Den Urlaub nach Hause schicken – Andalusien in Südbaden!

Den Urlaub nach Hause schicken Andalusien zuhause genießen

Kooperation

Die größte Herausforderung für mich war die Tortilla geschickt und schnell aus der Pfanne zu stürzen. Bei Yvonne, die über Zoom zugeschaltet war, sah das einfacher aus. Zwar landete ein kleiner Teil der Kartoffeln auf der Arbeitsfläche, dennoch schaffte es der Großteil der ersten Tortilla meines Lebens wieder in die Pfanne. Mit 250 ml Öl nicht gerade ein kalorienarmes Essen, doch wahnsinnig lecker. In einem Paket hatte mir Yvonne Schnoor vom Cortijo El Sarmiento aus Mojácar (Almería, Spanien) einige Tage zuvor weitere Zutaten zugesendet. Direkt aus Andalusien kamen Oliven gefüllt mit Anchovis, Pimientos del Pequillo con Perdiz, Salzmandeln, Feigen im Schokomantel, El Pico de Don Pelayo (trockene Brotstäbchen), Jamon de cebo de campo und Jamon de Bellota, Manchego-Käse (semicurado und viejo) sowie zwei Flaschen Wein.

Im Podcast „Kreativ in der Krise: Video-Calls mit Stammgästen“ hatte mir Yvonne schon von ihren Zoom-Calls mit Gästen erzählt. Die Idee einen andalusischen Abend anzubieten, war da nicht weit und ein logischer Schritt für die kreative Auswanderin. Ich hab mich über die Einladung zum andalusischen Abend gefreut. Der Kochabend fand im April statt.

Wir waren eine kleine Gruppe und über Deutschland verteilt zugeschaltet. Um 18 Uhr ging es los. Spanische Musik brachte die Sonne in meine Küche und hob meine Laune. Urlaubsstimmung! Hier kannst du in die Playlist reinhören. 

Echt spanische Zutaten direkt aus Mojácar, Almería

Nach einer kurzen Begrüßung startete Yvonne gleich mit dem Aperitif. Dazu gab es einen leichten Weißwein. Als Vorspeise ließen wir uns die feinen Leckereien aus Mojácar schmecken.

Der Saetias wird aus Trauben der Sorten Sauvignon Blanc, Moscatel und Airén hergestellt. Diese Spalierreben wurden im Almanzora-Tal in einer Höhe von ca. 700 m gepflanzt. Das Klima begünstigt die perfekte Reifung der Früchte. Der Wein glänzt mit einem ausgewogenen Säuregehalt und bildet ein gutes Aroma.

Die Trauben werden in 10 kg Kisten geerntet, um eine Beschädigung durch Eigengewicht des Taubenguts zu vermeiden. Die Maischegärung wird bei einer Temperatur unter 10 ° C gekeltert. Der Saetias erhält seine Geschmeidigkeit durch die 20-tägige Gärung in ungarischen Eichenfässern und die 3-monatige Arbeit auf der Hefe durch Batonnage. Nach der Entnahme aus den Fässern wird er für drei Monate in Edelstahl gelagert.

Als Rotwein gab es Sierra Almagrera. Ein Crianza, der 12 Monate in französischen Eichenfässern und dann noch mal 12 Monate in der Flasche gereift ist. Die enthaltenen Rebsorten sind Tempranillo, Shiraz, Garnacha und Monastrell.

In den Ausläufern der Sierra de Almagrera liegen die Weinberge, auf einem rötlichen Boden voller Gestein und Mineralien. Sierra de Almagrera ist ein einzigartiger Wein, der aus einem Gebiet kommt, in dem es nie Reben gab, nur die Spuren der phönizischen Vorfahren. Sie versuchten Wein an der Küste zu pflanzen, weil die Berge und das Hochland fälschlicherweise als ungeeignet bezeichnet wurden.

Geerntet werden die Reben in 15-kg-Kisten. Damit das Eigengewicht sie nicht erdrückt. Im Weinberg werden sie vorselektiert und später in der Kelterei nochmal selektiert. So werden ungesunde und unreife Trauben getrennt. Der Sierra Almagrera wird in Edelstahltanks mit Battonage und bei kontrollierter Temperatur ausgebaut.

Der Sierra Almagrera hat eine rubinrote Farbe mit einem hellen Rand.

Aromen von Waldbeeren, Walderdbeere, Lavendel und Thymian geschmückt mit balsamischen Tönen. Außerdem schmeckt man Röstaromen und Zimt, die vom Barrique herrühren.

Mehr Infos über Wein aus Almeria findest du auf Yvonnes Blog. 

Als Vorspeise oder vielmehr Aperitif bzw. Tapas, gab es Manchego-Käse, Oliven gefüllt mit Anchovis, Pimientos del Pequillo con Perdiz, Salzmandeln, Feigen im Schokomantel, El Pico de Don Pelayo (trockene Brotstäbchen die in Spanien zu allem gegessen werden, wie Yvonne berichtete), Jamon de cebo de campo und Jamon de Bellota und Manchego semicurado und viejo. Weitere Infos zu den Spezialitäten in Andalusien findest du ebenfalls in Yvonnes Blogartikel.

Queso Manchego Semicurado

…ist ein halbfester Käse, der zwischen drei Wochen und drei Monaten reift und eine feste Konsistenz hat. Daher schmeckt er intensiver.

Queso Manchego Viejo

… ist mindestens ein Jahr gereift und hat ein schärferes Aroma – je länger der Reifeprozess, desto schärfere Noten. Der Käse lässt sich sehr gut hobeln und raspeln, kann aber wie sein italienischer Bruder auch am Stück gegessen werden. Mit etwas Olivenöl übergossen wird er gerne als Tapa serviert.

Jamón Ibérico de Cebo de campo

Schinken, zu mindestens 75% vom Iberischen Schwein. Die Tiere haben mindestens 30 Prozent ihrer Gewichtszunahme der Eichelmast zu verdanken.

Jamón Ibérico de Bellota

Schinken, der zu mindestens 75% aus dem iberischen Schwein hergestellt wird. Mindestens 40 Prozent ihres Lebendgewichtes der Iberico-Schweine müssen auf eine Fütterung mit Eicheln und Kräutern zurück zu führen sein. Bellotas (Eicheln) sind die Früchte der Steineiche. Dieser Schinken zeichnet sich durch ein intensives, nussiges Aroma aus und ist die absolute Königsklasse im Bereich spanischer Schinken.

Das Rezept: Tortilla de patatas

Per E-Mail erhielt ich einige Tage zuvor das Rezept für die Original-Tortilla de patatas. Wie kann ich das auf deutsch übersetzen? Ich sage: Kartoffel-Kuchen! Das Rezept reicht für vier bis sechs Personen, wenn du es als Tapa servieren willst. Ein geheimer Tipp, falls mal spontan Gäste zu Besuch kommen und du keine Kartoffeln zuhause hast: Kartoffel-Chips in die Pfanne und die Eiermasse drüber. Zack! Fertig!

  • 4-5 geschälte Kartoffeln
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 3 große Eier und 1 Eigelb
  • 250 ml Sonnenblumenöl oder Olivenöl (weil Olivenöl nicht jedem schmeckt, empfiehlt Yvonne eine Mischung. Ich hab 50 ml Olivenöl genommen und den Rest mit Sonnenblumenöl aufgefüllt.)
  • Salz & Pfeffer

Die Kartoffeln in Stück schneiden. Das hätte ich auch vorher lesen sollen, denn ich hab sie mit meiner Küchenmaschine klein geraspelt und hatte dann eine Kartoffelpampe mit zu viel Flüssigkeit. Deshalb achte darauf, dass die Kartoffelstück ca. 1 cm groß sind.

Das Öl auf mittlerer Hitze erwärmen und die Kartoffelstücke und Zwiebeln hinzugeben. Das ganze 15 Minuten anbraten.

Die Eier und das Eigelb in eine große Schüssel geben und mit einem Schneebesen verquirlen. Eine Gabel tut es auch. Die Kartoffel-Zwiebel-Mischung mit einem Schaumlöffel aus der Pfanne nehmen und zur Eimasse hinzugeben, mischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Einen Esslöffel Olivenöl in eine antihaftbeschichtete Pfanne geben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Hinweis: eine kleinere Pfanne als die, mit der du die Kartoffeln angebraten hast. Die Kartoffel-Zwiebelmischung hineingeben und gleichmäßig verteilen. Braten die Masse ungefähr drei Minuten an.

Jetzt kann der Spaß losgehen! 😆

Decke die Pfanne mit einem Teller ab und stürze die Pfanne und den Inhalt in einem herzhaften Schwung um! Lass dann die Tortilla wieder in die Pfanne gleiten und brate sie ein paar weitere Minuten von der anderen Seite an.

Alternativ kannst du die Tortilla statt auf dem Herd im Backofen machen. (Das hätte ich vorher wissen sollen…) Bei 200° C für fünf Minuten. Achte darauf, dass du nicht die Grillfunktion verwendest, sonst ist sie „furztrocken“ – sagt Yvonne. 😉

Und ein weiterer Tipp von Yvonne:

„Bei der Konsistenz der Tortilla unterscheiden wird zwichen jugosa o cuajada, das heißt saftig oder fest geworden. Der Unterschied liegt bei ca. zwei Minuten in der Zubereitungszeit. Will heißen: es kostet viel Übung um herauszufinden wann genau man sie am liebsten mag. Allgemein kann man sagen dass Spanier zu Hause deutlich eine jugosa bevorzugen, weil sie die Qualität der frischen Eier kennen und sich keine Sorgen wegen Salmonellen machen. In der Gastronomie wird sie daher auch aus Sicherheitsgründen meist cuajada serviert.“

Sind hybride Kochabende die Zukunft?

Mittlerweile sind Reisen wieder möglich, wenn auch mancher Orts (noch) zu gewissen Bedingungen. Wie das momentan in Andalusien aussieht, liest du im Corona-Ticker.

Während des Lockdowns hat Yvonne über Zoom-Meetings Kontakt mir ihren Gästen gehalten. Die Idee eines andalusischen Abends fand ich kreativ. Die Zutaten dafür zu den Gästen nach Hause zu senden ebenfalls. Denn wenn die Gäste nicht zu ihr kommen können, dann versendet sie das Cortijo El Sarmiento eben mit der Post. Besonders gut gefallen haben mir die ausführlichen Erklärungen und Erzählungen zu den Speisen und dem Wein. Auch wenn ich eher kein Fan von vergorenem Traubensaft bin 😉 (Sorry, Yvonne). Es hat Lust auf einen Urlaub gemacht und wir hatten einen  Abend mit Spaß und herzlichen Gastgebern.

Ich kann mir vorstellen, dass sowas sogar und trotz dessen das wir wieder verreisen dürfen, bleiben könnte. Einige Gäste vor Ort und die Daheimgebliebenen über Videokonferenz am Tisch. Klasse! Zum Beispiel als zusätzliche Leistung, falls jemand seinen Geburtstag im Urlaub feiert und die Familien von zuhause aus dazu holen will. Warum nicht?

Ideen-Reichtum zahlt sich auf jeden Fall aus, denn so bleiben Yvonne und Carsten ihren Gästen in Erinnerung. Auch in der Krise.

Wie war das bei dir? Was hast du dir einfallen lassen, um nicht in Vergessenheit zu geraten? Schreib es mir gerne im Kommentarfeld unter diesem Artikel.

Kooperation: Ich wurde von Yvonne zum andalusischen Abend eingeladen und sie hat mir die Zutaten kostenfrei zukommen lassen. Es gab keine redaktionellen Eingriffe und hat keine Auswirkung auf meine Meinung.

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4 Kommentare

  1. Hola liebe Valerie,

    na hätte ich das mit dem Wein gewusst! Dann hätte ich dir eine tolle Selektion von Bieren aus der Wüste geschickt – das gibt es nämlich auch noch! Wir haben hier doch für alle was 🤣

    Es freut uns auf jeden Fall, dass es dir Spaß gemacht hat. Uns auch und deswegen geht es nach der Saison weiter mit Paella zaubern am heimischen Herd 😉

    Ganz liebe Grüße aus dem sommerlichen Mojácar,

    Yvonne

  2. Das hat bestimmt Spaß gemacht Valerie und ich muss sagen, in der Pfanne wenden gehört auch nicht zu meinen Spezialitäten.
    Deine Bilder zeigen, dass es ein fröhlicher Abend war. Und er macht Lust auf Andalusien!

    • Liebe Charis,

      das hat großen Spaß gemacht und ich hab dazu gelernt. Andalusien steht auf jedem Fall auf der Reiseziele-Liste. Vielleicht schreib ich mal darüber, wie ich mir fast mal ein andalusisches Pferd kaufte…

      Grüße
      Valerie

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