diese 5% verbleiben in dem „Topf“ und davon werden alle anfallenden Kosten bezahlt. Das würde bedeuten, man bezahlt nicht an „fremde Plattformen“, sondern jeder investiert dadurch in sich selbst. Ich denke, vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Geld dabei zusammenkommt und man könnte dadurch wiederum viel auf dieser Seite bewegen, wie Tipps in Berlin (über Blogger) usw. Wiederum wäre auch ein großer Vorteil, die Kosten der Arbeitskräfte, da ja jedes Hostel selbst in seiner Firma „Buchungsplattform“ angestellt ist und somit einen Teil des Arbeitsaufwands selbst erledigen müsste.
    Einen Teil der Überschüsse, die am Jahresende durch die 5% Provision übrig blieben, könnte man zum Teil wieder an die Hostels, denen allen gehört ja die „Buchungsplattform“ zurückzahlen.
    Das wäre für mich eine Win-Win Beziehung, da JEDER davon etwas hat.
    Soweit, so gut! Ich kann dir leider nicht beantworten, warum bei meiner Idee damals kaum Hostels dafür Interesse hatten. Leider wird immer nur über die Provisionen der Portale geschimpft.
    Wiederrum weiß der Gast meist gar nicht, dass „Schnäppchen“ immer nur auf der jeweiligen Hostel oder Hotelseite zu finden sind, also dort, wo keine Provision bezahlt wird. Und das ist nun einmal die eigene Ho(s)tel-Seite.
    Das Internet ist schnell, aber der Kopf des Menschen ist nicht so schnell. Viele nehmen sich heute auch leider nicht die 5 Minuten mehr Zeit um auf die Homepage des jeweiligen Anbieters zu schauen. Da geht es bei den Buchungsportalen schneller, einfacher.
    Für mich persönlich endet dieses Jahr die Hostel-Tätigkeit. Es macht mir einfach keinen Spaß mehr sich den Preis-Kämpfen zu stellen, sei es durch große Hostel-Ketten, Buchungsportalen und was noch alles hinzukommt. Und 20 Jahre sind eine lange Zeit. Kein weinendes Auge, eher zwei lachende Augen. Es gibt so viele Dinge die ich spannend finde und denen ich meine Zeit widmen möchte, wie zum Beispiel der Aufbau unser Berlin Seite.
    Aber ein Stück des Herzens wird immer in der Hostel – Hotel Branche bleiben.
    Wir bleiben in Kontakt,
    Heike

    • Liebe Heike,

      WOW! Vielen Dank für dein ausführliches Statement!

      Ja es wird Zeit, dass die Hotellerie (Hotel und Hostel, Pensionen, Garnis usw.) zusammen stehen und gemeinsam losziehen um etwas zu verändern. Doch leider scheint das vielen nicht so leicht zu fallen.

      Und es ist auch soviel bequemer andere für ihr Geld arbeiten zu lassen, anstatt das selbst in die Hand zu nehmen.
      Mir kommt es oftmals so vor, als wollten alle im Schlaf ihr Geld verdienen, wenn sie das Housekeeping fremdvergeben, den Verkauf fremdvergeben und sich angeblich aufs Wesentliche beschränken wollen.

      Wer für die Listung des Hotels auf diesen Portalen bezahlt, wird von den OTAs natürlich nicht kommuniziert. Warum auch? Es ist ja nicht notwendig. Früher hat der Gast in den gelben Seiten nach einem Hotel gesucht, heute macht er es Online über die Suchmaschinen oder den bekannten OTA.

      Sicherlich wollen Gäste nicht lange suchen und Schnelligkeit ist ein großer Pluspunkt, wenn es um Angebote und Verkauf geht. Genau deshalb müssen Hoteliers jetzt digitalisieren und sich mit Buchungsmaschinen, SEO und Social Media beschäftigen.

      Ich habe einen Artikel im Manager Magazin über booking gelesen. Dort heißt es: “Nur auf eine Form des Marketings verzichtet Booking komplett: Personenkult. Wer hinter Amazon oder Facebook steckt, weiß nahezu jeder; Jeff Bezos und Mark Zuckerberg sind prominent wie Popstars. Über die Köpfe hinter booking.com und Priceline hingegen ist wenig bis nichts bekannt. Das soll auch so bleiben.” (Quelle: Manager Magazin Ausgabe 8/2017)

      Und hier haben wir doch schon die Antwort: Hotels/Hostels können mit Persönlichkeit und Gefühlen punkten. Mit wahren Geschichten. Mit Authenzität. Mit Realität.
      So funktioniert Gästebindung heute. Die Gäste wollen den Küchenchef, Chef de Service, Gastgeber an der Rezeption kennen lernen und bauen dann Vertrauen und Loyalität auf.

      Doch auch das macht Arbeit. Und ist anstrengend.

      Aber es kann DER Weg sein, mit Persönlichkeit zur mehr Direktbuchungen durch Kundenbindung.

      Und um den Bogen zu spannen: Das kann mit einer zentralen Plattform, die von Hoteliers betrieben wird, zu schaffen sein.

      Vielen Dank für deine Zeit, einen so ausführlichen Kommentar zu schreiben. Das hat mich sehr gefreut.

      Alles Gute und liebe Grüße,
      Valerie

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  4. Hilfreich sind Fakten. Booking.com veröffentlicht die Zahl der Buchs René Hotels, Übernachtungen…. der netto Durchschnittspreis ist ja bekannt. Errechnen mal wer die Einnahmen von Booking.com pro Monat?
    Wer will sich gegen deren Marketing Budget stellen? Weltweit? Europaweit? Wer finanziert die Software? Ist die Portal Gebühr nicht zu einer kalkulatorischen Größe vergleichbar der Ust geworden? Bei Amazon zahlen Kunden ebenso ohne Nachdenken Die versteckte Komission.

    • Es geht natürlich nicht ohne Finanzierung. Meiner Meinung nach, sollten die Provisionen zurückinvestiert werden: in die Software, in das Personal für die Betreuung der Seite.
      Und heutzutage ist es für nahezu jeden mit PC und Internet möglich einen Online-Shop zu erstellen und das ist es doch im Prinzip. Wenn man es runterbricht, ist es doch genau das. Und Amazon und Co machen es vor.

      Ich suche mir ein Produkt (Zimmer) aus, lege es in den virtuellen Einkaufswagen. Gehe zurück suche mir noch ein Produkt (mit Frühstück) aus und gehe zur Kasse. Nach dem Bezahlvorgang, erhalte ich eine Bestätigung. Ein paar Tage später erhalte ich eine Versandbestätigung. Hotels könnten auf weitere Produkte aufmerksam machen oder Informationen zum Standort liefern.
      Im „Sale“ wird ebenfalls die Verfügbarkeit der Modeprodukte angezeigt. Die technische Umsetzung ist gegeben.

      Viele Gäste wissen gar nicht, dass das Hotel bei den Buchungsportalen Provision zahlen muss. Und das ist doch schon der nächste Fauxpas: Es wird nicht kommuniziert; doch die Portale werben die Gäste damit, dass bei Buchung keine Zusatzkosten durch Provision/Kommission entstehen.

      Im ersten Teil gehe ich auf die Zusammenarbeit zwischen Hotels und Tourimuszentrale ein. Ich bin überzeugt, dass es (weitere) Möglichkeiten gibt, den Direktvertrieb zu stärken und sich die Hotellerie von den OTAs „befreien“ kann. Ich denke hier sind Hotels, Tourismuszentralen und Hotelverbände in der Pflicht. Und es muss getan werden.

      “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.” (Erich Kästner)

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