Ein Corporate Podcast macht ein Unternehmen hörbar, nach innen und nach außen. Dieser Leitfaden erklärt unabhängig, was ein Corporate Podcast ist, wann er sich lohnt (und wann nicht), was er kostet und wie du ihn in vier Phasen planst, produzierst und verbreitest. Jede Phase führt dich zu einem ausführlichen Detailartikel mit Praxiswissen.
Seit neun Jahren produziere ich Podcasts für Hobby und Kunden und habe Audioformate für interne wie externe Unternehmenskommunikation betreut. Mit journalistischem und auditivem Qualitätsanspruch.
Du überlegst, einen Corporate Podcast zu starten? Stelle deine Fragen im Kommentarfeld, dann haben alle was davon!
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Corporate Podcast ist ein professionell produzierter Unternehmenspodcast für interne Kommunikation oder externe Markenbildung.
- Corporate Podcast ≠ Branded Podcast: Der eine stellt das Unternehmen direkt vor, der andere vermittelt Markenwerte subtil über Mehrwert.
- In Deutschland hören rund 43 % der Bevölkerung zumindest gelegentlich Podcasts, es ist also ein etabliertes, wachsendes Format.
- Kosten reichen von wenigen Hundert Euro pro Folge (einfaches Setup) bis in den vierstelligen Bereich (aufwändige Produktion).
- Erfolg entsteht in vier Phasen: Warum (Strategie) → Planung (Konzept) → Produktion → Reichweite (Marketing & Messung).
- Ein Corporate Podcast ist ein langfristiges Format, kein einmaliges Projekt – und nicht jedes Unternehmen braucht einen.
Was ist ein Corporate Podcast?
Ein Corporate Podcast, auch Unternehmenspodcast genannt, ist ein professionell produziertes Audioformat, mit dem ein Unternehmen gezielt Botschaften an definierte Zielgruppen kommuniziert. Je nach Ziel richtet er sich an Mitarbeitende, potenzielle Kundinnen und Kunden oder Geschäftspartner. Veröffentlicht wird er entweder intern über geschlossene Kanäle wie das Intranet oder öffentlich über gängige Podcast-Plattformen.
Podcasts sind persönlich und intim. Sie ergänzen Blogartikel und Pressemitteilungen und eignen sich hervorragend für Social Media und Newsletter. Ein Corporate Podcast gehört damit in jeden Content Hub.
Corporate Podcast vs. Branded Podcast – der Unterschied
Beide Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches:
| Corporate Podcast | Branded Podcast |
| Stellt Unternehmen oder Marke offen und direkt vor | Vermittelt Markenwerte subtil über Mehrwert |
| Fokus: Information, Kultur, Kommunikation | Fokus: Storytelling, Wissen, Unterhaltung |
| Zielgruppe: Mitarbeitende, Kunden, Partner | Zielgruppe: breites thematisch interessiertes Publikum |
Intern oder extern? Zwei Grundtypen
- Interner Corporate Podcast: für Mitarbeitende – Onboarding, Wissenstransfer, Updates, Stärkung der Unternehmenskultur über Standorte hinweg.
- Externer Corporate Podcast: für Markenbildung, Kundenbindung, Employer Branding und Expert:innen-Positionierung nach außen.
Wann lohnt sich ein Corporate Podcast – und wann nicht?
Die ehrlichste Antwort vorweg: nicht für jedes Unternehmen. Ein Corporate Podcast lohnt sich, wenn das Format zum Unternehmen passt, ein relevantes Thema vorhanden ist und die Ressourcen für eine langfristige Produktion bestehen. Wer nur startet, weil Podcasts gerade im Trend sind, scheitert meist nach wenigen Folgen.
Vorteile eines Corporate Podcasts
- Emotionale Nähe: Audio transportiert Persönlichkeit, Werte und Vertrauen besser als reiner Text.
- Mitarbeiterbindung & Employer Branding: stärkt Identifikation und macht Arbeitgeber nahbar.
- Wissensvermittlung: Expertise wird leicht konsumierbar – unterwegs, beim Sport, im Auto.
- Reichweite & Sichtbarkeit: erschließt neue Zielgruppen über Podcast-Plattformen.
- Langfristige Markenpräsenz: regelmäßige Folgen halten die Marke im Gedächtnis.
Wann ein Corporate Podcast (noch) keine gute Idee ist
Wenn intern keine Ressourcen für eine kontinuierliche Produktion da sind, kein echtes Thema trägt oder akutere Probleme Vorrang haben, ist ein Podcast keine Priorität. Ein halbherzig gestartetes, dann eingeschlafenes Format schadet der Marke mehr, als es nützt.
Was kostet ein Corporate Podcast?
Die Kosten hängen stark von Setup, Produktionsaufwand, Hosting und Marketing ab.
Als grobe Orientierung: einfache Formate liegen häufig bei einigen Hundert Euro pro Folge, aufwändigere Produktionen erreichen vierstellige Summen je Folge. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting und Distribution.
- Einmalig: Konzept, Intro/Outro, Sounddesign, ggf. Equipment.
- Pro Folge: Aufnahme, Schnitt, Mastering, Shownotes, Transkript.
- Laufend: Hosting-Anbieter (DSGVO-konform), Distribution, Marketing.
Selbst produzieren oder Agentur beauftragen?
| Perspektive | Inhouse | Extern vergeben |
| Kosten | Niedriger, aber Zeitaufwand | Höher, planbar pro Folge |
| Qualität | Lernkurve nötig | Von Anfang an professionell |
| Zeitbedarf intern | Hoch | Mittel, je nachdem was extern vergeben wird |
| Ideal für | Teams mit Ressourcen & Know-how | Einsteiger & knappe Kapazitäten |
Der Weg zum eigenen Corporate Podcast – in vier Phasen
Steht die Grundsatzentscheidung, folgt die Umsetzung. Dieser Leitfaden gliedert sie in vier aufeinander aufbauende Phasen. Jede Phase fasst das Wichtigste zusammen und verweist auf einen ausführlichen Detailartikel.
Phase 1: Warum ein Corporate Podcast? – Strategie & Nutzen
Bevor du startest, sollte das Warum klar sein. Podcasts schaffen emotionale Nähe, stärken Markenidentität und Unternehmenskultur und erreichen Zielgruppen, die klassische Textformate kaum noch konsumieren. Die veränderte Mediennutzung spricht klar für Audio: Die Zahl der Podcast-Hörer:innen in Deutschland ist über Jahre gewachsen und stabilisiert sich auf hohem Niveau.
Vertiefung: Warum Unternehmen jetzt auf Corporate Podcasts setzen sollten – Mit Zahlen, Mediennutzung und Content-Ideen.
Phase 2: Planung & Konzept – von der Idee zur Umsetzung
Steht das Warum, folgt das Konzept. Hier definierst du Ziele und Zielgruppe, analysierst Hörgewohnheiten und legst Positionierung, Format und Themen fest. Ein klares Konzept und präzise Zielsetzungen sind die Grundlage, um später messbare Erfolge zu erzielen. Und der wirksamste Schutz davor, dass ein Podcast nach wenigen Folgen wieder einschläft.
Vertiefung: Corporate Podcasts – von der Idee zur Umsetzung. Ziele, Zielgruppenanalyse und Hörgewohnheiten.
Phase 3: Produktion & Veröffentlichung
Jetzt wird es praktisch: Format und Technik, gute Tonqualität, professioneller Schnitt und die Wahl der richtigen Plattformen. Inhalte müssen echten Nutzwert bieten – das Unternehmen sollte nicht ausschließlich im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört auch, den Podcast von Anfang an für Suchmaschinen auffindbar zu machen.
Vertiefung: Corporate Podcasts erfolgreich produzieren und veröffentlichen. Technik, Formate, Plattformen und Podcast-SEO.
Phase 4: Reichweite, Marketing & Erfolgsmessung
Ohne Bekanntheit findet der beste Podcast keine Hörer:innen. In dieser Phase geht es um Promotion über Social Media, Website und Newsletter, um Audiogramme, Video-Podcasts und Podcatcher – und um die Frage, wie du den Erfolg deines Podcasts mit quantitativen und qualitativen Kennzahlen misst. Persönliche Empfehlungen und Social Media bleiben dabei zentrale Entdeckungswege.
Vertiefung: Mehr Reichweite für deinen Corporate Podcast. Marketing, Kanäle und Erfolgsmessung.
Erfolgreiche Beispiele für Corporate Podcasts
Diese Formate zeigen die Bandbreite – von interner Mitarbeiterkommunikation bis zur externen Markenbildung:
- Ladengeflüster (REWE Dortmund): interner Mitarbeitenden-Podcast für rund 25.000 Beschäftigte.
- Von Kopf bis Schuh (Deichmann): Einblicke hinter die Kulissen des Familienunternehmens.
- AOK Praxis-Talk (AOK Niedersachsen): Fachinformation für medizinisches Personal.
- LinkedIn-Lounge (LinkedIn): Personal Branding, Content-Strategie und Kommunikation.
Neben diesen klassischen Corporate Podcasts, produzierten die Lufthansa Group, BMW und comdirect fiktionale Hörspiele und Storytelling-Formate, also Branded Podcasts.
- Backup – Sag mir, wer ich bin (Lufthansa Group): Ein fünfteiliges Fiction-Hörspiel in 3D-Audio rund um Digitalisierung und Identität, produziert mit dem Label Viertausendhertz. Zeigt eindrucksvoll, dass Corporate Podcasts nicht zwingend Talk-Formate sein müssen.
- Hypnopolis (BMW): Ebenfalls ein fiktionales, hochwertig produziertes Audioformat. Die Sendung wurde von 2020 bis 2022 produziert und ist Apple Podcast und Spotify noch abhörbar.
- Wir waren Detektive (comdirect): Ein Brand-Fiction-Format der Direktbank comdirect, das Finanzthemen in eine erzählerische Hülle packt. Das Format wurde in vier Staffeln von 2020 bis 2023 veröffentlicht und ist noch auf Spotify und Apple Podast zu hören.
- We Are Netflix (Netflix): Internationales und im DACH-Raum viel zitiertes Beispiel: Employer-Branding- und Kultur-Podcast mit Einblicken hinter die Kulissen, Gesprächen mit Mitarbeitenden und Führungskräften. Neue Folgen gab es bis 2022, die noch Apple Podcast und Spotify abrufbar sind.
Häufige Fragen zum Corporate Podcast (FAQ)
Was ist ein Corporate Podcast?
Ein Corporate Podcast ist ein professionell produzierter Podcast eines Unternehmens, der intern zur Mitarbeiterkommunikation oder extern zur Markenbildung und Kundenbindung eingesetzt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Corporate und Branded Podcast?
Ein Corporate Podcast stellt das Unternehmen offen und direkt vor. Ein Branded Podcast vermittelt Markenwerte subtil über Mehrwert wie Storytelling oder Wissen.
Was kostet ein Corporate Podcast?
Je nach Aufwand reichen die Kosten von einigen Hundert Euro pro Folge für einfache Formate bis zu vierstelligen Summen für aufwändige Produktionen, zuzüglich Hosting und Marketing.
Lohnt sich ein Corporate Podcast für mein Unternehmen?
Er lohnt sich, wenn das Format zum Unternehmen passt, ein relevantes Thema vorhanden ist und Ressourcen für eine langfristige Produktion bestehen – nicht als kurzfristiger Trend.
Wie starte ich einen Corporate Podcast?
In vier Phasen: Strategie und Nutzen klären, Konzept und Zielgruppe planen, professionell produzieren und veröffentlichen, anschließend Reichweite aufbauen und Erfolg messen.
Wie messe ich den Erfolg eines Corporate Podcasts?
Über quantitative Kennzahlen wie Downloads oder besser die Hördauer und Durchhörrate sowie qualitative Signale wie Feedback. Idealerweise verglichen mit vorab definierten Zielen.
Neu im Content Mosaik-Podcast: Podcast Start für Unternehmen – so klappts
In der neuen Folge von meiner Sendung „Content Mosaik – Jeder Inhalt zählt“, den ich mit Lars Stetten hoste, geht es um Corporate Podcasts.
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