Das Gastgewerbe ist Gastgeberin – 8 starke Frauen aus der Branche

Blogparade #starkeFrauen von Miriam Rombach

Miriam Rombach von mein-lebensspiel.de hat zur Blogparade „Aufruf zur #Blogparade: Inspirierende #starkeFrauen“ aufgerufen und da bin ich gerne dabei. Vielen Dank an Rebecca Keller von frei-mutig.de fürs darauf aufmerksam machen!

Zuerst hat mich das Thema nicht angesprochen. Ich bin es leid für etwas zu kämpfen, was sich vermutlich nie ändern wird. Da fühle ich mich irgendwann, wie der Frosch in der Butter – oder zur heutigen Situation passender: es ist genauso ergebnisreich, wie ein Gespräch mit einem Coronaleugner zu führen.

Ich spreche aus Erfahrung. In meiner Laufbahn war der Großteil meiner Vorgesetzten männlich. Nur einmal hatte ich das Glück, eine Frau als Geschäftsführerin zu haben. Das war die beste Zeit.

Die Idee von Miriam und ihr Aufruf zur Blogparade #starkeFrauen hat mich nicht mehr losgelassen. Ich hab in meinem Podcast-Archiv nachgeschaut und einige starke Frauen gefunden mit denen ich mich schon unterhalten habe. Zehn Frauen über die ich etwas sagen kann, bekomme ich nicht zusammen. Es sind acht starke Frauen, die ich dir heute präsentiere. Drei beobachte ich von der Ferne, mit fünf hatte oder habe ich regelmäßig Kontakt. Falls dir starke Frauen einfallen, dann schreib das gerne ins Kommentarfeld unter diesen Artikel. Ich bin gespannt, wie viele wir zusammen bekommen.

8 starke Frauen im Gastgewerbe

Das sind meine acht #starkeFrauen und ich hoffe du findest sie genauso inspirierend wie ich. Vielleicht schaust du mal auf ihren Social-Media-Profilen vorbei, folgst ihnen, besuchst die Website oder das Blog und hinterlässt ein Like, Kommentar oder ein Abo.

Carmen Dücker – BWH Hotel Group Central Europe GmbH

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als 2018 die Pressemitteilung las, in der bekannt gemacht wurde, dass Carmen Dücker in die Geschäftsführung der BWH Hotel Group Central Europe GmbH aufsteigt. Mein erster Gedanke „Endlich! Endlich eine Frau an der Spitze!“. Ich habe mich wahnsinnig gefreut.

Noch mehr hab ich mich gefreut, als ich Carmen Dücker für meinen Podcast gewinnen konnte. Darin habe ich mich mit ihr über die Corona-Krise in der Hotellerie unterhalten und fand es absolut faszinierend, wie zuversichtlich und souverän sie die Situation beurteilt und welche Chancen sie darin sieht. Hör mal rein: „Stimmen für die Hotellerie: Die Corona-Krise bietet auch Chancen für die Branche“.

Dr. Caroline von Kretschmann –  Geschäftsführende Gesellschafterin Europäischer Hof Heidelberg

Seit 2013 ist Dr. Caroline von Kretschmann Geschäftsführerin im Hotel Europäischer Hof Heidelberg. Bekannt ist mir das Hotel seit meiner Ausbildung und den Aufenthalten an der Berufsschule in Villingen-Schwenningen. Eigentlich wollte ich mich dort auch immer mal bewerben, aber meine Laufbahn hat sich dann doch eher Richtung Süden entwickelt. Die beliebtesten oder vielmehr geachteten Schüler:innen auf dem Schulhof waren die Auszubildenden vom Europäischen Hof Heidelberg, Brenners Park-Hotel Baden-Baden und das Colombi-Hotel Freiburg.

In der Pandemie hat sich Dr. Caroline von Kretschmann für die Branche eingesetzt. Zahlreiche Interviews in Zeitungen und Magazinen, aber auch im Fernsehen bei N-TV und im ZDF bei Maybrit Illner.

Ingrid Hartges – Geschäftsführerin DEHOGA Bundesverband

Ingrid Hartges ist Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA-Bundesverbands mit Sitz in Berlin. Zugegeben, vor der Pandemie hab ich Frau Hartges wenig wahrgenommen. Doch schon als sich der erste Lockdown im März 2020 abzeichnete, setzte sie sich für die Branche ein. Ich kann es nicht anders sagen: Ingrid Hartges hat seit dem ersten Lockdown einen Medienmarathon hingelegt und die Hotellerie und Gastronomie in den Medien sichtbar gemacht. Seit 2006 steht sie an der Spitze des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands.

Tagesschau, 18. Mai 2020: Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin DEHOGA, über die Probleme der Gastronomie beim Neustart

Uta Janbeck – Inhaberin Janbecks Fairhaus

Uta ist ein Unikat! Und die Frau ist ein Kraftpaket mit unfassbarem Willen und einer Mission! Sie ist Inhaberin des Janbeck’s Fairhaus im Norden Deutschlands, an der Grenze zu Dänemark, direkt an der Ostsee. Uta begleitet mich seit Januar 2019. Da war sie zum ersten Mal Gast in meiner Podcast-Reihe „Stimmen für die Hotellerie: Nachhaltigkeit im Hotel – Janbeck’s Fairhaus“. Warum sollten wir wertvolles Trinkwasser für die Toilettenspülung nutzen? Uta und ihr Mann Stephan haben für ihre Pension eine eigene Kläranlage. Sie leben Nachhaltigkeit und versuchen so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten. Uta ist dabei die treibende Kraft. Es ist schon erstaunlich was alles möglich ist und wie Uta Nachhaltigkeit wortwörtlich umsetzt. Außerdem betreibt sie auch einen Hotelblog. Darin berichtet sie aus ihrem Alltag und gibt Tipps zum Thema Nachhaltigkeit.

Victoria Mayer – Mayer’s Waldhorn

Victoria ist mir auf Instagram aufgefallen. Sie startete für ihren Familienbetrieb Mayer’s Waldhorn einen Account und war bei der letzten #hotelsaufinstagram Challenge im April 2020 dabei. Victoria schrieb ihre Masterthesis über den Fachkräftemangel in der Hotellerie und hat darin konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet, die wir teilweise im Podcast besprochen haben. Außerdem war sie bereits zu Gast in der Reihe „Stimmen für die Hotellerie“ als Best Practice Beispiel für Hotel-Accounts auf Instagram.

Aktuell unterstützt sie das „Brückenprogramm Touristik“ und setzt sich sehr stark für die Branche ein.

Yvonne Schnoor – Inhaberin B&B Cortijo El Sarmiento

„Es begann mit meinem Kindheitstraum ein kleines Hotel in Südfrankreich zu besitzen – lange bevor es im Fernsehen überhaupt TV-Formate wie Goodbye Deutschland gab.“ steht auf der Über-uns-Seite und auch die Geschichte darüber, wie es dann doch Andalusien wurde. Yvonne führt das B&B Cortijo El Sarmiento mit ihrem Mann Carsten.

Mit unglaublicher Kreativität bewältigt sie frisch und fröhlich die Krise. Um Kontakt zu ihren Gästen zu halten, veranstaltet sie regelmäßig Zoom-Calls. Im Podcast „Kreativ in der Krise: Video-Calls mit Stammgästen“ hab ich mich mit ihr darüber unterhalten. Doch das ist längst nicht alles! Denn wenn die Gäste nicht zu ihr reisen können, sendet sie ein Stück Andalusien zu ihren Gäste. Mit einem „Care-Paket“ für einen andalusischen Abend und einem festen Termin zum gemeinsamen Kochen hält Yvonne Kontakt zu ihren Gäste und geht damit neue Wege. Außerdem erzählt sie in ihrem Hotelblog über das B&B und was Gäste in Mojácar erleben können.

Anke Cimbal – Head of Corporate Communication BWH Hotel Group Central Europe GmbH

Anke kenne ich von der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ). Sie ist Head of Corporate Communications der BWH Hotel Group Central Europe GmbH. Seit 2004 leitet sie die Unternehmenskommunikation der Hotelgruppe. In einer Studie vom F.A.Z.-Institut und dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF wurde die BWH Hotel Group zu den besten Unternehmen in der Kategorie „Gast- und Tourismusgewerbe“ in Deutschland ausgezeichnet. Dazu gehört definitiv sehr gute Kommunikation. Mit ihrer unermüdlichen Pressearbeit macht sie auf die zahlreichen Best Western Hotels aufmerksam. Dank ihr konnte ich neben Carmen Dücker schon einige andere Gastgeber:innen der Hotelgruppe für meinen Podcast gewinnen. Es ist Zeit, dass ich auch Anke einmal einlade. 😃

Viktoria Fuchs – Geschäftsführerin Spielweg Hotel & Restaurant

Münstertal liegt bei mir um die Ecke. Zuerst bin ich über Instagram auf Viktoria aufmerksam geworden, danach hab ich sie im Fernsehen bei „Ready to beef“ gesehen. Die sympathische Spitzenköchin ist kreativ – nicht nur in der Küche. Während Corona hat sie sich auf Ebay versteigert, kocht mit den Füchsen für das „Spielweg to go“ und verkauft über ihren Online-Shop hausgemachte Produkte. Sobald es wieder geht, werde ich mal ins Spielweg zum Essen gehen.

Meine Recherche macht mich sauer!

Erste Anlaufstelle ist für mich immer der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Die Publikationen sind interessant und bilden ab was in der Branche los ist. Sie bilden es so gut ab, dass sie auch die richtigen Formate nutzen: PDF-Dateien. Eine Website mit dynamischen Inhalten oder gar einem Blog – kaum vorstellbar! Das Internet ist auch nur eine Modeerscheinung und geht bestimmt wieder weg. Spätestens nach der Pandemie senden wir wieder Brieftauben, berittene Boten oder kommunizieren mit Rauchzeichen. Denn: Das haben wir schon immer so gemacht.

Doch es soll ja nicht darum gehen, mir die Recherche zu erleichtern, sondern es geht um Frauen in der Hotellerie! Und dazu schrieb der DEHOGA in der Publikation „Wirtschaftskraft und Jobmotor – Zahlen, Daten, Fakten“:

53,6 Prozent Frauenanteil – eine Quote braucht das Gastgewerbe mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, Hotellerie und Gastronomie sind weiblich geprägt. Auch Spitzenpositionen in der Hoteldirektion, in der Geschäftsführung oder auf Abteilungsleiterebene werden häufig mit Frauen besetzt. In keinem anderen wirtschaftszweig gibt es mehr Unternehmerinnen als in der Branche der Gastlichkeit.“

Das war die Ausgabe 2016. Fiel mir etwas später auf. Also hab ich neu recherchiert. Es muss ja eine neue Statistik dazu geben. Und die gab es. In der Publikation der Ausgabe 2019 steht:

„Frauenanteil: Mehr Frauen als Männer

Das Gastgewerbe ist mehrheitlich weiblich: 54,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind Frauen – eine Quote braucht das Gastgewerbe mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Hotellerie und Gastronomie werden von Frauen geprägt. Auch Spitzenpositionen in der Hoteldirektion, in der Geschäftsführung oder auf Abteilungsleiterebene werden häufig mit Frauen besetzt.“

Besonders schmerzlich: Die Herausgeberin dieser Publikation ist eine Frau…

Von Frauen geprägte Spitzenpositionen in der Hotellerie

Die Hotelbranche ist kleinteilig. Es kann also durchaus sein, dass mir bei meiner Recherche etwas durchgerutscht ist. Für die Behauptung des DEHOGA „[…] eine Quote braucht das Gastgewerbe mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Hotellerie und Gastronomie werden von Frauen geprägt. Auch Spitzenpositionen in der Hoteldirektion, in der Geschäftsführung oder auf Abteilungsleiterebene werden häufig mit Frauen besetzt.“ konnte ich keine Belege finden. Deshalb empfinde ich diese Aussage absolut unverschämt. Sie wirkt auf mich, als wolle gerade der Verband verhindern, dass Frauen in die Chefetagen kommen und stellt Behauptungen auf, die vom Gros der Mitglieder (darunter auch Frauen) nicht hinterfragt werden. Die Diskussion über den Frauenanteil in der Hotel- und Gastrobranche findet überhaupt nicht statt!

Die nachfolgende Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig. Ich hab mir bekannte Hotelmarken rausgesucht, ich hab in Aktienkursen gestöbert und hab Hotel-Webseiten aufgerufen, die mir während der Recherche über den Weg gelaufen sind. Du kannst gerne deine Erkenntnisse im Kommentarfeld unter diesem Artikel ergänzen.

Spitzenpositionen sind für mich Hauptgeschäftsführer:innen, CEO, COO, CFO, CXX, Geschäftsführer:innen und Leiter:innen. Also schauen wir uns das mal an, international und national in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Länderangaben richten sich nach dem Hauptsitz der Unternehmen.

Accor: Sebastian Bazin
Choice Hotels: Patrick Pacious
Mandarin Oriental: James Riley
Marriott: Anthony Capuano
Melia Hotels: Gabriel Escarrer Jaume
NH Hotels: Yuji Hirako
Hilton Worldwide: Christopher J. Nassetta
Intercontinental Hotels Group: Keith Barr
Radisson Hotel Group: Federico J. González Tejera

Deutschland

Motel One: Dieter Müller
Maritim Hotels: Erik van Kessel
Steigenberger Hotel Group: Marcus Bernhardt
Best Western Hotels Central Europe: Carmen Dücker (yes! 💥) und Marcus Smola
Prizeotels: Connor Ryterski
Event Hotels: Anders Braks
Grand City Hotels: Sascha Hampe
H-Hotels: Alexander Fitz
ACHAT Hotels: Philipp von Bodman
Ringhotels e. V.: Susanne Weiß (yes! 💥)
Romantik Hotels & Restaurants AG: Ralph Düker
a&o Hotels und Hostels: Oliver Winter

Österreich

Austria Trend Hotels: Martin Winkler
Vienna House: Rupert Simoner

Schweiz

Sorrell Hotels: Thomas Kleber
Sunstar Hotels: Silvio Schoch
Hotels by Fassbind: Eric Fassbind

Quellen: Manager Magazin, Finanzen.net, Destatis.de

Wo sind die Abteilungsleiterinnen?

Janett Linne schrieb in ihrer Facharbeit 2015 über „Aufstiegshindernisse für Frauen in der Hotellerie“.

Ein Auszug aus der öffentlichen Leseprobe:

„2.1 Frauenanteile in Führungspositionen
Nach einer statistischen Auswertung der Bundesagentur für Arbeit beträgt der prozentuale Anteil weiblicher Führungskräften in Deutschland lediglich 27,91 %.

Beim Vergleich mit dem Gastgewerbe lässt sich kaum ein Unterschied feststellen. 26,56 % der Führungspositionen in der Hotellerie und Gastronomie werden von Frauen eingenommen. Ein erstaunlich geringer Anteil, wenn man betrachtet, dass 46,18 % der gastgewerblichen Beschäftigten weiblich sind.

Üblicherweise sind die Anteile an weiblichen Führungskräften in frauengeprägten Branchen deutlich höher.

Die Auswertung der durchgeführten Umfrage zeigt, dass Frauen in der Hotellerie überwiegend im Service, am Empfang und in den Verwaltungsbereichen beschäftigt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Führungspositionen in den einzelnen Abteilungen der Hotellerie.

Des Weiteren belegt die Umfrage, dass Frauen in den obersten Führungspositionen (Inhaber, Geschäftsführer, Vorstand) deutlich unterbesetzt sind. Lediglich 9,4 % der Befragten sind in dieser Ebene tätig. Die mittlere Führungsebene (Hauptabteilungsleiter, Bereichsleiter) wird von 46,9 % bekleidet und die unterste Führungsebene (Gruppenleiter) von 43,8 %.“

Mit diesem Thema beschäftigt sich niemand. Das könnte vortäuschen, dass es nicht wichtig wäre. Die Agentur für Arbeit hat dazu genauere Zahlen.

Definition des Anforderungsniveaus der Arbeitsagentur: 

  • Fachkraft: fachlich ausgerichtete Tätigkeiten. Für die Ausübung
    dieser Tätigkeiten sind in der Regel eine mind. zweijährige berufliche
    Ausbildung oder vergleichbare Kompetenzen Voraussetzung.
  • Spezialist: komplexe Spezialistentätigkeiten. Dies entspricht
    Tätigkeiten mit Kompetenzanforderungen, die üblicherweise in einer
    Weiterbildung zum Meister, Techniker oder einem maximal
    dreijährigen Hochschulstudium (i. d. R. mit Bachelorabschluss)
    erworben werden oder vergleichbare Kompetenzen.
  • Experte: hoch komplexe Tätigkeiten. Hier sind Tätigkeiten gemeint,
    die in der Regel ein mindestens vierjähriges Studium an einer
    Hochschule erfordern (z. B. Masterabschluss) oder vergleichbare
    Kompetenzen.

Klicke auf das erste Bild um es zu vergrößern und schau dir alle Bilder an.

Quelle: Arbeitsagentur, Eingabe: 63 Tourismus Hotel und Gaststätten Branche

Pünktlich zum Weltfrauentag berichten die Medien der Branche

Und zwar nur dann… Gut, hin und wieder gab es einen Ausreißer im Herbst oder zum Muttertag. Doch die meisten Beiträge über Frauen in der Branche erscheinen im März. Woran mag das liegen? Ein Blick in die Führungsetagen der Branchenpresse zeigt: auch diese Branche ist männlich geprägt.

Die Geschäftsführung der Matthaes Verlag GmbH, die die Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung (AHGZ) herausgibt, ist 100 Prozent männlich, ebenso die Chefredaktion und der Chef vom Dienst. Einzig in der Redaktion, die aus insgesamt sechs Menschen besteht, sind die Hälfte Frauen.

Auch bei der Freizeit Verlag GmbH, Herausgeberin der Tophotel, sieht es nicht anders aus.

Mit Gendersternchen ist es nicht getan!

Ich habe mich heute mit diesem Artikel überwunden. Wie eingangs beschrieben, wollte ich über Gleichberechtigung nie schreiben. Die Ungleichberechtigung begleitet mich schon mein ganzes Leben. Das muss aufhören! Wir brauchen es mehr mutige Frauen, die den Mund aufmachen. Wir müssen darauf aufmerksam machen und gleichzeitig die bisherigen Spielregeln beachten und mitspielen.

Erst wenn wir am Tisch sitzen, haben wir die Kraft, etwas zu verändern. Das bedeutet, Menschen die es geschafft haben, müssen andere Menschen fördern und an den Tisch holen. 

Seit einiger Zeit nutze ich den „:“, um in meinen Artikeln alle Menschen anzusprechen. Ich schreibe nicht:

„Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Forschungsarbeit bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen das generische Maskulinum verwendet. Dies impliziert keine Benachteiligung gegenüber den anderen Geschlechtern, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein.“

Ich bin überzeugt, dass Gleichberechtigung bei der Sprache beginnt. Ich glaube auch, dass es mit Gendersternchen, Binnen-I, Doppelpunkt oder anderen Symbolen nicht getan ist. Es ist ein Anfang. Und es wirkt, wie sich sehr gut an den Tweets von Friedrich Merz und den Reaktionen darauf feststellen lässt.

Lasst es uns angehen und uns den Platz am Tisch holen!

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6 Kommentare

  1. Liebe Valerie, ein wichtiger Beitrag, der neben der ernüchternden Darstellung der einseitig besetzten Führungspositionen auch deutlich hervorhebt, dass im Gastgewerbe definitiv das Potential besteht, dass mehr Frauen in leitende Positionen kommen können – denn weibliche Fachkräfte sind definitiv genügend da. Nun liegt es an uns, diese zu fördern und schlussendlich zu befördern. Ich freue mich darauf, diese Entwicklung voran zu treiben. Danke für deine Erwähnung!
    Liebe Grüße
    Victoria

  2. Liebe Valerie,
    ich freue mich total, dass Du auch an der Blogparade teilgenommen hast! Ein sehr interessanter Beitrag. Deine Stimme finde ich besonders wichtig, da Außenstehende selten so einen genauen Blick ins Hotelgewerbe werfen können. Vielen Dank, dass Du Dir die Mühe der Recherche gemacht hast.
    Hoffen wir, dass wir schon bald mit Leichtigkeit mindestens 10 weibliche Vorbilder – egal in welcher Branche – aufzählen können.
    Herzliche Grüße
    Rebecca

    • Liebe Rebecca,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Über deinen Anstupser auf Twitter bin ich erst darauf aufmerksam geworden.

      Es gibt bestimmt viele weitere Frauen und spätestens wenn ich die Recherche weltweit ausgeweitet hätte, hätte ich vermutlich über 100 starke Frauen oder mehr gefunden. Doch mein Blog wird überwiegend im DACH-Raum gelesen und daher habe ich mich auf diese Region fokussiert. Und wie vom DEHOGA behauptet, ging es mir vor allem um die Spitzenpositionen und da sieht es ja auch international eher Mau aus.

      Schön ist, dass viele bei der Blogparade mitgemacht haben und schon einige starke Frauen zusammengekommen sind.

      Grüße
      Valerie

  3. Liebe Valerie,

    einen ganz lieben Dank für Deinen Beitrag. Danke, dass Du dich doch noch überwundern hast. Das Ergebnis ist es definitiv wert.
    Ich kann Deinen Frust nur zu gut verstehen – leider begleitet uns alle diese Ungerechtigkeit schon immer und sie wird uns noch lange begleiten. Wie Du korrekt schreibst: Wir müssen uns zu Wort melden, nicht mehr stumm bleiben und werden uns am Ende durchsetzen.

    Liebe Grüße
    Miriam

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